
Der ehemalige tschechische Meister im Mittelgewicht, der auch in Deutschland häufig kämpfte, verstarb völlig überraschend vor wenigen Tagen.
Traurige Nachrichten aus der Tschechischen Republik: Der erst 38-jährige Tomáš Bezvoda (18-26-2) verstarb überraschend vor wenigen Tagen. Zur genauen Todesursache ist noch nichts bekannt. Bezvoda war schon zu Amateurzeiten ein aktiver und vielversprechender Boxer, der es im Profibereich später nicht leicht hatte. Häufig wurde er im Ausland gegen starke Gegner gebucht, darunter auch zahlreiche Male in Deutschland. Ob Simon Zachenhuber, Emre Cukur, Toni Kraft, Dimitar Tilev oder auch Tom Dzemski – alle versuchten vergeblich, Bezvoda zu stoppen, der als außergewöhnlich tougher Boxer international berüchtigt war.
Dass Bezvoda nicht nur nehmen, sondern auch austeilen konnte, bewies er beispielsweise im Mai 2018, als er in Nürnberg Marten Arsumanjan dessen erste Profiniederlage mit einem Erstrundenerfolg zufügte. In der Heimat boxte Bezvoda zudem mehrfach um die nationale Meisterschaft. Im Juli 2021 gewann er sie in Ústí nad Labem gegen Viktor Agateljan im Mittelgewicht – sein größter Erfolg in der Profilaufbahn. Zuletzt musste er im September 2024 ein Unentschieden um die nationale Meisterschaft im Halbschwergewicht gegen Lukáš Šimek hinnehmen.
Ex-Weltmeister Lukáš Konečný spricht über seinen verstorbenen Freund

Foto: Patron Boxing
Noch deutlich bekannter in Deutschland dürfte die tschechische Boxgröße Lukáš Konečný sein, der früher in Magdeburg bei SES unter Vertrag stand und als Profiboxer u. a. EBU-Europameister und WBO-Weltmeister im Superweltergewicht wurde. Mit 46 Jahren stieg Konečný im vergangenen April in Prag nochmals in den Ring und duellierte sich mit Bezvoda, den er nach Punkten einstimmig bezwang.
Doch nicht nur dieses sportliche Aufeinandertreffen verbindet beide Männer: Konečný gilt in Tschechien als maßgeblicher Matchmaker und begleitete Bezvodas Karriere von Beginn an. Zu sport.cz äußerte sich Konečný wie folgt:
„Tomáš war mein letzter Gegner, aber wir kannten uns vielleicht schon 30 Jahre. Er war ein Freund, und den Großteil seiner Karriere habe ich ihn auch als Manager begleitet. Er war ein sehr guter Boxer, und als Mensch hat er immer sein Wort gehalten. Es tut mir leid – sowohl als sein Freund als auch als sein Manager. In letzter Zeit hatte er viele Sorgen, aber ich hatte das Gefühl, dass er wieder boxen und noch etwas erreichen wollte.“
Insbesondere in der tschechischen Kampfsportszene wird der Verlust von Tomáš Bezvoda betrauert, so beispielsweise auch von Oktagon-Kämpfer Dominik Humburger, der am 4. Oktober im Tipsport-Gamechanger-Turnier auf Kerim Engizek treffen wird. Doch auch abseits der Heimat kann man festhalten, dass mit Bezvoda ein echter Kämpfer die Bühne verlässt, der immer unerschrocken alles gab. In Zeiten von abgesprochenen Kämpfen und künstlichen Kampfrekorden wird er wirklich fehlen. RIP.
Bezvoda hinterlässt eine 9-jährige Tochter, die er im Boxen trainierte.














