
Foto: Devad Handanovic
Hadribeaj gewinnt einen WBC-Final-Eliminator bei der großen WBC-Kampfnacht von Arena Box-Promotion in der Willy-Jürissen-Halle.
Am Samstag fand nicht nur ein großes Boxevent bei den Pyramiden von Gizeh statt, sondern parallel dazu auch ein sportlich hochspannender Abend in Oberhausen. Ahmet Öner und seine Arena Box-Promotion luden zum Kampfabend in die Willy-Jürissen-Halle ein. Auf dem Programm standen insgesamt fünf WBC-Titelkämpfe, wobei insbesondere der WBC-Final-Eliminator im Superweltergewicht von herausragender Bedeutung war.
Ursprünglich sollte der Kampf zwischen der Nummer eins der WBC, Bakary Samake (19-1), und der Nummer drei, Ermal Hadribeaj (23-0-1), in Paris stattfinden. Da die Veranstaltung kurzfristig abgesagt wurde, kam es zu einer Versteigerung der Austragungsrechte des Final Eliminators, die Ahmet Öner und Arena Box-Promotion mit einem Gebot von 339.817 US-Dollar gewannen. Kurz darauf stand fest, dass das Spitzenduell in Oberhausen stattfinden würde.
Ermal Hadribeaj boxt diszipliniert – trotz Cutverletzung

Foto: Devad Handanovic
Samake galt im Vorfeld durchaus als Favorit, wobei ihm auswärts dennoch ein schwieriger Kampf bevorstand. In Frankreich hatte er bereits einen gewissen Hype um seine Person entfacht, weshalb auch der Pay-TV-Sender RMC Sport die Veranstaltung live im Heimatland übertrug.
Der Kampf begann zunächst durchaus vielversprechend für Hadribeaj, der wie gewohnt ein hohes Schlagvolumen offenbarte. Samake zeigte zwar eine ansehnliche Beinarbeit und konnte mit dem Jab punkten, doch eine hohe Intensität war vom Franzosen zunächst noch nicht zu erkennen. Dies machte sich früh auch beim Open Scoring bemerkbar, wo nach vier Runden zwei Punktrichter Hadribeaj mit 39:37 vorne sahen.
Zwar lag Hadribeaj in Führung, doch der Weg war in der hitzigen Halle noch lang. Erschwerend kam hinzu, dass sich der Albaner in der vierten Runde einen Cut am Auge zuzog. Nicht die erste Verletzung dieser Art, da er bereits in der Vergangenheit eine gewisse Anfälligkeit hierfür gezeigt hatte. Dennoch bewies er Nervenstärke, ließ sich vom Cut nicht aus der Bahn werfen und verfolgte weiterhin diszipliniert seinen Gameplan. Samake hatte in der Mitte des Kampfes seine beste Phase und punktete mehrfach mit brachialen Körpertreffern, die Hadribeaj sichtbar zusetzten – doch dieser wollte nicht fallen.
Samake dreht hinten heraus noch einmal auf
Es entwickelte sich ein ausgeglichener Kampf, der auf die Zielgerade einbog. Die Punktrichter sahen das Duell nach acht Runden denkbar knapp. Einer wertete es mit 76:76 unentschieden, zwei weitere sahen Hadribeaj mit 77:75 vorne. Dadurch geriet Samake zunehmend unter Zugzwang und musste in den späteren Runden deutlich mehr investieren.
Es folgte eine intensive Druckphase des Franzosen, der Hadribeaj mit seinen Haken mehrfach in Bedrängnis brachte. Besonders in Runde neun landete Samake einen satten Uppercut, der Eindruck hinterließ.
An diesem Abend entpuppte sich Hadribeaj jedoch als starker Allrounder, der viel arbeitete, konditionell überzeugte und zugleich immer wieder geschickt den Aktionen von Samake mit seinem beweglichen Oberkörper auswich. Der Franzose konnte die elfte Runde nicht entscheidend für sich nutzen, sammelte jedoch nochmals alle Kräfte für ein großes Finish in der zwölften Runde. Von Hadribeaj kam offensiv kaum noch etwas, er bewegte sich viel im Rückwärtsgang und klammerte vermehrt, kam jedoch über die volle Distanz – was in dieser Phase sein oberstes Ziel war.
Einstimmiger Punktsieg für Hadribeaj
Ein spannender und technisch anspruchsvoller Kampf ging zu Ende und die große Frage lautete, wie die Punktrichter urteilen würden. Bereits anhand der Körpersprache der Boxer ließ sich jedoch etwas erahnen. Samake und sein Team wirkten wenig zuversichtlich, während bei Hadribeaj und seiner Ecke vorsichtiger Optimismus zu erkennen war.
Schließlich erhielt Hadribeaj den einstimmigen Punktsieg mit zweimal 115:113 sowie 116:112 zugesprochen. Ein womöglich etwas wohlwollendes Urteil, wobei von französischer Seite keine größeren Proteste zu vernehmen waren.
Rückblickend hätte sich Samake insbesondere in den frühen Runden aktiver präsentieren müssen – auch wenn sich solche Dinge im Nachhinein natürlich leichter sagen lassen. Die Niederlage wirft den Franzosen bei seinen Ambitionen zunächst etwas zurück, dürfte jedoch zugleich eine wichtige Erfahrung für seine weitere Entwicklung darstellen. Seine Anlagen, um künftig auf Weltklasseniveau mitzuhalten, sind weiterhin klar erkennbar.
Für Hadribeaj bedeutet der Sieg in Oberhausen nun den Status des Pflichtherausforderers für WBC-Weltmeister Sebastian Fundora – im wahrsten Sinne des Wortes eine riesige Aufgabe, zugleich aber auch eine äußerst reizvolle Gelegenheit.
„Ermal hat es diszipliniert und taktisch sehr klug gemacht. Er erinnert mich von seiner Art ein bisschen an Sven Ottke“, adelte Promoter Ahmet Öner seinen Schützling nach dem Sieg gegenüber Boxen1.
Badien Hasso gewinnt vorzeitig in der ersten Runde

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Der Lokalmatador Badien Hasso (23-0) stand an diesem Abend ebenfalls im Ring und wollte sich den vakanten WBC-International-Titel im Halbschwergewicht sichern. Sein mexikanischer Kontrahent Victor Vicente Correa Ramos (11-1) ist erst 19 Jahre jung und blickte auf einen wenig aussagekräftigen Kampfrekord, wobei er jeden seiner bisherigen Kämpfe in der Heimat vorzeitig gewonnen hatte.
Auf internationalem Parkett brachte ihm dies jedoch nur wenig ein. Ramos agierte äußerst vorsichtig und wurde gegen Ende der ersten Runde von Hasso hart zum Körper getroffen, woraufhin er sich prompt auszählen ließ. Sportlich betrachtet war es daher ein wenig aussagekräftiger Sieg.
„Man hätte einen stärkeren Gegner nehmen können“, gestand Öner gegenüber Boxen1 ein. Dennoch überwog für ihn das Positive: „Aber es war ein wichtiger Sieg. Es ist immer wichtig zu gewinnen.“
ROUND 1 STATEMENT 💥🥊
Badien Hasso makes short work of Victor Vicente Correa, getting it done in the opening round.
Your new WBC International Light Heavyweight Champion. pic.twitter.com/ChXgljixFP
— ProBox TV (@ProBox_TV) May 23, 2026
Mourad Aliev punktet Raphael Akpejiori einstimmig aus

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Im Schwergewicht war der französische Olympiateilnehmer Mourad Aliev (15-1) zu sehen. Der „White Wolf“ mit aserbaidschanischen Wurzeln boxte im vergangenen Jahr um die traditionsreiche EBU-Europameisterschaft, verlor jedoch wenig überzeugend nach Punkten. Anschließend hinterfragte man die Situation kritisch und nahm auch Veränderungen im Trainerteam vor. Nach einer intensiven Vorbereitung in Miami stand in Oberhausen nun ein Kampf um den WBC-International-Silver-Titel gegen den Nigerianer Raphael Akpejiori (19-3) an.
Akpejiori blickt auf eine Basketballkarriere in den USA zurück, entschied sich später jedoch erfolgreich für den Boxsport und kann mittlerweile auch einige Amateurkämpfe vorweisen. Bei den Profis präsentierte sich der Schützling von Trainer und Ex-Weltmeister Glen „Road Warrior“ Johnson als äußerst schlagstark. 18 seiner 19 Siege holte er vorzeitig.
Former light heavyweight world champion Glen Johnson (54-21-3) 🇯🇲 is present in Oberhausen, Germany.
#SamakeHadribeaj pic.twitter.com/402OJhyHXL
— Permante (@PermantexG) May 23, 2026
Die Kondition bleibt weiterhin fraglich
Im Kampf selbst war es jedoch Aliev, der insgesamt mehr überzeugte. Akpejiori verstand es trotz seiner Reichweitenvorteile von über zwei Metern nicht, diese effektiv auszuspielen. Stattdessen nahm er häufig die Ringmitte ein und suchte den Vorwärtsgang. Aliev zirkulierte um den Nigerianer herum und landete immer wieder klare Treffer, insbesondere mit dem Uppercut.
In der fünften Runde wankte Akpejiori bedenklich und wirkte stark angeschlagen, rettete sich jedoch über die Runde. Danach konnte Aliev allerdings nicht entscheidend nachsetzen, da erneut konditionelle Probleme sichtbar wurden. In der Schlussphase entwickelte sich der Kampf zunehmend zu einem unansehnlichen Ringen mit vielen Clinchs, bei dem beide Boxer zwischenzeitlich auch zu Boden gingen. Dies gipfelte schließlich in einem Punktabzug in der achten Runde für beide Protagonisten, da der Ringrichter sichtlich unzufrieden war.
Am Ende ging der Kampf über die volle Distanz und Aliev sicherte sich den verdienten einstimmigen Punktsieg mit 78:71, 78:72 und 78:73. Dennoch offenbarte der Auftritt erneut, dass er dringend an seiner Kondition arbeiten muss.
„Mourad hat sich in der Schlagkraft gesteigert. Das war ein Sieg, der ihn weitergebracht hat. Er muss jetzt an diese Leistung anknüpfen“, resümierte Öner nach dem Kampf.
Das nächste Duell für Aliev scheint bereits festzustehen:
„Er wird demnächst gegen Umut Camkiran boxen. Ein unbesiegter Schwergewichtler, ein starker Junge. Das wird nochmal ein ganz anderes Kaliber.“
Luis Vela bezwingt Oussama Kebdani

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Im Superleichtgewicht kam es zu einem spannenden Prospect-Duell um den WBC-International-Titel. Der erst 19-jährige Italien-Albaner Luis Vela (7-0) wusste bereits in seinen ersten Kämpfen zu überzeugen und wollte nun gegen den amtierenden Deutschen Meister (BDB), Oussama Kebdani (10-2), nachlegen. Kebdani hatte im vergangenen November mit einer starken Leistung bei der Deutschen Meisterschaft überzeugt und wollte nun auch international erfolgreich sein.
Der Kampf entwickelte sich jedoch früh gegen Kebdani. Zwar marschierte er mit seiner Doppeldeckung nach vorne und versuchte Druck aufzubauen, doch Vela präsentierte sich beweglich und war nur schwer zu treffen. Er war an diesem Abend der effektivere Mann, zeigte ein gutes Auge und nutzte die entstehenden Lücken konsequent aus.
In der vierten Runde musste Kebdani harte Körpertreffer nehmen und suchte anschließend vermehrt den Clinch. In der siebten Runde zog er sich zusätzlich einen Cut zu und wurde wenig später sogar angezählt, wobei der Niederschlag durchaus diskutabel erschien.
DOWN IN ROUND 7 💥🥊
Oussama Kebdani hits the canvas as Luis Vela turns up the pressure.
📺 Watch live now on ProBox TV
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Am Ende war es ein gebrauchter Abend für Kebdani, der einstimmig nach Punkten mit zweimal 80:71 und 80:72 verlor. Für Vela hingegen war es eine starke Performance, auf der sich aufbauen lässt.
Muhamet Qamili liefert starke Performance gegen Alessangel Mayora

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Beim großen WBC Grand Prix stürmte das Superfedergewicht Muhamet Qamili (18-1) im vergangenen Jahr bis ins Finale, musste sich dort jedoch nach Punkten geschlagen geben. Nun stand sein erster Kampf nach dem Turnier an und er wollte sich den vakanten WBC-International-Silver-Titel gegen den Venezolaner Alessangel Mayora (18-2) sichern.
Mayora begann den Kampf durchaus vielversprechend und beide Boxer präsentierten zunächst ansehnliches technisches Boxen. Nach einem guten Beginn des Venezolaners wurde Qamili jedoch zunehmend dominanter. Der Albaner variierte stark mit seinen Powerpunches zum Kopf und Körper. Dadurch wurde Mayora immer passiver und reagierte oftmals nur noch. Lediglich die letzte Durchschlagskraft ließ Qamili etwas vermissen, ansonsten war es eine starke und vielversprechende Vorstellung des Finalisten.
Schließlich ging auch dieser Kampf über die volle Distanz von acht Runden und Qamili erhielt den verdienten einstimmigen Punktsieg mit 80:72, 79:73 und 78:74 zugesprochen.
Die weiteren Resultate in Oberhausen – Ahmed Krnjic meldet sich erfolgreich zurück

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Ebenfalls bis ins Finale des WBC Grand Prix stürmte Ahmed Krnjic (8-1), musste dort letztlich jedoch eine Niederlage hinnehmen. Rund ein halbes Jahr später meldete sich Krnjic nun in Oberhausen zurück und erzielte mehrere Niederschläge im Schwergewichtskampf gegen Bojan Cestic (4-18), der sich schließlich in der zweiten Runde auszählen ließ.
Heavyweight Ahmed Krnjic (8-1) 🇧🇦 stopped Bojan Cestic (4-18) 🇧🇦 in the second round with multiple body shots in Oberhausen, Germany. 🇩🇪
#SamakeHadribeaj pic.twitter.com/wKKSV1AHhk
— Permante (@PermantexG) May 23, 2026
Das spannende kroatische Schwergewicht Luka Pratljacic (2-0) blickt auf eine fundierte Amateurlaufbahn zurück und möchte nun auch bei den Profis überzeugen. Sein Gegner in Oberhausen, der ungarische Profidebütant Peter Toth (0-1), erwies sich jedoch nicht als adäquater Prüfstein. Bereits nach der ersten Hand ließ sich Toth gekonnt auszählen.
Pro debutant Peter Toth (0-1) 🇭🇺 didn’t exactly shine and was knocked out almost instantly by Luka Pratljacic (2-0) 🇭🇷 in their heavyweight fight. He remained on the floor for several minutes in Oberhausen, Germany.
#SamakeHadribeaj pic.twitter.com/J7hUb0yHkg
— Permante (@PermantexG) May 23, 2026
Das griechische Schwergewicht Konstantinos Plateias (3-0) dominierte seinen Kampf gegen den 48-jährigen Venezolaner Yonny Molina (15-16-1) und zwang diesen nach der dritten Runde zur Aufgabe.
Im Opener der langen Boxnacht in Oberhausen konnte Sarhad Nouzad (12-1) oberhalb des Halbschwergewichts einen einstimmigen Punktsieg nach sechs Runden über Robin Zamora (22-51) einfahren.
Promoter Ahmet Öner steht vor wegweisenden Kämpfen

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Insgesamt ging am Samstag ein spannender Boxabend mit einigen internationalen Kämpfen in Oberhausen über die Bühne. Insbesondere der WBC-Final-Eliminator stellte ein echtes sportliches Highlight dar. Unter dem Strich dürfte Arena Box-Promotion um Ahmet Öner zufrieden auf den Abend blicken.
Ermal Hadribeaj wird demnächst um die Weltmeisterschaft gegen Superstar Sebastian Fundora boxen – ein Kampf, der voraussichtlich in den USA stattfinden dürfte. Ebenfalls dort kämpft bereits im August der Kroate Luka Plantic um die WBC-Interimsweltmeisterschaft gegen Lester Martinez. Der Sieger könnte sich berechtigte Hoffnungen auf einen Kampf gegen Canelo Alvarez machen, sofern dieser seinen bevorstehenden WM-Kampf erfolgreich bestreiten sollte.
Für Arena Box-Promotion stehen somit spannende und richtungsweisende Monate bevor.















Ousamma wie Kaninchen 😂😂😂
der gegner von hasso war ein witz!! aliev hat sich hingegen zu schwer getan. gegen camkiran wird er es leichter haben. der ist zwar ungeschlagen…..aber einer von den promoter/boxer/manager typen, was nichts anderes bedeutet, dass er seine „siege“ gegen gegner eingefahren hat, die absichtlich verloren haben!! so wie david kerkmann und viele andere.