
Nach dem großen WM-Kampf waren die Schäden auf beiden Seiten groß. Zum Glück konnten die Boxer das Krankenhaus inzwischen verlassen.
Am vergangenen Samstag fand im Convention Centre in Gold Coast, Australien, ein großes Box-Event statt. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stand der große IBF-WM-Kracher im Cruisergewicht zwischen Jai Opetaia (29-0) und Hüseyin Cinkara (23-1). In einem harten Gefecht, in dem beide Boxer ihre schwierigen Momente hatten, setzte sich der australische Favorit am Ende vorzeitig in Runde 8 durch.
Im Nachgang folgten dann leider bange Momente. Zunächst blieb Cinkara einige Minuten am Boden liegen, stand zum Glück jedoch wieder auf. Später wurde er allerdings in ein Krankenhaus gebracht und verbrachte dort mehrere Tage, nachdem man einen C1-Bruch am Halswirbel sowie eine kleine Einblutung im Gehirn festgestellt hatte. Entsprechend waren die Gedanken bei Cinkara, der sich hoffentlich gut von den schweren Verletzungen erholen kann.
Cinkara ist aus dem Krankenhaus entlassen
Boxen1 bekam am Dienstagmorgen die Gelegenheit, sich mit Cinkara zu unterhalten, der glücklicherweise bereits aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Das Kritische war der unkontrollierte harte Fall in die Seile, der schließlich zu den Verletzungen führte.
„Das Problem war, dass ich nach dem Schlag in die Seile gefallen bin – mit dem Nacken – und mir dadurch einen kleinen Bruch an der Wirbelsäule beim C1 zugezogen habe“, so Cinkara über den Schockmoment. Dennoch blickt er optimistisch auf die Situation und hatte Glück im Unglück: „Gott sei Dank wird es keine Lähmungen geben, das war das größte Problem.“
Cinkara analysiert schon eifrig seine Leistung gegen Opetaia
Dass sich Cinkara auf dem Weg der Besserung befindet, zeigt auch die Tatsache, dass er bereits sehr eifrig seinen Kampf gegen Opetaia analysiert und teilweise mit der eigenen Leistung hadert. „In der zweiten Runde hatte ich ihn. Ich Idiot hatte danach einen Schrittfehler und bin da reingefallen, wollte eigentlich draufgehen. Das war der größte Fehler von mir. Ich habe ihn zwei Mal erreicht, er ist dann zurück, und ich bin draufgegangen – dann haben wir leider geklammert“, so ein hadernder Cinkara über den Moment, als er Opetaia anklingelte.
„Ab der dritten, vierten Runde waren meine Beine nicht mehr wirklich da – warum auch immer. Erst dachte ich wegen des Drucks, aber irgendwann muss der Motor doch wieder laufen?“
Bakterielle Erkrankung im Vorfeld erschwerte den Kampf
Cinkara gestand Boxen1 zudem, dass er leider in der Vorbereitung in der Türkei Antibiotika einnehmen musste: „In der Türkei war ich erkältet, nach drei Tagen war ich dann wieder fit. Als ich mir aber die Nase putzte, entzündete sich das bakteriell. Es ist so extrem geworden, dass mein halbes Gesicht geschwollen war. Dann war ich in der Klinik, da meinten sie, dass Antibiotika-Tabletten nichts bringen würden – da gaben sie mir vier Tage lang Antibiotika über Spritzen. Danach musste ich noch über 10 Tage Tabletten mit über 1000 Milligramm einnehmen. Das war genau in der letzten Sparringphase.“
Dennoch verwies Cinkara erneut darauf, dass er durchaus fit nach Australien kam und die Niederlage nicht darauf schieben möchte: „Die ganze Rederei sind wie Ausreden. Ich habe um die Weltmeisterschaft geboxt. Nach dem Kampf habe ich nochmals betont: Der Junge ist der Beste. Auch in diesem Zustand hätte ich die anderen Weltmeister geschlagen. Er ist sehr explosiv und stark.“
Cinkara bedankt sich für die große Anteilnahme – Treffen mit Opetaia geplant

Noch befindet sich Cinkara in Australien und möchte vor der Abreise nach Europa seinen Gegner Jai Opetaia persönlich treffen. Ein Treffen zwischen den beiden Kriegern ist bereits für morgen arrangiert. Auch Opetaia musste einiges einstecken und erlitt während des Kampfes einen Bruch der Augenhöhle.
Cinkara betonte abschließend, dass er große Dankbarkeit für die zahlreichen Mitteilungen verspüre, die ihn erreicht haben. Jede mitfühlende Nachricht habe ihn erfreut und tief berührt: „Ich habe mich sehr gefreut über die vielen Nachrichten aus Deutschland und der Türkei. Die Leute haben sich wirklich Sorgen gemacht, so viele haben für mich gebetet. Sie haben geschrieben, gefragt, meine Frau und Familie angerufen. Selbst der Trainer von Manny Pacquiao, Freddie Roach, hat mir geschrieben.“
All das habe ihn enorm gefreut.
„Ich danke wirklich allen, die für mich gebetet und an mich gedacht haben, die sich Sorgen gemacht und mir alles Gute gewünscht haben. Das hat mich wirklich sehr, sehr gefreut und glücklich gemacht. Ich bin sehr dankbar dafür“, so ein sichtlich aufgewühlter, aber dankbarer Cinkara.














