
Laut mehreren Berichten behauptet „Queensberry Promotions“, dass ein Exklusivitätsabkommen mit der saudischen Event-Firma ‚SELA‘ aus dem Jahr 2023 gebrochen wurde, nachdem sich das Unternehmen und ‘TKO‘ ohne Beteiligung von „Queensberry Promotions“ auf die Gründung von „Zuffa Boxing“ geeinigt hatten.
Im Mittelpunkt des Streits steht eine laut „Queensberry Promotions“ im September 2023 unterzeichnete Exklusivvereinbarung sowie die darauf folgenden Schritte, als TKO und SELA unter dem Dach von „Zuffa“ eine neue Boxstruktur anstrebten.
“Zuffa Boxing“ hat seitdem einen rasanten Aufstieg hingelegt, einen bedeutenden Medienrechtevertrag mit „Paramount+“ abgeschlossen und ein Roster aufgebaut, das namhafte Größen aus verschiedenen Gewichtsklassen umfasst.

Exklusivitätsanspruch stellt die neue Struktur des Boxsports auf die Probe.
„Queensberry Promotions“ vertritt, wie in Berichten beschrieben, den Standpunkt, dass die vorherige Vereinbarung die Schaffung eines separaten Werbeinstruments hätte verhindern müssen, das außerhalb dieses Rahmens operiert.
Sollte der Fall vor den britischen High Court gelangen, würde das sich entwickelnde, auf Saudi-Arabien ausgerichtete Modell des Boxsports in einem entscheidenden Moment einer rechtlichen Prüfung unterzogen, da sich der Sport von einer Zusammenarbeit von Veranstaltung zu Veranstaltung hin zu einer stärker zentralisierten Struktur wandelt.
In der ersten Phase des von Saudi-Arabien geförderten Wachstums des Boxsports wurden für Großveranstaltungen mehrere etablierte Promoter eingesetzt. „Zuffa Boxing“ hingegen verkörpert etwas anderes: ein konsolidiertes Unternehmen mit eigener Rechtepipeline und eigener Strategie zum Aufbau eines eigenen Boxkaders.

Die Verpflichtung von Conor Benn unterstreicht den Wandel
Der Kaderwechsel, der die Aufmerksamkeit der britischen Boxwelt auf sich zog, war der Wechsel von Conor Benn von ‚Matchroom Boxing‘ zu „Zuffa Boxing“. Diese Entscheidung wurde öffentlich bekannt gegeben, wobei Conor Benn erklärte, er wolle die größten Kämpfe und Bühnen bestreiten. Später wurde dies auch bei der ‚WWE Monday Night RAW‘ thematisiert.
Conor Benns Vertrag wurde als Ein-Kampf-Deal bezeichnet. Die Umsetzung unter dem Zuffa-Banner verdeutlicht, wie die neue Struktur bereits als direkter Weg zu großen Plattformen fungiert, anstatt neben traditionellen Promotion-Allianzen zu bestehen.
Man ging allgemein davon aus, dass Benns nächster Auftritt unter der Leitung von Turki Alalshikh im Rahmen seines bestehenden Promotion-Systems stattfinden würde. Stattdessen wurde der Kampf unter der Marke „Zuffa“ präsentiert, was verdeutlicht, wie sich die operative Kontrolle in den Händen der neuen Organisation konzentriert.
Diese Entwicklung wird in der gesamten Promoterbranche genau beobachtet.
Sobald eine einzelne Struktur zum Tor für die größten Plattformvereinbarungen wird, verschiebt sich die Macht naturgemäß zu demjenigen, der diese Struktur verwaltet.

Strukturelle Konsolidierung unter Beobachtung
Im Kern geht es bei der Klage von Queensberry darum, ob Exklusivitätsvereinbarungen in der Frühphase mit einem zentralisierten Modell, das eher einer Liga ähnelt, vereinbar sind.
„Zuffa Boxing“ wurde öffentlich als ein mit ‚TKO’ und ‚SELA’ verbundenes Unternehmen beschrieben, das bereits an einen bedeutenden Vertriebsvertrag und eine definierte Kaderstrategie gebunden ist. Die Besitzverhältnisse der neu gegründeten Promotionsfirma „Zuffa Boxing“ sind, dass der saudi-arabischen Unterhaltungskonzern „Sela“ 60 Prozent der Anteile hält und der US-amerikanischen Kampfsportgiganten „TKO Holdings“ hält die restlichen 40 Prozent.
Wenn frühere vertragliche Vereinbarungen im Zuge der Strukturentwicklung in Frage gestellt werden, dürfte die nächste Phase der saudisch geprägten Expansion des Boxsports weniger von Verhandlungen über einzelne Kämpfe als vielmehr davon bestimmt werden, wie der kommerzielle Rahmen vor Gericht definiert wird.














