„Heimlicher Hauptkampf“ in Hamburg

Adrian Granat, Erol Ceylan und Michael Sprott / Foto: EC Boxing
Adrian Granat, Erol Ceylan und Michael Sprott / Foto: EC Boxing

Adrian Granat vor Härtetest gegen Michael Sprott

Wenn Jack Culcay morgen (Samstag, 5. Dezember) seinen WBA-Interims-WM-Titel im Halbmittelgewicht gegen Dennis Hogan verteidigen will (ab 23:55 Uhr live in Sat.1), hat der beste Kampf des Abends wahrscheinlich schon stattgefunden. Denn die meisten Fans und Experten sind sich einig: Das Schwergewichts-Duell zwischen den ungeschlagenen schwedischen Talent Adrian Granat und dem zähen Briten Michael Sprott gilt als „heimlicher Hauptkampf“ der großen Box-Gala in der Inselparkhalle in Hamburg-Wilhelmsburg.

Adrian Granat und Michael Sprott / Foto: EC Boxing
Adrian Granat und Michael Sprott / Foto: EC Boxing

Bei dem „Generationen-Duell“ steht vor allem für den jungen Schweden viel auf dem Spiel. Der 24-jährige Granat ist bislang ungeschlagen (9 Kämpfe, 9 Siege, 8 davon durch KO), bekommt nun aber den mit Abstand stärksten Gegner seiner Karriere vor die Fäuste. Denn Michael Sprott gilt trotz seiner inzwischen 40 Jahre und zuletzt zwei vorzeitiger Niederlagen in Folge (TKO gegen Olympiasieger Anthony Joshua im November 2014 und KO gegen Carlos Takam im Juni 2015) nach wie vor als „Gatekeeper“ in der Königsklasse und potenzieller Stolperstein für aufstrebende Talente. Vor drei Jahren bekam dies unter anderem Edmund Gerber zu spüren, der damals bei Sauerland unter Vertrag stand und als einer der großen deutschen Hoffnungsträger im Schwergewicht galt. Doch nach einer umstrittenen Abbruch-Niederlage im September 2012 forderte Sprott ein Rematch, dass er im Dezember 2012 knapp, aber verdient nach Punkten für sich entschied.

Michael Sprott / Foto: EC Boxing
Michael Sprott / Foto: EC Boxing

„Michael Sprott ist ein sehr gefährlicher Mann, der harte Hände schlägt und natürlich vor allem eine wahnsinnige Erfahrung hat“, weiß Granats Promoter Erol Ceylan. „Er gehört seit 15 Jahren zur Weltspitze, hat zwar nie den Sprung nach ganz oben geschafft, aber mit allem, was Rang und Namen hat, im Ring gestanden. Dass er trotz seiner 40 Jahre noch lange nicht zum Alten Eisen gehört, bewies er 2013 mit seinem Sieg im renommierten ‚Prizefighter‘ Turnier in England. Das wird eine richtig schwierige Aufgabe für Adrian. Aber er hat sich sehr gut vorbereitet, deswegen gehen wir selbstbewusst in den Kampf.“

Adrian Granat / Foto: EC Boxing
Adrian Granat / Foto: EC Boxing

Wie eng es für Granat werden könnte, beweist ein Blick auf ein neues Hilfsmittel der bekannten Online-Plattform boxrec, die bei vielen als „unabhängige Weltrangliste“ gilt. Seit ein paar Wochen kann man unter boxrec.com/predictordie Wahrscheinlichkeit für Kampfausgänge errechnen, die auf dem komplexen Zahlenwerk der boxrec-Ranglisten basieren. Der Kampf zwischen Granat und Sprott wird dort als „50/50“ angegeben. Soll heißen: Der Computer kann keinen Favoriten ausmachen.

Zum Vergleich: Interims-Weltmeister Jack Culcay wird vom „Predictor“ als 80-20-Favorit auf die Titelverteidigung gegen Dennis Hogan errechnet. Insofern könnte Granat vs. Sprott wirklich der „heimliche Hauptkampf“ des Abend werden.

Quelle (Text/Fotos): EC Boxing

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