
Während Spekulationen über einen Mega-Fight unter freiem Himmel kursieren, bestätigt Usyks Team konkrete Gespräche mit Dana White.
Usyk zu Zuffa? Gespräche mit Dana White bestätigt
Der ukrainische Schwergewichtsstar Oleksandr Usyk steht sportlich wie strategisch an einem entscheidenden Punkt seiner Karriere. Nachdem er zuletzt auf den WBO-Titel verzichtet hatte, um einem Pflichtkampf gegen Fabio Wardley aus dem Weg zu gehen, hält Usyk weiterhin drei der vier bedeutenden WM-Gürtel im Schwergewicht. Gleichzeitig verdichten sich die Anzeichen, dass hinter den Kulissen an neuen, möglicherweise wegweisenden Projekten gearbeitet wird.
Während zuletzt Berichte aus San Francisco über einen möglichen Kampf am 11. Juli unter dem Banner von iVisit Boxing kursierten, bei denen teils bereits über Zuschauerzahlen spekuliert wurde, ist vertraglich bislang nichts fixiert. Dafür bestätigte nun Sergey Lapin, Teammanager aus Usyks Umfeld, einen anderen, deutlich brisanteren Aspekt: Es gibt konkrete Gespräche mit Dana White und dessen neuem Boxprojekt Zuffa Boxing!

„Es gibt einen Dialog, und es besteht gegenseitiges Interesse“, erklärte Lapin gegenüber talkSPORT Bet. Konkrete Zahlen, Termine oder Vertragsdetails seien allerdings noch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. „Einige Türen stehen offen. Wenn Format, Zahlen und Timing zusammenpassen, könnte der Markt eine Bewegung sehen, die niemand erwartet.“
Dana Whites Erfolgsbilanz mit der UFC ist unbestritten. Er formte Mixed Martial Arts von einer Nischensportart zu einem globalen Produkt mit klaren Strukturen, festen Abläufen und internationaler Vermarktung. Genau dieses Modell hat es im Boxen bislang nie gegeben. White ist sich dessen bewusst, ebenso wie Usyks Team: „Jeder hat gesehen, was Dana White aufgebaut hat. Er hat MMA zu einer weltweiten Marke gemacht“, so Lapin. Parallel bestätigte er, dass es weiterhin Gespräche über mögliche Gegner gebe, unter anderem auch mit Deontay Wilder. „Es gibt keine finalen Entscheidungen und nichts ist unterschrieben. Wir gehen ruhig und professionell vor. Wenn alles geklärt ist, wird es offiziell bekannt gegeben.“
Deontay Wilder bleibt trotz sportlicher Rückschläge ein Thema. Drei Niederlagen aus den letzten fünf Kämpfen und sichtbare Defizite in Defensive und Ausdauer haben Spuren hinterlassen. Seine Schlagkraft ist weiterhin gefürchtet, seine Beweglichkeit hingegen nicht mehr auf Topniveau. Ein Fight gegen Usyk wäre vermarktbar, sportlich jedoch nur bedingt reizvoll.
Interessant ist daher ein weiterer Name, den Lapin selbst ins Spiel brachte: Agit Kabayel. „Im heutigen Schwergewicht gibt es keine sicheren Gegner“, sagte Lapin. „Kabayel ist definitiv eine Option. Wir sehen, wie stark der deutsche Markt ist und welche Stadien dort gefüllt werden können. Stilistisch kann er sehr unangenehm sein.“
Der Anspruch ist klar formuliert: Es sollen nur Kämpfe infrage kommen, die ein echtes Event darstellen. „Wir prüfen nur die größten und logischsten Optionen“, betont Lapin. Die Shortlist verändere sich ständig, abhängig von Titelsituationen, Terminen und TV-Strukturen.
Zuffa Boxing startet offiziell bereits in dieser Woche mit einem Event in Las Vegas, bei dem Callum Walsh auf Carlos Ocampo trifft. Der bisher prominenteste Name im Stall ist Cruisergewichts-Weltmeister Jai Opetaia. Fest steht: Oleksandr Usyk ist der begehrteste Mann im Schwergewicht. Ob sein nächster Kampf unter dem Banner von Zuffa Boxing, iVisit Boxing oder bei einem anderen Promoter stattfindet, bleibt offen. Die kommenden Wochen dürften richtungsweisend sein. Ein Einstieg von Usyk würde das gesamte Projekt jedoch auf ein neues Level heben.














