HSV-Star Lewis Holtby schlägt bei ECB zu!

Cuxhaven-Kampftag (31. 10.) sieht er im TV

Ein Bericht von Wolfgang Weggen

Nanu, wie kommt denn das Bundesliga-Ass zu den Boxern? Einfache Antwort: Der neue HSV-Star Lewis Holtby wollte sich mal die Trainingsarbeit im EC-Gym von Erol Ceylan in der Hamburger Eiffestraße anschauen…

Aber: Der Super-Kicker kam natürlich nicht einfach so allein da reingeschneit. Ein berühmter Box-Manager begleitete ihn. Sein Onkel, nämlich. Und der heißt Peter Hanraths, allen Box-Fans seit Jahrzehnten bestens bekannt. „Natürlich haben wir uns sehr über den Überraschungsbesuch gefreut“, so Ceylan. „Vor allem deshalb, weil Lewis und die Boxer sofort auf einer Wellenlänge waren“.

Tatsächlich kam der 24-Jährige bei den harten Jungs gut an. „Ein sympathische Bursche“, so Schwergewichtler Christian Hammer, der am 31. Oktober in Cuxhaven den Hauptkampf der EC-Veranstaltung bestreitet. „Er hat schnelle Bewegungen, ein gutes Auge, ist sehr beweglich im Oberkörper“. Und Trainer Oktay Urkal lobt: „Der Junge kommt voll sympathisch rüber. Er ist als Fußballer schon ein richtiger Star, aber er lässt das überhaupt nicht raushängen“.

Ob er auch das Herz eines Boxers hat, das wollte Holtby jedoch (noch) nicht austesten. Also kein leichtes Sparring, für das sich Adrian Granat sofort anbot. Der Schwede: „Er darf zuschlagen, ich verteidige nur“. Holtby (1,76 m) verzichtete, wohlwissend, dass er gegen den 2,02-Meter-Riesen (109 Kilo) nur schlecht aussehen kann. „Nee, da reicht es mir doch erst einmal, dass ich ein wenig gegen den Sandsack geschlagen habe. Lieber schaue mir das Sparring der EC-Asse nur an“.

Tatsächlich legte der 23-Jährige aus Malmö dann auch gleich richtig los. Kein Wunder, denn in Cuxhaven bekommt Adrian es mit Danny Williams zu tun. „Ach, der Brixton-Bomber ist doch ein alter Mann“, werden viele sogenannte Box-Experten jetzt sagen. „Da gibt es für die neue EC-Granate doch wenig zu schlagen“. Erol Ceylan sieht das allerdings ein wenig anders. „Da ist doch erst einmal  die Psyche, denn dieser Mann ist zwar schon 41 Jahre alt, aber er hat Mike Tyson besiegt und mit Vitali Klitschko um den WM-Titel gekämpft. Danny bringt die Erfahrung aus 70 Profikämpfen mit, das alles muss man als Neuprofi erst einmal akzeptieren und verdauen. Dass ich davon ausgehe, dass Adrian gewinnt, obwohl er erst fünf Kämpfe bestritten hat, das ist eine ganz andere Sache, aber wir wollen doch keine böse Überraschung erleben“.

Wie der clevere Lewis Holtby, der nicht gleich den starken Mann spielen wollte. „Aber ich werde bald wieder einmal vorbeischauen, mit Sportzeug natürlich, und dann eine ganze Einheit lang mittrainieren. Auch ein wenig Sparring ist drin“. Gern würde er auch in Cuxhaven am Ring sitzen, aber das lässt sich wohl nicht mit seinem Terminplan beim HSV vereinbaren: „Aber ich werde hoffentlich die Zeit haben, mir die Kämpfe live bei Eurosport anschauen können“.