Intensiver Kampf zwischen Daniel Dietz und Seun Salami endet ohne Sieger

Daniel Dietz und Seun Salami trennen sich nach 6 Runden mit einem Unentschieden.
Fotonachweis: Torsten Helmke

In einem intensiven und packenden Duell werteten zwei Punktrichter in Oberhausen auf ein Unentschieden.

Am Samstag erfolgte das große Homecoming von Agit Kabayel in der Rudolf Weber Arena in Oberhausen. Die Undercard war gut besetzt, was dazu führte, dass selbst in den frühen kostenlosen Prelims sehenswerte Kämpfe geboten wurden. Eines dieser Duelle war eine interessante Begegnung im Schwergewicht zwischen Daniel Dietz (15–1–1) und Seun Salami (9–0–1). Dietz, ein Schützling von Rainer Gottwald, kommt aus dem Kickboxen und musste sich bislang erst einmal gegen Granit Shala geschlagen geben. Rund 3 Monate vor dem Kampf unterzog sich Dietz einer schwerwiegenden Kieferoperation, wo ein Karriereende auch im Raum stand. Er wollte nun gegen den Österreicher Salami glänzen, der bislang vielversprechend in der Aufbauphase in Österreich erschien.

Es war ein spannender Kampf, den man im Vorfeld erwarten konnte. Der Ring war außerordentlich klein, wodurch Dietz seine über zwei Meter Körpergröße kaum gewinnbringend ausspielen konnte. Salami versuchte von Beginn an, Druck zu erzeugen, wobei Dietz in der ersten Runde die besseren Treffer zu verzeichnen hatte. Ab der zweiten Runde ging Salami kompromisslos nach vorne und machte den Kampf maximal physisch. Das führte dazu, dass man zwei enorm große Boxer überwiegend in der Nahdistanz sah, was ungewöhnlich erschien.

Nach guten mittleren Runden von Salami versuchte Dietz, sämtliche Kräfte noch einmal zu mobilisieren, und lieferte zum Ende hin nochmals ab. Insbesondere die letzte Runde wurde von beiden Boxern enorm intensiv geführt. Dietz erinnerte dabei an einen Tennisspieler, der nach jeder abgefeuerten Hand mit voller Inbrunst stöhnte und damit sowohl seine Erschöpfung als auch seinen Willen demonstrierte.

Ein Unentschieden nach sechs Runden

Seun Salami hatte viele Momente, es sollte auswärts aber nicht zum Sieg ausreichen.
Fotonachweis: Torsten Helmke

Auch wenn der Kampf technisch vielleicht kein Leckerbissen war, musste man konstatieren, dass beide alles gaben und einiges boten. Das nahmen auch die Zuschauer in Oberhausen so wahr, die nach dem Schlussgong intensiven Applaus spendeten, was absolut verdient erschien. Am Ende mussten sich beide Boxer mit einem Unentschieden begnügen, was durchaus gerecht anmutete. Insbesondere für Dietz wird das nach sechs Runden sicherlich zu wenig erscheinen, da er eigentlich den nächsten Schritt vollziehen wollte.

„Wenn man auswärts boxt, gegen einen Deutschen, dann musst du den deutschen Boxer ausknocken, um zu gewinnen, oder so dominieren, dass die Punktrichter keine andere Wahl haben“, kommentierte Seun Salami das Punkturteil auf Boxen1-Nachfrage.

„Ich bin mit dem Unentschieden für mich persönlich nicht glücklich, denn ich bin nach Deutschland gegangen, um zu gewinnen – aber wenn man sich das Ganze, auch mit Blick auf die Boxpolitik, anschaut, dann kann ich zufrieden sein“, so Salami.

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2 Kommentare

  1. Salami hat mit großem Herz gefightet.
    Diets fehlte die nötige Kondition um 6 Runden zu gehen, ein schmeichelhaftes Unendschieden hat man da „gewertet“.

  2. Wenn man einen Boxkampf sehen möchte, dann sollte man keinen anschauen wie Salami vs Dietz. Ringrichter blind im Ring, beide Boxer ohne Verstand und Übersicht. Der eine rennt mit zusammen gekniffenen Augen mit dem Schädel vorraus auf den anderen zu, in der Hoffnung daß der dann wenigstens durch eine Kopfnuss umfällt, was der blinde Ringrichter eh nicht gesehen hätte. Dietz ohne einen oder 2 Schritte zurück zu machen, weil NULL Kondition, und damit auch keine gute Chance einmal gut zu treffen. Ich frage mich immer wieder was die Deutschen Boxer im Ring suchen, wenn sie alle zu faul sind an ihrer Kondition zu arbeiten. International haben die so keine Chance, der einzige im Mom. ist Agib, hoffe es ändert sich wieder.

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