Warum stellt sich Niemand Filip Hrgovic? Wann endlich kommt es zum finalen IBF-Eliminator-Kampf?
Schon vor inzwischen 10 Monaten, am 25. Februar letzten Jahres titelte Boxen1: „Möglicher Ausscheidungskampf: Michael Hunter vs. Filip Hrgovic in Planung.“ Inzwischen hatte der Weltverband IBF den Kampf zwischen Filip Hrgovic vs Michael Hunter als offiziellen finalen Titel-Eliminator-Kampf angesetzt. Dann tönte am 30. März 2021 Michael Hunter laut, er wolle Hrgovic im anstehenden Eliminator-Fight ausknocken. Nachdem sich die beiden Teams nicht im Freiverkehr über einen Kampfabschluss einigen konnten, setzte die IBF einen Versteigerungstermin an, den Promoter Eddie Hearn mit einem Gebot von 606.666 Dollar gewann.
Kurz darauf zog sich Michael Hunter aus diesem schon abgeschlossenen Eliminator-Kampf zurück, was zur Folge hatte, dass Michael Hunter daraufhin aus der IBF-Weltrangliste verbannt wurde. Nachdem Kalle Sauerland, Direktor bei Wasserman Boxing und für Filip Hrgovic zuständig, sagte, dass mann Seiten des Managements inzwischen schon versucht hätte, die gesamte IBF Weltranglisten-Boxer, die in der Rangliste hinter Hrgovic bei der IBF gelistet sind, als möglichen nächsten Hrgovic-Gegner zu verpflichten und dass alle diese Boxer einen Kampf gegen seinen Schützling abgelehnt hätten, dann glaubten ihm diess die Wenigsten.
Doch inzwischen stellt sich diese Aussage Sauerlands, die schon weit über ein halbes Jahr zurück liegt, scheinbar doch als wahr heraus. Denn nach dem Kampf zwischen Luis Ortiz vs Charles Martin zum Jahresbeginn in Florida, der mit einem Sieg für Luis ‚King Kong‘ Ortiz endete, bestimmte die IBF den Sieger Luis Ortiz als neuen finalen Gegner von Filip Hrgovic um den Kampf der Nr. 1 bei der IBF. Dies war die Folge dessen, weil die IBF dem Kampf Ortiz vs Martin nämlich das Prädikat eines Eliminators verliehen hatte, wodurch nun der Sieger dieses Kampfes zum finalen Eliminator gegen Hrgovic antreten musste. Doch schon drei Tage, nachdem die IBF Luis Ortiz zum finalen Ausscheidungskampf gegen Hrgovic bestimmt hatte, lehnte Ortiz diesen Kampf ab.
Nun ging die IBF schnell die eigene Rangliste nach unten und fragte bei dem unter Nr. 4 gerankten Neuseeländer Joseph Parker an, der erst Ende letzten Jahres zum zweiten Mal gegen Derek Chisora gewonnen hatte. Doch auch Parker, den Hrgovic übrigens schon als Amateur besiegt hatte, lehnte einen Kampf gegen Hrgovic ab.
Die Nr. 5 der IBF ist Anthony Joshua und der kommt als Gegner für den finalen Eliminator nicht in Frage, da dieser schon einen Rückkampf um den IBF, WBO und WBA-Super-Titel gegen den Champion Oleksandr Usyk, für spätestens April dieses Jahres, vereinbart hat.
Inzwischen hat der Weltverband der IBF bei der Nr. 6. ihrer Rangliste, dem Olympiasieger Tony Yoka, angefragt ob er bereit sei gegen Filip Hrgovic um den finalen Eliminator anzutreten. Die IBF gab Tony Yoka, genau wie zuvor Ortiz und Parker 3 Tage Zeit zu einer grundsätzlichen Zusage. Aber es ist schwer vorstellbar, dass Tony Yoka im Moment schon bereit ist, dieses doch für ihn große Risiko einzugehen. Denn auch er weiß, dass eine Niederlage ihn mindestens um zwei Jahre zurück wirft und er weiß aus drei Amateur-Fights der Beiden, wie stark Filip Hrgovic wirklich ist.
Sollte – wie es fast schon zu erwarten ist – Tony Yoka auch absagen, dann wäre die Nr. 7 der IBF Weltrangliste an der Reihe und das ist Joe Joyce und auch er wird sicherlich nicht gegen Filip Hrgovic antreten, da Joe Joyce bereits bei der WBO die erste Ranglisten-Position einnimmt.
Die Nr. 8 der IBF Rangliste wäre dann übrigens unser Deutsch-Türke Agit Kabayel. Aber warten wir erst Mal ab, wie Yoka und Joyce sich entscheiden. Aber es wäre der IBF anzuraten, dass sie bei jeder Absage, genau wie sie es auch im Falle Michael Hunter getan hat, den Boxer, der einen Titel-Ausscheidungskampf ablehnt, dann auch total und mindestens für 2 Jahre aus ihrer Rangliste entfernt.
Es ist eigentlich nur schwer zu verstehen, wenn ein Boxer die Chance eines finalen Eliminator-Kampfes ablehnt. Denn selbst wenn er bei solch einem Nicht-Titelkampf „nur“ 300 oder 400.000 Dollar verdient, wo ist denn da das Problem? Denn sollte er diesen Kampf gewinnen, dann ist er der nächste amtierende Pflicht-Herausforderer des Schwergewichts-Weltmeisters der IBF und für solch einen Kampf gibt es dann sicher Millionen. Deshalb ist die Aussage von Michael Hunter und auch von Joseph Parker, dass die Börse für den angebotenen Eliminator zu gering sei, einfach nur Müll.
„Es sollten künftig keine Boxer mehr von den Weltverbänden unter die Top10 oder Top15 gerankt werden, wenn sie nicht auch die Absicht haben, um den Titel zu boxen“, sagte Kalle Sauerland, Promoter von Filip Hrgovic diese Woche gegenüber Sky Sports, dieses Thema betreffend.
Wenn man die Aussagen zu seinem möglichen nächsten Gegner hört, dann wünscht sich Filip Hrgovic am Liebsten Tony Yoka oder Joe Joyce als einen seiner nächsten Gegner und freut sich richtig auf diesen Kampf. So sollte es auch sein, wenn es das Ziel eines Boxers ist ist Weltmeister zu werden.