Felix Sturm vs. Robert Stieglitz

Vorbericht zum großen Kampfabend am kommenden Samstag in Stuttgart

Ein Bericht unserer Redakteurin Sandy Spiess

Es ist kein Titelkampf, dennoch hat auf diesen Kampf ganz Deutschland gewartet. Ein mit Spannung erwartetes Deutsch-Deutsch-Duell. Die beiden Ex-Weltmeister  Felix Sturm (35/Köln) und Robert Stieglitz (33/Magdeburg) treffen sich zum großen Showdown am Samstag in Stuttgart im Ring. Sat1 ran Boxen überträgt live am Samstag, 8. November 2014 ab 22:30. Auch im kostenlosen Livestream auf ran.de.

Hard way back – beide Ex-Champs möchten wieder nach Oben

Beide Boxer möchten sich nach Verlust ihres WM-Titels an der Weltspitze zurück melden. Sie sind Hungrig und mächtig unter Druck. Wer wird Deutschlands „Superboxer“? Der Gewinner dieses Fights empfiehlt sich außerdem für weitere, höhere Aufgaben in Richtung Titelkampf. Ebenfalls steht WBO-Supermittel-Champion Arthur Abraham (34) als Titelverteidiger in den Startlöchern.  Der Sieger  – Sturm oder Stieglitz – wird zum Pflichtherausforderer für Abraham.

Kontrahenten-Check vor dem Fight / Die Fakten:

Felix Sturm: 46 Kämpfe, davon 39 Siege (18 K.O.), 4 Niederlagen (1 K.O.),                                               Unentschiede, K.O.-Quote: 39.13%

Robert Stieglitz: 51 Kämpfe, davon 47 Siege (27 K.O.), 4 Niederlagen (2 K.O.)                                               K.O.-Quote:  52.94 %

Gewichtsklassenwechsel

Da Sturm eigentlich im Mittelgewicht (72,5 Kilo) kämpft, Stieglitz im eine Klasse höheren Supermittelgewicht (76,2), einigte man sich auf sogenanntes Catch-Weight (75,5 Kilo).

Für Sturm ist diese Regelung von Vorteil, er muss weniger „Gewicht machen“ und „runter kochen“ – was extrem Kraft kostet.

Trainerwechsel von Felix Sturm

Nach jahrelanger Zusammenarbeit mit Trainerlegende Fritz Sdunek trennte sich Felix Sturm von ihm. Sein neuer Trainer Magomed Schaburow (44). Er trainiert bereits seit langer Zeit die anderen Boxer und Boxerin (z.B. Maurice Weber, Konni Konrad, Alex Born, Susi Kentikian…) vom Team der Sturm-Boxpromotion. Er ist somit kein Unbekannter und sowieso ständig im Gym präsent. So hat Felix auch mehr Trainingsmöglichkeiten bei seinem neuen Trainer. Ex-Trainer Fritz Sdunek musste bisher extra für die Trainingseinheiten mit Sturm lange und öfters extra anreisen.

Robert Stieglitz dagegen arbeitet schon lange mit seinem Trainer Dirk Dzemski. Beide sind ein eingespieltes Team.

Verbaler Schlagabtausch vor den Kampf

Robert Stieglitz (SES-Boxing, Magdeburg): „Wenn sich Sturm auf einen Schlagabtausch einlässt, dann ist das für ihn der Tod.“ Außerdem: „Bei seinen letzen Kämpfen war er nicht so gut drauf.“

Trainer Dirk Dzemski (SES-Boxing, Magdeburg): „Roberts Nehmerfähigkeiten sind größer, er schlägt häufiger als Sturm.“

Felix Sturm (Sturm Boxpromotion): „Ich habe Respekt vor Robert, aber er ist limitiert. Das hat man gesehen in seinen letzten Kämpfen. Gegen Abraham war er am Boden.“

Wenn man im Ring ist hat sich das ganze Gerede erledigt. Dann zählt nur die Leistung im Ring.“

Felix Sturm sieht zudem mit Vorfreude auf den Abend: „Das wird ein Kampf, über den noch sehr lange gesprochen werden wird. Wir sind beide offensive Boxer, die im Ring immer im Vorwärtsgang kämpfen. Das wird schwierig, aber ich bin sehr, sehr gut vorbereitet.“

Unabhängig davon, wer den Kampf für sich entscheiden wird: „Ganz Deutschland kann sich auf einen Festtag freuen. Das wird ein Duell der Extraklasse“, sagt Sturms Manager Manfred Meier.

Stimmen vorab zum Superfight:

Unsere Gruppenmitglieder der „Boxen1- das deutsche Boxsportportal“-Gruppe hat zum Stichtag vor dem Kampf abgestimmt. Das Ergebnis / die Prognosen unserer Leser lauten (Stichtag ist der Vortag zum Superfight, der heutige 7. November, 09:00 Uhr):

– Felix Sturm gewinnt nach Punkten:             87 Stimmen

– Robert Stieglitz gewinnt nach Punkten:     82 Stimmen

– Robert Stieglitz gewinnt durch k.o.             23 Stimmen

– Felix Sturm gewinnt durch k.o.:                      9 Stimmen

– Der Kampf endet unentschieden:                  5 Stimmen

Ulli Wegner (trainiert u.a. Arthur Abraham der herausgefordert werden soll) vorab zum Superfight:

„Fakt ist, dass Felix Sturm für mich der Favorit ist. Aber Stieglitz würde ich nicht unterschätzen. Es wird ein spannender Kampf. Vorteile sehe ich im Moment bei Sturm. Also wenn ich das immer höre mit dem Gewichtsklassenwechsel. Ich habe schon Sportler gehabt, die sind vom Fliegengewicht ins Mittelgewicht rein gegangen. Das ist nicht das Problem. Die sind von ihrem Leistungsvolumen so aufgepusht, dass ein Wechsel von ein oder zwei Gewichtsklassen mitunter gar nichts ausmacht. Eigentlich ist es für mich und Arthur Abraham egal wer gewinnt. Reizvoller wäre natürlich Sturm. Alles andere haben wir ja schon gehabt (Abraham vs. Stieglitz I bis III).“

Kurzfristige Änderungen der Fight-Card für Samstag:

Weltmeisterin Ramona Kühne und WBO-Europameister Francesco Pianeta müssen ihre Titelverteidigungen in Stuttgart absagen

„Team Deutschland“ Boxer Tom Pahlmann und Domenic von Chrzanowski springen für ihre SES-Kollegen ein

Cruisergewichtler Dennis Ronert aus dem „Team Deutschland“ steigt gegen den Ungarn Laszlo Hubert um die Int. Deutsche Meisterschaft in den Ring

SES Boxing musste kurzfristig handeln und schickt nun seine „Junge Garde“ des „Team Deutschland“ in den Ring. Für die dreifache Weltmeisterin im Super-Federgewicht Ramona Kühne und für den WBO-Europameister im Schwergewicht Francesco Pianeta kam es „knüppeldick“. Beide wollten ihre Titel im Rahmen des „ran Superfights“ von Robert Stieglitz gegen Felix Sturm am Samstag, den 8. November (live in SAT.1 ab 22.30 Uhr) in der Stuttgarter Porsche-Arena verteidigen und müssen nun ihre Kämpfe krankheits- und Verletzungsbedingt kurzfristig absagen.

Nun springen die „Team Deutschland“-Fighter Tom Pahlmann und Domenic von Chrzanowski kurzfristig ein. Tom Pahlmann (5-0-0 (2)) aus Greifswald wird im Cruisergewicht gegen den Tschechen Jindrich Velecky (19-29-0 (18)) in einen Kampf über sechs Runden antreten und will auch seinen sechsten Profikampf siegreich bestreiten. Für den ungeschlagenen Berliner Mittelgewichtler Domenic von Chrzanowski (14-0-1 (7)) ist sein Kampf in Stuttgart das Debüt unter SES-Flagge für das „Team Deutschland“. Er trifft auf den Slowaken Miroslav Kvocka (9-40-1 (3)).

SES-Cruisergewichtler Dennis Ronert steigt gegen den Ungarn Laszlo Hubert um die Int. Deutsche Meisterschaft in den Ring

Dennis Ronert aus Koblenz hingegen will in einem 10-Runden Kampf um die Internationale Deutsche Meisterschaft im Cruisergewicht gegen den erfahrenen Ungarn Laszlo Hubert (39-14-0 (27)) seine besonderen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Der 22-jährige IBF-Juniorenweltmeister setzt in diesem Kampf seinen Junioren-WM-Titel nicht aufs Spiel, muss aber gegen den Mann aus Budapest mit der hohen K.o.-Quote „auf der Hut“ sein. Schließlich will sich der ungeschlagene „Team Deutschland“-Fighter Dennis Ronert (21-0-0 (14)) für den Weg in den Seniorenbereich rüsten, den 22. Sieg einfahren und so seinem Kampfnamen „Bomber vom Rhein“ alle Ehre machen.

Wir wünschen unseren Boxen1-Lesern und Leserinnen einen spannenden Boxabend.

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