Die amtierenden Deutschen Meister: Magomed Schachidov

Quelle: Magomed Schachidov

Amtierender Deutscher Meister im Halbmittelgewicht: Magomed Schachidov

Magomed Schachidov sucht in jedem Kampf den Knockout. Dieser Kampfstil ist nicht nur für die Fans hochattraktiv, sondern für Magomed auch noch sehr erfolgreich. Nach zahlreichen internationalen Erfolgen möchte der Deutsch-Tschetschene unbedingt an den olympischen Spielen 2024 teilnehmen. Boxen1 präsentiert einen der vielversprechendsten deutschen Amateurboxer im Steckbrief und Kurzinterview.

Quelle: Magomed Schachidov

Steckbrief Magomed Schachidov

Geburtsort: Argun, Tschetschenien (Russland)

Wohnort: Heidelberg

Boxverein: TSV 1860 München

Gewichtsklasse: Halbmittelgewicht (71 kg)

Körpergröße: 1,82 m

Alter: 27 Jahre

Kampfrekord: 170 Kämpfe, 147 Siege, 20 Niederlagen, 3 Unentschieden

Größte Erfolge: Deutscher Meister 2021*, Gold bei World Cup 2021, Bronze bei Europameisterschaft der Elite 2022, 1 mal Gold und 2 mal Silber bei AIBA Turnieren

Quelle: Magomed Schachidov

Q&A mit Magomed Schachidov

Wie bist du zum Boxen gekommen?

Ich habe zuerst 6 Jahre Taekwondo gemacht. Die ersten 4 Jahre hat das viel Spaß gemacht. Nach dem Rotgurt wurde es jedoch zunehmend eintönig und langweilig. Mein Schwager meinte dann, dass ich mal zu 1860 München zum Boxen mitkommen soll. Am ersten Tag hatte ich sogar nur ein Hemd an und gar keine richtigen Sportsachen. Trotzdem habe ich gleich am ersten Tag Sparring gemacht. Es war offensichtlich so gut, dass ich gebeten wurde wieder zu kommen.

Wie würdest du deinen Boxstil beschreiben?

Ich bin die ganze Zeit im Vorwärtsgang. Ich suche das Risiko. Ich versuche in jedem Kampf den KO zu erzielen. Den Kampf zu gewinnen ist wichtig, aber der KO ist mir noch wichtiger.

Welche boxerischen Vorbilder hast du?

Rein boxerisch, oder technisch habe ich kein echtes Vorbild. Das macht in meinen Augen auch wenig Sinn, weil die Biomechanik von jedem Athleten anders ist. Man kann sich nie alles abschauen. Aber von der Mentalität her ist Artur Beterbiev ein großes Vorbild. Der geht in den Ring, um zu kämpfen und den Gegner zu schlagen, ihm weh zu tun. Boxen ist immer noch ein Kampfsport. Das ist auch mein Verständnis.

Was war – deiner Meinung nach – bisher der beste Kampf deiner Karriere?

Jeder Kampf, in dem ich meine Leistung abrufen kann, ist ein guter Kampf. Wenn ich einen rauspicken muss, würde ich das EM Halbfinale wählen. Den Kampf habe ich eigentlich gewonnen – da wurde ich beschissen.

Was war – deiner Meinung nach – bisher der schlechteste Kampf deiner Karriere?

Jede Niederlage ist schlecht. Die schlechtesten Kämpfe sind die, wo ich die Kontrolle verliere. Auf der WM wurde ich im Achtelfinale sehr emotional. Deshalb würde ich diesen Kampf wählen.

Planst du in Zukunft zu den Profis zu wechseln? Falls ja: wann?

Ich habe meinem Vater versprochen, dass ich mal an Olympia teilnehmen werde. Für die Generation meines Vaters ist das das einzige wichtige Ziel, nach dem man im Boxen streben sollte. Und ich plane fest, dieses Versprechen einzuhalten. Ich persönlich kann mir aber durchaus auch eine Karriere als Profi vorstellen. Für mich steht der Wettkampf, das sich gegenseitig Messen im Mittelpunkt – egal ob Amateur oder Profi.

Welches Hobby betreibst du außerhalb des Boxens?

Ich habe eigentlich keine Hobbys, die ich regelmäßig mache. Aber natürlich spiele ich auch mal Basketball oder Fußball mit Freunden.

Wann können dich deine Fans als nächstes live sehen?

Im November auf dem World Cup in Köln.

 

*Die DM 2021 wurde wegen Corona erst 2022 nachgeholt

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