Jan Meiser bezwingt Aleksander Kallashi nach Punkten in Falkensee

Boxen: KUC Box-Promotion, Falkensee, 18.10.2025
BDB International Titel: Jan Meiser (GER) – Aleksander Kallashi (ALB)
© Torsten Helmke

Bei der Internationalen Kampfsportgala von Kuc Boxing Promotion verteidigt Meiser erfolgreich seinen Titel. Auch die Undercard bot einiges.

Am Samstag fand in der Stadthalle Falkensee die inzwischen 8. Internationale Profiboxgala von Kuc Boxing Promotion statt. Der aufstrebende Promoter Almin Kuc hat sich insbesondere im Raum Berlin einen Namen gemacht – für gut strukturierte Events mit spannenden Personalien.

Im Mittelpunkt standen dieses Mal die Superweltergewichtler Jan Meiser (19-2-1) und Aleksander Kallashi (12-4-1), die um Meisers Internationalen Deutschen Meistertitel kämpften. Ein Duell, das schon im Mai hätte stattfinden sollen, über Umwege aber nun im Oktober als Hauptattraktion dargeboten wurde. Kallashi musste den Kampf zuvor aus persönlichen Gründen absagen, war nun für die zweite Chance aber umso motivierter und kam maximal austrainiert nach Falkensee. Meiser stellte sich also auf einen heißen Titelritt gegen einen druckvollen Gegner ein.

Meiser punktet Kallashi deutlich aus

Boxen: KUC Box-Promotion, Falkensee, 18.10.2025
BDB International Titel: Jan Meiser (GER) – Aleksander Kallashi (ALB)
© Torsten Helmke

Der Kampf begann sehr energisch – beide Seiten konnten klare Akzente setzen. Immer wieder kamen die Boxer auch aneinander, und man spürte die Bissigkeit: Es war durchaus Feuer in dem Duell. Nach einem ausgeglichenen Auftakt fand Meiser jedoch immer besser in seinen Rhythmus. Die Konstellation im Ring war ziemlich eindeutig: Herausforderer Kallashi nahm die Ringmitte ein und suchte konsequent den Vorwärtsgang, während der technisch feinere Meiser sich viel im Rückwärtsgang bewegte und dort die richtigen Antworten suchte.

Entscheidend in einem solchen Kampf sind zwei Dinge: Der druckvolle Boxer muss die Distanz überbrücken, um in die Schlagdistanz zu kommen; der Kontrahent im Rückwärtsgang wiederum sollte darauf achten, genügend eigene Aktionen zu zeigen und nicht zu negativ zu agieren. Meiser gelang das über weite Strecken des Kampfes sehr gut. Er bewegte sich geschickt durch den Ring, fing den nachsetzenden Kallashi regelmäßig mit präzisen Gegenstößen ab und punktete so Runde für Runde. Sein albanischer Kontrahent verstand es hingegen nie, den Ring abzuschneiden, und lief meist nur hinterher, was zu vielen Luftschlägen aus der Distanz führte.

Ein frustrierender Abend also für Kallashi, der sich viel vorgenommen hatte und gewillt war, eine Schlacht zu liefern. Meiser blieb jedoch taktisch konsequent und nutzte seine boxerischen Fähigkeiten zu einem souveränen, wenn auch wenig spektakulären Punktsieg. Das einstimmige Resultat lautete am Ende 2× 98:92 und 98:93 für Meiser.

„Ich habe klar gewonnen, habe sauber geboxt. Warum soll ich stehen bleiben, warum soll ich mit ihm fighten, wenn ich sauber boxen kann?“, schätzte Meiser im Nachgang seinen Sieg ein.

Victor Cakiqi siegt im Co-Mainevent vorzeitig

Boxen: KUC Box-Promotion, Falkensee, 18.10.2025
Viktor Cakiqi (GER) – Javier Castenada Dominguez (MEX)
© Torsten Helmke

Auch im Co-Mainevent trat ein amtierender Deutscher Meister an – Victor Cakiqi (14-0). Das Berliner Weltergewicht hatte sich den BDB-Titel im vergangenen Mai in Potsdam gesichert. Eine Titelverteidigung stand in Falkensee jedoch nicht an, da er mit dem Mexikaner Javier Castaneda Dominguez (9-6-2) einen internationalen Gegner erhielt. Auf dem Papier ein durchwachsener Kontrahent, der zuletzt auf einer AGON-Veranstaltung wenig Esprit versprüht hatte. Dennoch schärfte Trainer Georg Bramowski seinem Schützling ein, jede Aufgabe als echte Herausforderung zu betrachten.

Damit sollte der erfahrene Startrainer auch recht behalten, denn bereits die erste Runde war rassig und sehenswert. Castaneda versteckte sich als Underdog nicht, ging – typisch mexikanisch – nach vorne und brachte zahlreiche Haken ins Ziel. Cakiqi reagierte seinerseits und es entwickelte sich ein harter Schlagabtausch, der einiges versprach. Nach der ersten Runde muss Bramowski seinem Schützling jedoch den unbedachten Kampf energisch ausgetrieben haben, denn Cakiqi besann sich ab der zweiten Runde klar auf das Boxerische. Er ließ die Führhand aus der Distanz schön spielen und beschäftigte Castaneda durchgehend, der kaum noch Akzente setzen konnte.

In der dritten Runde fanden auch harte Uppercuts regelmäßig ihr Ziel, woraufhin Castaneda sich nach der dritten Runde geschlagen gab und den Kampf nicht mehr fortsetzte.

Cakiqi zeigte sich nach dem Kampf durchaus überrascht vom schnellen Ende:
„Wir waren bereit für acht Runden, wollten auch acht Runden durchboxen. Gerade, als ich erst richtig reinkam, hat er schon aufgehört. Vielleicht haben ihm ein paar Schläge wehgetan.“

Alen Rahimic stoppt überzeugend einen ehemaligen Olympiateilnehmer

Boxen: KUC Box-Promotion, Falkensee, 18.10.2025
Alen Rahimic (GER) – Viorel Simion (ROU)
© Torsten Helmke

Ein Highlight bot indes das Superfedergewicht Alen Rahimic (3-0). Der Schützling von Almin Kuc blickt auf eine fundierte Amateurlaufbahn zurück und bekam nun ebenfalls einen Gegner mit großem Resümee. Der 44-jährige Rumäne Viorel Simion (23-17) war nicht nur ein erfolgreicher Profi, sondern auch ein verdienter Amateurboxer, der bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen bis ins Viertelfinale vordrang und nur knapp eine Medaille verpasste.

Inzwischen verdient Simion sein Geld als Aufbaugegner – ein hartes Los, das gegen jemanden wie Rahimic besonders undankbar ausfällt. Direkt zu Beginn deckte der technisch starke Rahimic seinen Kontrahenten mit harten Kombinationen ein, insbesondere die Aktionen zum Körper zeigten deutliche Wirkung. Nach einer kurzen Irritation über einen nicht gegebenen Niederschlag suchte Simion selbst sein Glück in der Offensive und schlug eine Serie zum Körper – Rahimic konterte eiskalt und schickte den Rumänen sehenswert zu Boden. Das frühe Ende des Kampfes in Runde 1 markierte zugleich Rahimics ersten vorzeitigen Sieg im Profibereich.

„Ich habe auf meine Trainer gehört, die gesagt haben, dass ich in den ersten zwei Runden viel zum Körper arbeiten soll, damit ich ihn müde mache. Die zwei Lebertreffer waren genau drauf, denke ich – das hat den Kampf entschieden“, blickte Rahimic im Interview zurück.

Trotz eigenem Niederschlag: Melvin Kahrimanovic kämpft sich zum Sieg

Boxen: KUC Box-Promotion, Falkensee, 18.10.2025
Melvin Kahrimanovic (GER) – Ervin Dzinic (BIH)
© Torsten Helmke

Den Kampf des Abends sahen die Zuschauer in Falkensee im Cruisergewicht, wo sich Melvin Kahrimanovic (3-0) und Ervin Dzinic (13-6) einen harten Schlagabtausch über sechs Runden lieferten. Dzinic war auf dem Papier ein durchaus gefährlicher Gegner für den hochdekorierten Amateurboxer Kahrimanovic, der erst seinen dritten Profikampf bestritt. Das zeigte sich auch daran, dass Dzinic seinen letzten Kampf in Falkensee im Oktober 2022 gegen den zuvor ungeschlagenen Dokka Mantaev (4-1) vorzeitig gewonnen hatte – entsprechend war Kahrimanovic gewarnt.

Doch aller Warnungen zum Trotz ging der Berliner bereits früh in der ersten Runde hart zu Boden und suchte anschließend den Clinch. Es war ein Wirkungstreffer, der Eindruck hinterließ – Dzinic entpuppte sich als brandgefährlicher Puncher, der mit explosiven Schwingern immer wieder den Erfolg suchte. Dennoch bewies Kahrimanovic Kämpferherz und taktische Besonnenheit, wodurch er die schwierige Anfangsphase überstand und ab der zweiten Runde zunehmend in den Kampf fand. Er zeigte sich beweglich, baute das Duell über seinen Jab auf und zeichnete Dzinic von Runde zu Runde deutlicher. Auch wenn Kahrimanovic fortan der effektivere Boxer war, blieb Dzinic stets gefährlich und lauerte auf seine Momente.

In der Schlussrunde merkte man deutlich, dass Kahrimanovic seinen dritten vorzeitigen Sieg im dritten Kampf unbedingt erfolgen lassen wollte – er lud harte Serien ab und traf Dzinic mehrfach klar. Doch der Bosnier steckte alles weg und überzeugte durch Kämpferherz und Zähigkeit. Am Ende musste er sich dennoch einstimmig nach Punkten geschlagen geben – mit 3× 58-55 und 57-56, was das richtige Urteil darstellte.

„Großen Applaus an Dzinic, der großes Kämpferherz bewiesen und von Anfang an alles gegeben hat. Er ist hergekommen, um zu gewinnen, und hat meinen Plan in der ersten Runde auch ziemlich durcheinandergebracht“, so Kahrimanovic nach dem Kampf, der sogar zugab, nach dem Niederschlag zeitweise nicht ganz klar gewesen zu sein.

„Ich muss ehrlich gestehen: Wirklich zu mir gekommen bin ich erst in der fünften Runde. Es war wie ein Traum, aus dem ich aufgewacht bin – dadurch ist der Kampf auch sehr schnell vergangen. Es war ein harter und anstrengender Fight, weil ich in der ersten Runde zu unachtsam war.“

Weitere Resultate der Undercard: Punktsieg für Emilio Antonio Alvarez

Boxen: KUC Box-Promotion, Falkensee, 18.10.2025
Emilio Antonio Alvarez (GER) – Alex Knet (SVK)
© Torsten Helmke

Auf der weiteren Undercard konnte Emilio Antonio Alvarez (3-0) einen ungefährdeten Punktsieg gegen Alex Kmet (3-5) einfahren. Der Schützling von Denis Radovan brachte seinen Kontrahenten in der vierten und letzten Runde zweimal zu Boden, doch der vorzeitige Sieg blieb aus.

Auch für das Schwergewicht Eyman Chamdid (4-0) wurde es am Ende ein ungefährdeter Punktsieg. Gegen den kurzfristig eingesprungenen Ramazi Gogichashvili (14-47-2) zeigte sich Chamdid beweglich im Ring und ging immer rechtzeitig einen Schritt zurück, wodurch der Georgier nur selten Erfolg hatte. Allerdings gelang es Chamdid nur vereinzelt, seinen Gegner wirklich unter Druck zu setzen, weshalb der Kampf über die Runden ging.

Der erst 16-jährige Darian Strehse (1-0) feierte hingegen ein gelungenes Profidebüt im Leichtgewicht und stoppte den überforderten Cankan Günyüzlü (2-34) bereits in der ersten Runde.

Im Superfedergewicht biss sich Kanan Huseynaliyev (11-0) gegen den durchweg toughen Atilla Kayabasi (12-23) die Zähne aus und musste trotz hohem Punchvolumen über die volle Distanz von sechs Runden gehen. Am Ende gewann Huseynaliyev einstimmig nach Punkten.

Im Superweltergewicht setzte sich Ferdinand Pilz (27-1) nach acht Runden komfortabel nach Punkten gegen den Venezolaner Domicio Rondon (18-9) durch.

Weniger erfolgreich verlief der Abend im Mittelgewicht für Valon Gashi (3-1). Gegen den starken Ukrainer Yevhen Turovskyi (2-3) wurde er permanent unter Druck gesetzt und stand häufig unter Beschuss. Immer wieder schlugen harte Haken von Turovskyi ein, die Gashi durchrüttelten. Zwar versuchte Gashi viel, fand aber selten die richtige Distanz und zeigte sich in seinen Aktionen zu wenig explosiv. Am Ende stand ein verdienter Auswärtssieg für Turovskyi mit 40-36, 40-37 und 39-37.

Kuc Boxing Promotion visiert große Kämpfe im neuen Jahr an

Boxen: KUC Box-Promotion, Falkensee, 18.10.2025
Alan Babic und Promoter Almin Kuc
© Torsten Helmke

Für eine ambitionierte Promotion ist der Abschluss einer Veranstaltung gleichbedeutend mit dem Beginn einer neuen. So hat sich Kuc Boxing Promotion zum Ziel gesetzt, im Raum Berlin im kommenden Jahr weiter anzugreifen und große Personalien zu präsentieren. Geplant sind voraussichtlich drei Events, bei denen auch Alen Babic (12-2) zu sehen sein wird. Babic, der im April 2023 um die WBC-Weltmeisterschaft im Bridgerweight unterlag, wird mit einem Kampf gegen Senad Gashi (34-4) in Verbindung gebracht.

Unabhängig von diesem möglichen Duell darf man gespannt auf die weitere Entwicklung der Promotion sowie ihrer fähigen Prospects sein, die erneut unter Beweis gestellt haben, dass sie eine spannende Zukunft im deutschen Boxsport innehaben.

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