Gala-Vorstellung! Jono Carroll verprügelt Scott Quigg

Foto: Richard Sellers/PA Images

Der toughe Ex-Weltmeister Scott Quigg (35-3-2, 26 KOs) hatte gegen den starken Iren Jono Carroll (18-1-1, 4 KOs) keinen Auftrag und musste hart einstecken.

Carroll in allen Belangen überlegen

Bereits im Dezember sollten die Super-Federgewichtler Scott Quigg und Jono Carroll im Rahmen des WM-Rematches zwischen Andy Ruiz und Anthony Joshua in Saudi-Arabien aufeinander treffen. Eine Verletzung Quiggs verhinderte dies, sodass man nun einen angemesseneren Austragungsort für den Kampf nutzen konnten. In der Manchester Arena führten die beiden die Fight Night von Matchroom an. Das im Vorfeld als 50/50-Duell deklarierte Gefecht entpuppte sich als äußerst einseitige Angelegenheit.

Nicht lange nachdem der erste Ringgong ertönte, zeichnete sich schon ab, was sich durch den ganzen Kampf ziehen würde. Carroll, der aus der Rechtsauslage boxte, wirkte um einiges frischer, beweglicher und vor allem handlungsschneller. Der einst im Super-Bantamgewicht sehr erfolgreiche Quigg hatte nun im Super-Federgewicht zudem körperlich keinerlei Vorteile mehr. Dies war in seinen Zeiten als Weltmeister immer sein größter Trumpf gewesen. 

Carroll glänzte mit effizienten Side-Steps, durch die er Quigg planlos umherirren ließ, nur um dann mit pfeilschnellen Händen durch die Deckung des Briten hindurch zu schlagen. Schon früh sah der Ex-Champion schwer gezeichnet aus. Carroll behielt selbst dann die Übersicht, wenn Quigg ihn mal an den Seilen stellen konnte. Zu langsam, kraftlos und telegraphiert dessen Aktionen. Je mehr Zeit verging, desto mehr musste man sich um die Gesundheit Quiggs sorgen. Einzig die fehlende Schlagkraft Carrolls zog diesen Kampf in die Länge.

Quigg steckt nur noch ein

Im achten Durchgang wurde es dann langsam hässlich. Zwar brachte Quigg auch mal eine ordentliche Attacke ins Ziel, fing sich dann aber einen heftigen rechten Haken, der ihn sichtlich ins Wanken brachte. Der Ringgong kam zur rechten Zeit. Nun mussten man hoffen, dass zumindest Trainer Joe Gallagher genug gesehen hatte und seinen Schützling aus dem Kampf nehmen würde. Dieser schickte Quigg aber noch einige weitere Runden wieder raus.

In der elften Runde war dann jedoch Schluss. Eine von Carrolls Händen hatte nun entscheidend Wirkung hinterlassen. Quigg taumelte in die Seile und wurde dort mit gezielten Aktionen weiter bearbeitet. Man konnte erleichtert sein, als endlich das Handtuch geflogen kam, welches den tapferen Mann aus Bury vor Schlimmerem bewahrte. 

Dieser Sieg hat Jono Carroll wieder zurück in die oberen Bereiche der Gewichtsklasse geführt. Für Scott Quigg hingegen rückt ein Karriereende näher. 

 

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