Ergebnisse der Undercard von Offenburg

Team Sauerland in Offenburg – Ort des Geschehen der acht Vorkämpfe ist die Baden-Arena in Offenburg. Paskali, Radovan und Bunn mit überzeugenden Kämpfen, Zachenhuber gewinnt zweiten Profikampf nach Punkten. Schmeichelhaftes Urteil für Aniya Seki.

Schmeichelhaftes Urteil für Aniya Seki

Den Opener der Veranstaltung gaben die mittlerweile 39-jährige Japanerin Aniya Seki (33-3-2, 5 KOs), die in der Schweiz lebt, und Csilla Nemedi (8-1-0, 6 KOs) aus Ungarn. Es ging für Seki hierbei um den WBC Silver Female Bantamweight Title. Jetzt fragt sich der eine oder andere, warum dieser Kampf als Opener auserkoren wurde. Das ist ganz einfach zu erklären – live konnte man diesen Fight nicht bringen. Zum einen eine Gegnerin, die drei Jahre inaktiv war und zum anderen eine Aniya Seki, die vieles vermissen ließ. Zu Beginn des Kampfes tasteten sich beide Kontrahentinnen vorsichtig ab, Nemedi traf aber hier bereits klarer. Im zweiten Durchgang das umgekehrte Bild: die Ungarin zwar aktiver aber ohne richtige Treffer. In der Folge schien es als hätte die Japanerin bereits Konditionsprobleme. Dies machte sich die Ungarin in den Runden drei, vier und fünf zu Nutze und traf mehrere Male sehr gut, sowohl aus der Distanz als auch im Infight. Die Runden sechs und sieben wandelten das Geschehen, Seki musste jetzt mehr machen und ging mehr Risiken ein und kam so zu guten Treffern. Die Ungarin versuchte zwar Aktionen zu starten, die langjährige Pause merkte man der 36-jährigen aber an. Die Runden acht, neun und zehn gingen dann relativ klar an die Japanerin, die letztlich auch mit allen drei Punktrichterstimmen gewann. Dort jedoch mit 97:93 zu werten ist etwas überzogen. Das Urteil mit 96:95 Punkten kann man vertreten, wenngleich die Ungarin sich als Siegerin sah.

Kaiser siegt nach Punkten

Im nächsten Kampf standen sich die Lokalmatadorin Verena Kaiser (10-1-0,5 KOs) und die Georgierin Mari Tatunashvili (3-3-2, 2 KOs) gegenüber. Hier hatte die Kämpferin aus Bad Neuenahr-Ahrweiler wenig Mühe und gewann alle sechs Runden mehr als souverän. Die Georgierin zeigte zwar ihren Willen, war jedoch technisch zu limitiert und langsam um der 26-jährigen Deutschen gefährlich zu werden. In Runde fünf gelang es Kaiser, Tatunashvili anzuknocken, doch Tatunashvili auf die Bretter zu schicken, gelang Kaiser nicht mehr vor dem regulären Kampfende. Das Urteil lautete einstimmig 60:54 für Verena Kaiser.

Zachenhuber mit Punktsieg im zweiten Kampf

Beim darauffolgenden Kampf konnte der frischgebackene Profi Simon Zachenhuber (1-0-0) gegen den Ringveteranen Srecko Janjic (2-30-3, 2 KOs) waren sich die Punktrichter nach vier Runden einig und vergaben ihre Punkte an Zachenhuber. Dieser fiel vor allem durch seine sauber ausgeführten Aktionen auf. Dies gipfelte sogar in mehreren Ohrfeigen für den Serben in der Ringpause – so unzufrieden war sein Trainer. Trotz mehrerer Volltreffer und am Rande des KOs, wollte der Serbe aber nicht fallen. Am Urteil änderte das relativ wenig, sodass der Erdinger einstimmig mit 40:36 Punkten gewann.

Mikael Lawal mit TKO

Im vierten Kampf des Abends standen sich der Brite Mikael Lawal (6-0-0, 4 KOs) und der Ungar Istvan Kun (7-10-1, 4 KOs) gegenüber. Lawal brauchte jedoch einige Zeit, um in den Kampf zu kommen. Gerade am Anfang des Kampfes konnte der Ungar einige gute Treffer landen. In Runde fünf steigerte sich Lawal jedoch und kam zu mehreren sehr guten Treffern über die rechte Schlaghand. Kurz vor Ende der fünften Runde gelang ihm somit ein eindeutiger Sieg durch technischen Knockout.

Paskali im dritten Kampf erfolgreich

Den besten Kampf der Undercard sahen die gut 1500 Zuschauer zu diesem Zeitpunkt zwischen Xhek Paskali (2-0-0) und dem Italiener Marco Miano (7-8-0, 2 Kos). Paskali musste zwar gegen den erfahreneren Miano über die Runden gehen, doch es gelang Paskali, seine boxerischen Fähigkeiten abzurufen. Er fand direkt in den Kampf und schickte Miano mit guten Treffern zum Kopf das erste Mal zu Boden. Auch in Runde zwei dominierte der 28-jährige seinen Kontrahenten nach Belieben und deckte ihn mit mehreren Schlagsalven ein. Hier musste Miano erneut den Ringboden grüßen. Paskali dominierte sogar so sehr, dass er in Runde drei keinen richtigen Treffer seines Gegners zuließ. Die letzten Runden wurden jedoch zunehmend unsauberer geführt, damit kam der Italiener zwar zu einigen Aktionen, doch am letztlich eindeutigen Punkturteil mit 2x 60:52 und 60:51 änderte dies nichts.

Zach Parker mit Punktsieg

Die nächste Paarung lautete Zach Parker aus dem vereinigten Königreich (15-0-0, 11 KOs) gegen den Serben Geard Ajetovic (31-17-1, 16 KOs). Die britische Nachwuchshoffnung hatte zwar wenig Mühe mit dem Olympiateilnehmer von 2000, richtig gefordert wurde der 23-jährige auch im gesamten Kampfverlauf nicht. Nach gutem Beginn des Engländers sah man bereits, dass auch dieser Kampf klar an den Boxer aus der Blauen Ecke gehen würde. Lediglich in Runde vier konnte von einem ausgeglichenen Kampf gesprochen werden. Leider wurde in der Folge der Fight vom Herausforderer viel zu unsauber geführt. Parker hielt sich dann zurück und damit blieben leider echte Highlights aus. Wenig überraschend lautete das Urteil einstimmig 80:72 für den Mann aus Woodville.

Denis Radovan siegt gegen Pavel Semjonov

Der gebürtige Kölner traf auf den 33-jährigen Esten Semjonov und überzeugte dabei nicht nur mit boxerischen Leistungen – auch die Fangemeinde, die Radovan mitbrachte, konnte die Leistungen ihres Schützlings außerhalb des Ring bestätigen. So zeigte Radovan technisch sauberes Boxen, fand sofort in den Kampf und kam auch mehrmals zu guten Treffern, sowohl am Kopf als auch am Körper. Im zweiten Durchgang wagte sich der Este etwas in den Kampf, startete zwar auch eigene Aktionen, diese wurden jedoch vom 25-jährigen sofort mit eigenen Kontern beantwortet oder er ließ diese einfach ins Leere laufen. In Runde drei zeigte sich Radovan sehr variabel. Er bestimmte das Geschehen aus der Ringmitte heraus und kam so weiterhin zu guten Treffern. In den folgenden zwei Runden erhöhte der Serbe die Frequenz seiner Aktionen, Radovan fand zunächst die passenden Konter. Einzig die sechste Runde dürfte der Kölner aufgrund etwas passiver Kampfführung und wenigen Aktionen verschenkt haben. Die folgenden Runden entschied er wieder für sich. Einen kurzen Schreckmoment musste man zum Ende des Kampfes überstehen. Hier traf der Serbe mit einem rechten Cross. Denis Radovan schien auch kurz benommen zu sein, doch sein darauf folgender Konter beseitigte alle Zweifel. Das Urteil lautete letztlich zweimal 79:73 und 80:72 für den Kölner. Mit jetzt zehn Kämpfen, dürfte man dem dynamischen Kölner jetzt auch einen stärkeren Gegner vor die Fäuste kommen lassen.

Leon Bunn bzwingt Ex-Bösel-Gegner Serhiy Demchenko nach Punkten

Der gebürtige Frankfurter Leon Bunn spielte über weite Strecken des Zehn Runden Kampfes mit seinem 38-jährigen Herausforderer Katz und Maus und überzeugte die Experten mit diesem Kampf gegen den ehemaligen Europameister und Gegner von Dominic Bösel, sowie Beterbiev-Herausforderer Enrico Kölling. Das Gefecht begann mit gutem Tempo des Hessen, so gelangen zum Beispiel immer wieder variable Konter an den Kopf des Ukrainers. In Runde zwei fand auch der Herausforderer besser in den Kampf und traf mit einigen Jabs. Bunn fand darauf aber immer wieder die richtigen Antworten. Im dritten Durchgang rüttelte der 26-jährige seinen Kontrahenten mit einem starken Uppercut ordentlich durch. Das sollte auch die vierte Runde beeinflussen: Demchenko wirkte passiv und fiel nur durch wilde Einzelschläge auf, während der Frankfurter immer wieder mit guten Kombinationen glänzen konnte. Nachdem Bunn auch Runde fünf durch mehrere rechte Haken klar bestimmte, gelang es Demchenko Runde sechs durch größere Aktivität und zwei gute Treffer für sich zu entscheiden. Im siebten Durchgang zeigte Bunn sein ganzes können: er ließ den Ukrainer immer wieder ins Leere laufen und konterte dann sehr variabel aus dem Rückwärtsgang heraus. Spätestens ab Runde acht war der Herausforderer entzaubert und fügte sich seinem Schicksal. Die letzten Runden verliefen ähnlich für den weiterhin ungeschlagenen Hessen. Das Urteil lautete einstimmig 99:91. Leon Bunn dürfte sich damit wohl in naher Zukunft mit seinen ersten Titelkämpfen beschäftigen. Wenn wir uns daran erinnern, dass Dominic Bösel gegen Demchenko kurz vor dem Knockout stand, dann hat man einen ungefähren Gradmesser für die Leistung des jungen Frankfurters.