Eddie Hearn möchte in Zukunft auch in Deutschland veranstalten

Eddie Hearn möchte in Zukunft, noch in diesem Jahr in Deutschland veranstalten und DAZN wird live übertragen.

Wir werden nach Australien, Japan, Kanada und Deutschland expandieren: Unser Ziel ist „Die globale Dominanz“.

Eddie Hearn bereitet sich darauf vor, noch in diesem Jahr regelmäßige Boxveranstaltungen in Australien, Kanada, Deutschland und Japan zu starten, während er seine Pläne umsetzt, seine Boxpromotion Firma „Matchroom“ zum größten Boxpromoter der Welt zu machen.

Matchroom expandierte vor drei Jahren aufgrund eines großen Milliarden-Vertrags mit dem Streaming-Unternehmen DAZN, von England in die USA und hat seitdem Shows in Mexiko, Italien und Spanien sowie die Schwergewichts-Weltmeisterschaft-Revanche Anthony Joshua vs Andy Ruiz Jr.II, im Jahr 2019 in Saudi-Arabien promotet.

Eddie Hearn möchte zusammen mit dem Streaming-Portal DAZN zukünftig auch in Deutschland veranstalten.

Da DAZN inzwischen nun weltweit eingeführt wird, plant Matchroom eine Erweiterung seines Teams, die dazu führen könnte, dass neue Talente in den Ländern unter Vertrag genommen werden, in denen Matchroom künftig veranstaltet wird.

„Das Ziel ist die globale Dominanz“, sagt Hearn, der auch plant, künftig die TV-Produktionen seiner Shows selbst in eigener Regie zu betreiben.

„Die Märkte, die wir im Auge haben, sind Italien, Spanien, Australien, Deutschland, Kanada und Japan. Dies sind alles Länder, in denen wir künftig über das gesamte Jahr  regelmäßig Veranstaltungen promoten werden.“

Tim Tszyu – Der neue Star in Australien mit dem Eddie Hearn und DAZN künftig nach Australien expandieren möchte.

„Australien ist für uns ein wichtiger Schwerpunkt. Ich spreche da schon die ganze Zeit mit Matt Rose, dem Promoter von Tim Tszyu. Tszyu ist ein wirklich guter Fighter, aber es gibt auch noch viele andere gute Boxer in Australien, wie wie Brock Jarvis – das ungeschlagene Super-Federgewichts-Talent – und dann gibt es auch noch in der Schwergewichts-Szene, viele Crossover-Stars wie Paul Gallen und Sonny Bill Williams. Sie sind eigentlich die Hauptstars.

„Australien ist für uns im Backend von 2021 und 2022 ein großer Schwerpunkt. Wir werden Kämpfer unter Vertrag nehmen und mit DAZN dorthin ziehen und dort große Shows promoten. Australien ist für uns sehr leicht zu verstehen. Sie lieben dort den Boxsport, sie lieben ihre Biere und sie lieben große Events.“

Der Superstar in Japan: WBA-Champion im Halb-Fliegengewicht Hiroto Kyoguchi, mit dem Eddie Hearn und DAZN künftig den japanischen Markt erobern wollen.

„Japan ist ein ganz anderer Markt und eine ganz andere Kultur. In Japan gibt es große Talente. Wir haben hier den WBA-Champion im Halb-Fliegengewicht Hiroto Kyoguchi, der schon bei Matchroom unterschrieben hat und es gibt dort auch noch es gibt auch Naoya Inoue, Kenshiro Teraji und Ryota Murata, alles große Stars in Japan.“

Matchroom veranstaltete kürzlich auch eine Show in Usbekistan, in deren Mittelpunkt der WBA- und IBF-Champion im Super-Bantamgewicht Murodjon Akhmadaliev stand. Obwohl Matchroom hier nicht unbedingt vor hat, dort regelmäßig Shows zu zu veranstalten, glaubt Eddie Hearns, dass dies aber für den Ruf von Matchroom sehr wichtig war.

„Ich schaue es mir an und sage: Wir haben all diese Usbeken, die in den USA kämpfen und ich schaue mir ihre Social-Media-Accounts an und sie sind Megastars in Usbekistan“, sagt Hearn. „Also dachte ich mir, warum sollten wir dort keine Show machen?“

Mit dem usbekischen Superstar, dem WBA- und IBF-Champion im Super-Bantamgewicht Murodjon Akhmadaliev veranstatete Matchroom vor kurzem in Usbekistan.

„Viele Insider sagten mir, dass es dort kein Geld gibt, aber ich sage, wie kann die Regierung uns nicht helfen, eine Show in Usbekistan zu machen. Wir haben uns mit den dortigen Politiker getroffen und natürlich kannten Sie alle diese ihre einheimischen Superstars und deshalb hat dann die Regierung auch die Veranstaltung unterstützt, nicht mit Millionen von Dollar, aber genug, um Produktion und Kostendeckung für unsere Veranstaltung dort zu haben. Das war dann das Tor dafür, dass wir unsere Topstars dort boxen lassen konnten.“

„Bei dieser Show ging es nicht darum, Geld zu verdienen, sondern alleine darum, dass Matchroom eine Show in Usbekistan macht. Das ist allerdings sicher kein Markt, den wir uns angesehen haben um zu sagen, dass wir dort künftig sechs Shows pro Jahr machen werden.“

„Es ist wie ein Schneeballsystem, das immer weitergeht. Wir hören nie auf etwas Neues zu versuchen, mehr zu tun, größer zu werden und neue Gebiete zu betreten oder was auch immer es ist.“

„Unser Ziel ist einfach „Die globale Dominanz!“

Weltranglisten-Boxer Agit Kabayel trifft am 5. Juni auf eine SES Veranstaltung auf Kevin Johnson. – Foto: P. Gercke – Team SES

Das große Problem für alle Promoter in Deutschland, ist einfach das, dass keiner der großen deutschen Boxveranstalter wie SES, EC Boxing, Petkovic Promoten, das neue Universum Team, Agon Sports oder Fächer Sport, einen Vertrag mit einem großen deutschen TV-Sender hat.

Zwar bekommt SES von MDR und auch einige der anderen Promoter von BILD eine geringe Vergütung, die aber keinesfalls in einem Verhältnis zu früheren Tagen steht als Universum Box-Promotion unter Führung von Klaus Peter Kohl und Peter Hanraths pro Veranstaltung 2 Millionen und mehr alleine für eine Veranstaltung bekommen haben. So hat das ZDF zurückliegend in nur 10 Jahren über 200 Millionen an das alte Universum überwiesen. Auch Sauerland hatte damals einen Vertrag mit der ARD und hat pro Veranstaltung 1,5 Millionen für die Übertragungsrechte seiner Boxer bekommen. Und die Jahre zuvor war es RTL für Sauerland und SAT1 für Universum, die große Summen, für das Recht die Veranstaltungen dieser Beiden übertragen zu dürfen, gezahlt hat.

Aber auf einmal zogen sich die großen deutschen TV-Sender zurück und es gab kaum noch TV-Sender die Interesse daran hatten eine Veranstaltung zu übertragen, geschweige denn dafür auch noch Geld bezahlen wollte.

Und das Ganze ist wie eine Katze die sich in den Schwanz beißt, wenn die Promoter kein Geld mehr vom deutschen Fernsehen bekommen, wie sollen diese dann große und bekannte Namen für ihre Boxer verpflichten können? So hat z.B. Ulf Steinfurth für seinen Elite Schwergewichtler Agit Kabayel, der in mehreren Weltranglisten unter den Top Ten geführt wird und von dem man schon davon sprach, dass er demnächst einen WM-Kampf bekommen könnte, mit Kevin Johnson einen Gegner verpflichtet der neun seiner letzten 12 Kämpfe verloren hat. Für wahr kein Gegner bei dem Box-Insider mit der Zunge schnalzen. Sicher hätte Ulf Steinforth auch gerne einen besseren würdigeren Gegner für seinen Boxstar verpflichtet, nur der kostet eben richtig Geld, sicher mehr als 100.000 Euro. Aber wie soll das Geld für solch einen Gegner wieder rein kommen, wenn der MDR vielleicht gerade Mal 50.000 Euro für die Übertragungsrechte seiner Show bezahlt?

Victor Faus ist der neue Star im EC Boxing Team von Erol Ceyland. Foto: Torsten Helmke

Auch Erol Ceylan hätte sicher lieber für seinen neuen Star Victor Faust, bei seiner letzten Veranstaltung einen Gegner aus den Top Twentys der Rangliste verpflichtet, als dass er einen 48-jährigen Polen für seinen Mann ausgesucht hat. Aber wer soll das bezahlen? Ein Top Schwergewichtler aus den ersten zwanzig der Rangliste verlangt heute vielleicht 200.000 Euro wenn er im Ausland boxen soll, soviel wie die Klitschkos in früherer Zeit für einen WM-Kampf bekommen haben. Leider verstehen das die meisten Boxfans nicht und lästern dann noch für das Engagement eines deutschen Promoters, der letztlich mit einer Veranstaltung in der gegenwärtigen Zeit nur sein eigenes Geld verbrennt.

Und gerade deshalb ist Deutschland für einen Promoter wie Matchroom offen, denn Eddie Hearn braucht erst gar keinen deutschen TV-Sender der seine Shows hier in Deutschland bezahlt. Eddie Hearn bringt mit DAZN seinen eigenen Sender mit.  Sicher weiß Hearn auch, dass man bei einer Veranstaltung in einem fremden Land, wie es ja Deutschland aus seiner Sicht ist, auch nationale Boxer dieses Landes einsetzen muss. Somit ist dies auch eine Hoffnung und eine Chance für deutsche Promoter, dass diese künftige nicht mehr ihr eigens Geld – ohne Chance auf Gewinn – einsetzen müssen, sondern zukünftig mit Matchroom zusammen arbeiten.

Letztlich: Es kann nur besser werden.

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