Jack Catterall hat auf der „Glory in Giza“-Veranstaltung ein deutliches Statement im Weltergewicht gesetzt. Der Brite besiegte den bis dahin ungeschlagenen Shakhram Giyasov klar nach Punkten und steht nun vor einem WBA-WM-Kampf gegen Rolando „Rolly“ Romero.
Catterall mit taktischer Meisterleistung gegen Giyasov
Jack Catterall hat seine Ambitionen im Weltergewicht eindrucksvoll unterstrichen. Der 32-jährige Engländer ließ Shakhram Giyasov über weite Strecken kaum zur Entfaltung kommen und gewann den Kampf um den regulären WBA-WM-Titel auf den Punktzetteln einstimmig mit 119-108, 118-109 und 116-111.
Damit verbessert Catterall seine Bilanz auf 33-2-0 (14 KOs) und bleibt in seiner dritten Gewichtsklasse nach dem Aufstieg ins Weltergewicht ungeschlagen. Gleichzeitig öffnet ihm der Erfolg die Tür zu einem WBA-Titelkampf gegen den amtierenden Champion Rolando „Rolly“ Romero. Die WBA hatte im Vorfeld festgelegt, dass Romero innerhalb von 180 Tagen gegen den Sieger dieses Duells antreten muss.
„Ich glaube, ich kann jeden Champion im Weltergewicht schlagen“, erklärte Catterall nach dem Kampf selbstbewusst. „Wir wussten genau, was Giyasov mitbringt. Manchmal fühle ich mich im Ring wie in der Matrix – ich mag es, Aufgaben zu lösen. Heute Abend habe ich mich sehr wohl gefühlt.“
Früher Niederschlag ebnet den Weg
Die Richtung des Kampfes war früh erkennbar. Bereits in der ersten Runde erwischte Catterall den Usbeken mit einer präzisen geraden Linken durch die Deckung und schickte ihn auf den Boden. Giyasov kam zwar wieder hoch, wirkte aber angeschlagen und hatte Mühe, die Runde ohne weiteren ernsthaften Schaden zu überstehen.
Von diesem Moment an diktierte Catterall das Geschehen. Immer wieder fand der Rechtsausleger mit seiner linken Geraden das Ziel, nutzte seine schnelleren Hände und überzeugte mit sauberem Distanzmanagement. Besonders im Rückwärtsgang agierte der Brite stark, ließ Giyasov ins Leere laufen und konterte präzise.
Auch zum Körper setzte Catterall wirkungsvolle Treffer. Bereits in der dritten Runde brachte ein harter Körpertreffer Giyasov sichtbar in Schwierigkeiten. Der Olympiasilbermedaillengewinner von 2016 zog sich an die Seile zurück und wirkte zunehmend gehemmt.
Der 32-jährige Giyasov fand über weite Strecken kein geeignetes Mittel gegen den taktisch disziplinierten Briten. Zwar hatte er im ersten Durchgang mit einer rechten Hand einen kurzen Moment, in dem Catterall das Gleichgewicht verlor, doch echte Kontrolle gewann der Usbeke nie.
Ein kleiner Aufschwung in Runde vier, als Giyasov aggressiver nach vorne arbeitete, blieb nur von kurzer Dauer. Catterall beantwortete den Druck mit sauberem Konterboxen und ließ seinen Gegner mehrfach mit klaren linken Händen ins Leere laufen.
Spätestens ab der zweiten Kampfmitte war der Unterschied deutlich sichtbar. In Runde sechs sorgte eine Serie harter Treffer für eine blutende Nase bei Giyasov, in Runde sieben brachte ihn Catterall kurz vor Ende erneut ins Wanken.
In den Schlussrunden kontrollierte der Engländer das Geschehen souverän, punktete konsequent mit Jab und linker Schlaghand und feierte damit seinen bislang stärksten Sieg im Weltergewicht. Mit diesem Auftritt hat sich Jack Catterall endgültig als ernsthafter Faktor in der 66,7-kg-Division positioniert.














