Huck-Gegner im Portrait: Das ist Oleksandr Usyk!

Huck-Gegner im Portrait: Das ist Oleksandr Usyk!

Foto: World Boxing Super Series
Foto: World Boxing Super Series

Am Samstag startet in der Berliner Max-Schmeling-Halle die „World Boxing Super Series“! Im Hauptkampf der Veranstaltung, erhält Marco Huck (40 Siege, 4 Niederlagen, 1 Unentschieden, 27 Ko’s) seine vielleicht letzte Chance wieder Weltmeister zu werden. Sein Gegner ist dabei der von vielen Experten hoch eingeschätzte Oleksandr Usyk (12 Siege, 0 Niederlagen, 10 Ko’s). Für viele Fachleute gilt der Ukrainer schon jetzt als großer Favorit dieses Tuniers. Doch wer ist der 30-jährige amtierende WBO-Champion im Cruisergewicht eigentlich? BOXEN1 analysiert die bisherige Laufbahn, sowie die boxerischen Stärken und Fähigkeiten des Oleksandr Usyk!

Nächster ukrainischer Sport-Held nach den Klitschkos

Oleksandr Usyk ist in der ehemaligen UdSSR (heutige Ukraine) am 17. Januar 1987 zur Welt gekommen. Als Jugendlicher begann er mit dem Boxsport. Schon nach kurzer Zeit war den damaligen Übungsleitern das Talent des Rechtsauslegers aufgefallen. Der technisch sehr versierte Usyk konnte als Mittel- und späterer Halbschwergewichtler, bei nationalen und internationalen Turnieren, als Amateur viele Erfahrungen sammeln und auch zu einigen Medaillen gelangen, ehe er 2008 zu seinem bisher größten Erfolg kam! Usyk, der zuvor als Schwergewichtler bei den Olympischen Spielen in Peking teilnahm, konnte bei den Europameisterschaften in Liverpool alle Kämpfe klar gewinnen und letztlich im Halbschwergewicht Europameister werden.

Von nun an ließ sich der Ukrainer von seiner Erfolgs-Story nicht mehr abbringen! Drei Jahre nach dem Gewinn des Europameistertitels holte er, nach Siegen gegen Elite-Boxer wie Terwel Pulev (Bruder von Kubrat Pulev) oder Artur Beterbiev, die Gold-Medaille im Schwergewicht bei den Weltmeisterschaften 2011. Im Jahr darauf, wurde er Olympiasieger! Schon zu dieser Zeit fanden Gespräche über eine mögliche Profi-Karriere statt. Doch Usyk entschied sich in dem Profi-Stall bei den Amateuren, der „World Series of Boxing“, mitzuwirken. Doch nachdem die erhofften Ansprüche und finanziellen Vorstellungen nicht erreicht wurden, startete Usyk im November 2013 seine neue Laufbahn, im „traditionellen“ Berufs-Boxsport.

Nach nur neun Profi-Fights, die er allesamt vorzeitig gewann, boxte Usyk im September 2016 erstmals um die Weltmeisterschaft im Cruisergewicht. Sein Gegner war dabei der WBO-Champion Krzysztof Glowacki. Der Titelverteidiger war bis dato in 26 Kämpfen ungeschlagen und holte sich einige Monate zuvor, die WM-Krone durch einen TKO-Sieg gegen Marco Huck. Das Duell gegen Glowacki fand in dessen Heimatland Polen statt. Nicht wenige Experten meinten im Vorfeld, dass diese erste Titel-Chance etwas zu früh für den noch unerfahrenen Profi Usyk kommt. Doch weit gefehlt! Usyk bewies seine boxerische Extraklasse und bezwang den Polen eindeutig nach Punkten und wurde somit neuer Weltmeister.

Nach dieser eindrucksvollen Vorstellung, schienen auch die letzten Stimmen von Usyk’s Kritikern zu verstummen. In der Folgezeit verteidigte der WBO-Champion seine WM-Krone zweimal erfolgreich in den USA. Sowohl Thabiso Mchunu als auch Michael Hunter, hatten gegen den Titelverteidiger nicht den Hauch einer Chance. Mit diesen beiden Auftritten reagierte man auch in den Vereinigten Staaten mit Bewunderung auf die boxerische Präsenz des Oleksandr Usyk. Der Ukrainer gilt zusammen mit Vasyl Lomachenko, als neue Box-Repräsentanten der Ukraine und sind damit würdige Nachfolger der Klitschkos. Doch was macht Usyk so einzigartig und gefährlich?

Usyk hat aufgrund seiner Körpergröße von 1,91 Meter, gegenüber vielen Kontrahenten Reichweitenvorteile. Hinzu kommt seine Rechtsauslage, mit der viele Boxer arge Probleme haben, sich darauf einzustellen. Des Weiteren ist Usyk ein ausgezeichneter Konterboxer, der die Aktionen des Gegners schon im Ansatz erkennt und unmittelbar daraufhin mit guten Treffern antwortet! Usyk ist stets in einer physisch bemerkenswerten Form und versteht es, seinem Gegenüber in so gut wie jeder Schlagdistanz im Vorteil zu sein. Die Meidbewegungen und Reflexe, die bei der aktuell unumstrittenen Nummer 1 im Cruisergewicht zu beobachten sind, sind außergewöhnlich und nicht zu erlernen! Es ist also schon durchaus nachzuvollziehen, dass man Oleksandr Usyk die Favoritenrolle in diesem Turnier bescheinigt!

Interessant wird es dennoch sein, wie Usyk reagiert, wenn er voll getroffen wird. Aus deutscher Sicht ist es Marco Huck nur zu wünschen, dass ihm dies, am kommenden Samstag, des Öfteren gelingen wird!

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