
Foto: Wasim Mather
Der Ex-Weltmeister kämpfte am Freitag in Thailand gegen Mariusz Wach und überzeugte dabei nur bedingt. Übertragen wurde der Kampf nicht.
Tyson Fury (36-2-1) ist es gewohnt, in den größten Arenen der Welt zu kämpfen. Wenn er im Ring steht, schalten weltweit Millionen Zuschauer ein, und jedes Box-Event wird zum Spektakel. Umso überraschender war sein jüngster Kampf am Freitag in Pattaya, Thailand. Vor lediglich 1.500 ausgewählten Zuschauern wollte Fury nach seinen wiederholten Rücktrittsankündigungen erneut Ringpraxis sammeln. Eine Liveübertragung gab es nicht, stattdessen werden ausgewählte Sequenzen für die Fury-Netflix Serie verwendet.
Der 46 Jahre alte polnische Veteran Mariusz Wach (39-14) wurde noch einmal für einen Kampf auf großer Bühne verpflichtet. Eine große sportliche Gefahr stellt Wach seit Jahren nicht mehr dar. Allerdings gilt der polnische Hüne als zäher Kämpfer mit enormen Nehmerqualitäten. Ein idealer Tanzpartner also, um unter Wettkampfbedingungen einige Runden zu absolvieren – so ähnlich dürfte man im Fury-Lager gedacht haben.
Mäßige Performance – vorzeitiger Sieg
Der Kampf begann gemächlich. Tatsächlich war es Wach, der häufiger die Ringmitte behauptete und den Vorwärtsgang suchte, wobei allerdings nur wenige Treffer ihr Ziel fanden. Fury boxte beweglich aus dem Rückwärtsgang heraus und konnte bereits in der zweiten Runde seine ersten guten Aktionen zeigen. Jabs zum Körper, gefolgt von einer 1-2-Kombination – davon saß durchaus einiges. Doch auch Wach hatte seine Momente, etwa mit seiner rechten Geraden, die durchaus gefährlich kam. Traf der Pole, ging jedes Mal ein Raunen durch das Max Muay Thai Stadium.
Dennoch landete Fury insgesamt die klareren und häufigeren Treffer, was angesichts der Ausgangslage auch zu erwarten war. In der fünften Runde konnte er zwischenzeitlich das Tempo anziehen und eine Serie von Uppercuts landen, die Wach jedoch gewohnt routiniert wegsteckte. Zwischenzeitlich gab es sogar einen Kuss an den Seilen von Fury in Richtung Wach. Solche kuriosen Szenen ist man vom Briten gewohnt, der trotz der Intensität eines Kampfes stets seine unkonventionelle und mitunter humorvolle Art beibehält.
FURY KISSES WACH!😘
Tyson Fury kissed Mariusz Wach in Round 6.#FuryWach pic.twitter.com/KUNUviOGJU
— BoxingScene.com (@boxingscene) July 24, 2026
Das konnte er sich auch deshalb erlauben, weil phasenweise viel geklammert und vergleichsweise wenig geschlagen wurde. In der siebten Runde änderte sich das jedoch. Wach kam nun selbst gefährlich durch und setzte mehrfach nach. Fury verlor dabei kurzzeitig dezent das Gleichgewicht, suchte anschließend den Infight und beruhigte das Geschehen. Es war die beste Runde des Polen im gesamten Kampf – zugleich jedoch überraschenderweise seine letzte, denn verletzungsbedingt gab er nach dem siebten Durchgang auf.
Polish veteran Wach put up a spirited fight against Fury but quit after the seventh round.
#FuryWach pic.twitter.com/Nx11BoRcRg
— Permante (@PermantexG) July 24, 2026
Kein Empfehlungsschreiben für einen Kampf gegen Anthony Joshua
Für Fury war es der erwartete Pflichtsieg. Allerdings musste er zwischenzeitlich überraschend klare Treffer nehmen und wirkte insbesondere in der Defensive nicht immer überzeugend. In dieser Form dürfte es für ihn in einem möglichen „Battle of Britain“ gegen Landsmann Anthony Joshua schwierig werden.















Joshua wird unter normalen Bedingungen gehen Fury keine Chance haben. Ok, es ist Schwergewicht und es kann immer nen K.O. geben.
Fury wird den Kampf von Anfang an dominieren und Joshua KO schlagen. Fury wird Joshua mit seinen psychospielchen zermürben. 🤣 Joshua war ein guter Boxer und zurecht Weltmeister. Seine Siege gegen Klitschko, Povetkin und Parker waren meiner Meinung nach seine einzig starken Kämpfe. Seit seiner krachenden Niederlage gegen Ruiz ist es vorbei. Die Niederlage hat ihn gebrochen. Zudem hat er niemals die Ringintelligenz von Fury. Schaut euch den Kampf gegen Klitschko an und seht Joshua in die Augen und dann bei der Niederlage gegen Ruiz und jeder weiteren Niederlage… unterschied wie Tag und Nacht. Selbst jetzt gegen Prenga war er so verunsichert.
Der Kampf gegen Fury kommt viel zu spät für Joshua. Der hätte 2018 kommen müssen. Das wäre ein geiler Fight auf Augenhöhe gewesen.