
35 Jahre im Ring: „Das sind eigentlich zwei Karrieren“
„Es tut im Herzen weh“, sagt Sturm offen im Podcast „Die Deutschen“. „Boxen war mein ganzes Leben. Ich habe mit zwölf Jahren angefangen und bin heute 47. Das sind 35 Jahre voller Training, Wettkämpfe, Höhen und Tiefen. Irgendwann kommt der Moment, an dem man ehrlich zu sich selbst sein muss.“
Während viele Sportler ihre Karriere beenden müssen, weil der Körper sie dazu zwingt, möchte Sturm selbst bestimmen, wann Schluss ist. „Ich verabschiede mich vom Boxen, nicht das Boxen von mir. Das war mir wichtig. Ich wollte nie erleben, dass andere irgendwann entscheiden, dass es vorbei ist. Diese Entscheidung wollte ich selbst treffen. Natürlich könnte ich wahrscheinlich noch kämpfen. Aber irgendwann geht es nicht mehr darum, ob man es noch kann, sondern ob man den richtigen Zeitpunkt erkennt. Den habe ich für mich gefunden.“
Wenn „The Fighter“ Sturm auf seine Laufbahn zurückblickt, wird ihm selbst bewusst, wie außergewöhnlich diese gewesen ist. Von den ersten Amateurkämpfen über den Olympiastart bis zu Weltmeisterschaften in mehreren Gewichtsklassen, Millionenpublikum im Fernsehen und legendären Duellen gegen internationale Weltklasseboxer, wie etwa Oscar De La Hoya – kaum ein deutscher Boxer hat den Sport über einen so langen Zeitraum geprägt.
„35 Jahre sind eigentlich zwei Karrieren. Ich durfte unglaublich viel erleben. Ich durfte gegen die Besten der Welt boxen, Weltmeister werden und meinen Traum leben. Dafür bin ich unendlich dankbar.“ Dass sein letzter Kampf ausgerechnet in Deutschland stattfindet, empfindet Sturm als besonderes Geschenk. „Meine größten Erfolge habe ich mit den deutschen Fans gefeiert. Deshalb wollte ich mich auch hier verabschieden. Dort, wo mich die Menschen über Jahrzehnte begleitet haben.“
Obwohl die Entscheidung bewusst gefallen ist, macht Sturm kein Geheimnis daraus, wie schwer ihm dieser Schritt fällt. „Es wird Momente geben, in denen ich das vermissen werde. Das Adrenalin, die Atmosphäre, den Weg in die Kabine, den Ringwalk, den ersten Gong. Das kann dir nichts anderes ersetzen.“
Gerade diese Ehrlichkeit unterscheidet seinen Abschied von vielen anderen. Im Podcast spricht er spricht nicht davon, dem Boxen den Rücken zu kehren. Vielmehr beschreibt er den letzten Kampf als einen bewussten Übergang in einen neuen Lebensabschnitt. „Der Boxsport wird immer ein Teil meines Lebens bleiben. Aber irgendwann beginnt ein neuer Abschnitt. Darauf freue ich mich genauso.“
Familie rückt stärker in den Mittelpunkt: „Die Familie wird immer wichtiger. Früher habe ich vieles verpasst, weil der Sport immer an erster Stelle stand“
Mit zunehmendem Alter hätten sich auch die Prioritäten verändert, erzählt Sturm. Früher habe sich nahezu alles dem Sport untergeordnet. Trainingslager, Reisen, Gewichtmachen und Wettkämpfe bestimmten den Alltag. Heute sehe er vieles aus einer anderen Perspektive: „Die Familie wird immer wichtiger. Früher habe ich vieles verpasst, weil der Sport immer an erster Stelle stand. Jetzt möchte ich mehr Zeit mit den Menschen verbringen, die mich mein ganzes Leben unterstützt haben.“
Gerade diese Erkenntnis habe seine Entscheidung zusätzlich bestärkt. „Es gibt einen richtigen Zeitpunkt für alles. Und ich glaube, dass dieser Zeitpunkt jetzt gekommen ist.“

Wenn in der Porsche-Arena schließlich der erste Gong ertönt, wird es deshalb um weit mehr gehen als um Sieg oder Niederlage. Es wird der letzte Ringauftritt eines Boxers, der über Jahrzehnte den deutschen Profiboxsport geprägt hat und der seinen Abschied genauso gestalten möchte, wie er seine Karriere geführt hat: selbstbestimmt.
Der Kampfabend wird in Deutschland exklusiv auf BILDplus, in Bosnien exklusiv auf FACE TV sowie im Rest der Welt live bei DAZN übertragen.
Wer diesen besonderen Abend live erleben möchte, sollte nicht mehr lange warten. Die Nachfrage ist groß, viele der Tickets sind bereits verkauft. Seien Sie dabei, wenn Boxgeschichte geschrieben wird und eine der größten Karrieren des deutschen Boxsports ihren emotionalen Schlusspunkt findet.
Tickets gibt es unter: https://www.easyticket.de/veranstaltung/felix-sturm-one-last-dance/105756
Text: Team Sturm















Ohne Roland Bebak wurdest du nicht