Frank Warren: „Sieg Wardleys über Usyk wäre der größte Sieg überhaupt“

Fabio Wardley

Promoter Frank Warren ist überzeugt: Sollte Fabio Wardley den unbesiegten Schwergewichts-Weltmeister Oleksandr Usyk schlagen, wäre das der bedeutendste Triumph in der Geschichte des Boxens.

Kommt es zur „Cinderella-Story“ des britischen Schwergewichts

Wann immer ein britischer Boxer gegen eine Legende des Sports in den Ring steigt, wird unweigerlich die Frage gestellt, wo ein möglicher Sieg in der Rangliste der größten britischen Boxmomente stehen würde. Namen wie Randolph Turpin, der 1951 den legendären Sugar Ray Robinson bezwang oder Lloyd Honeyghan, der den unumstrittenen Weltergewichts-Champion Donald Curry sensationell stoppte, gelten dabei als historische Maßstäbe.

Doch laut Promoter Frank Warren würde ein Erfolg von Fabio Wardley gegen den aktuellen Undisputed Schwergewichts-Champion Oleksandr Usyk alles bisher Dagewesene übertreffen.

„Wenn er das schafft, wäre es – weltweit gesehen – das Größte überhaupt“, sagte Warren im Gespräch mit The Ring. „Nicht nur im britischen, sondern im gesamten Boxsport. Keine Amateur-Erfahrung, nur ein paar White-Collar-Fights gegen No-Names und dann steht er nach 21 Profikämpfen als Pflichtherausforderer von Usyk da. Wenn Usyk nicht gegen ihn kämpft, wird Wardley zum Champion erklärt. Das ist wie ein Märchen. Er hat alles im Ring gelernt und sich als Außenseiter durch jede Herausforderung gekämpft.“

Fabio Wardley: Vom White-Collar-Boxer zum WM-Herausforderer

Der WBA- und WBO-Interimsweltmeister Fabio Wardley (20-0-1, 19 KOs) ist für viele Fans ein echtes Identifikationsobjekt. Er begann erst mit 20 Jahren zu boxen, ursprünglich als Freizeitkämpfer bei Charity-Events und arbeitete sich Schritt für Schritt an die Weltspitze.

„Ich sehe ihn oft mit den Leuten reden. Er ist beliebt, hat keine Entourage, redet einfach normal. Ein wirklich sympathischer Kerl – und ein echter Krieger“, so Warren weiter. „Er hat ein gutes Herz und, was viele vergessen: ein starkes Kinn. Gegen Parker hat er harte Treffer genommen.“

Für Warren ist klar: Ein Kampf zwischen Wardley und Usyk wäre ein echtes „Crossover-Event“, das auch außerhalb der Boxszene Beachtung finden würde. Sollte der Ukrainer den Fight ablehnen, sieht Warren bereits viele Alternativen: „Dann wird er zum Champion erklärt und kann gegen jeden der anderen Top-Leute boxen: Daniel Dubois, Joseph Parker, wer auch immer. Ein Rematch mit Parker würde ich sofort wieder anschauen.“

Wardleys rasante Entwicklung sorgt in der Szene für Erstaunen. Viele Experten fragen sich, was er erreicht hätte, wenn er bereits zehn Jahre früher mit dem Boxen begonnen hätte. Unter der Leitung von Rob Hodgins und dem Team des Ben Davison Performance Centre hat der Ipswicher seine Technik stetig verfeinert. Was ihn jedoch besonders gefährlich macht, ist seine unorthodoxe Art zu boxen und seine Bereitschaft, im Ring Risiken einzugehen.

„Er lernt ständig“, lobte Warren. „Viele Gegner erwarten die Schläge aus anderen Winkeln. Er boxt nicht nach Schema F. Gegen Parker hätte ich mir manchmal etwas mehr Präzision beim Nachsetzen gewünscht, aber das kommt noch.“ Sollte er tatsächlich das Unmögliche schaffen und Oleksandr Usyk besiegen, wäre das laut Frank Warren „die größte Sensation, die der Boxsport je gesehen hat“.

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