
Am vergangenen Samstag mussten nach einem Event zwei japanische Boxer mit Hirnblutungen notoperiert werden. Einer erlag heute seinen Verletzungen.
Am vergangenen Samstag kam es in Tokio zu einem der schwärzesten Abende des japanischen Profiboxens: Nach einer Veranstaltung von Teiken Promotions mussten gleich zwei Boxer mit schweren Hirnblutungen notoperiert werden. Einer von ihnen, Shigetoshi Kotari (28), erlag nun seinen Verletzungen.
Schwere Verletzungen und Todesfälle sind die dunkelste Seite des Profisports – und im Boxen leider keine Seltenheit. Zwar enden die meisten Kämpfe glimpflich, doch immer wieder ereignen sich tragische Zwischenfälle. In Japan häufen sich solche Meldungen zuletzt, oft mit dramatischem Ausgang.
Der Kampf, der zum Todesurteil wurde
Die Ereignisse spielten sich am 2. August in der traditionsreichen Korakuen Hall ab. Zunächst traf es das Leichtgewicht Hiromasa Urakawa, der in der achten und letzten Runde per TKO unterlag und anschließend mit einem akuten subduralen Hämatom ins Krankenhaus gebracht wurde.
Wenig später folgte der Hauptkampf: Shigetoshi Kotari bestritt über zwölf Runden ein Duell um den Titel der Oriental and Pacific Boxing Federation im Superfedergewicht – das asiatisch-pazifische Pendant zur EBU-Europameisterschaft. Der Fight endete unentschieden, doch für Kotari war er der Beginn einer tödlichen Entwicklung.
Sein Bruder veröffentlichte in den folgenden Tagen auf der Plattform X bewegende Beiträge, in denen er an Kotaris Bett wachte und für seine Genesung betete. Am Donnerstagabend kam die traurige Gewissheit: „8. August 2025, 22:59 Uhr. Kotari ist in den Himmel aufgebrochen.“
今日の面会の報告です
病状は昨日と変わりはなくです。
脳が腫れる時、3日〜1週間くらいみたいで、腫れがどのように治るかが肝心みたいです。
明日も15時に行って来ます。
また報告します。 pic.twitter.com/92rV8Yj9oE— 神足茂利(兄) (@shige_winner) August 4, 2025
2025年8/8午後22:59
神足茂利は天国に旅立ちました。
生前沢山の愛をありがとうございました。 pic.twitter.com/VBAWxqdqdG— 神足茂利(兄) (@shige_winner) August 8, 2025
Japan als trauriger Schauplatz von Tragödien
Hirnblutungen im Ring sind erschütternd – doch in Japan leider kein Einzelfall. Erst Ende Mai erlitt der frühere Minimumgewichtsweltmeister Ginjiro Shigeoka solch eine Verletzung und brach unmittelbar nach einem WM-Kampf zusammen. Er überlebte, wird jedoch voraussichtlich nie wieder ein normales Leben führen können.
Noch tragischer verlief es für Kazuki Anaguchi: Nach einem Kampf am 26. Dezember 2023 in Tokio fiel er ins Koma und starb am 2. Februar im Alter von nur 23 Jahren.
Erste Konsequenzen angekündigt
Nach Kotaris Tod und Urakawas weiterem Kampf ums Überleben mehren sich die Stimmen, die tiefgreifende Reformen fordern.
Der OPBF reagierte bereits: Titelkämpfe sollen künftig nur noch über zehn statt zwölf Runden gehen. Auch das Gewichtmachen – bei dem Boxer vor dem Wiegen gezielt Wasser verlieren, um in einer leichteren Gewichtsklasse antreten zu können – steht auf dem Prüfstand. Mediziner sehen darin einen Risikofaktor für Hirnverletzungen. Eine Reform der Wiegepraxis wird nun ernsthaft diskutiert.














