Das Ende einer Ära – Sadam Ali verdirbt Miguel Cottos Abschiedsparty

Das Ende einer Ära – Sadam Ali verdirbt Miguel Cottos Abschiedsparty

Gestern Nacht verdarb der 11:1 Außenseiter Sadam Ali der Box-Legende Miguel Cotto seinen Abschiedskampf. IM Kampf um die WBO Weltmeisterschaft im Super-Weltergewicht besiegte Sadam Ali Cotto einstimmig und klar über 12 Runden nach Punkten. Trotzdem kann der Champion in vier verschiedenen Gewichtsklassen auf eine äußerst erfolgreiche Karriere zurück blicken. Gestern Nacht verdarb der 11:1 Außenseiter Sadam Ali der Box-Legende Miguel Cotto seinen Abschiedskampf. Im einem Kampf um die WBO Weltmeisterschaft im Super-Weltergewicht besiegte Sadam Ali Cotto einstimmig und klar über 12 Runden nach Punkten. Trotzdem kann der Champion in vier verschiedenen Gewichtsklassen auf eine äußerst erfolgreiche Karriere zurück blicken.

Ali zu jung, zu schnell für Cotto

Fans und Experten waren sich im Vorfeld einig, dass der 29-jährige Sadam Ali, der für diesen Kampf aus dem Weltergewicht hoch ins Halb-Mittelgewicht kam, keine allzu große Hürde im letzten Kampf von Superstar Miguel Cotto sein würde. Zu anfällig wirkte der Olympia-Teilnehmer dafür bei seiner KO-Niederlage gegen Jessie Vargas vor rund eineinhalb Jahren. Auch Cottos Team dachte sich wohl, dass man sich hier nochmal schönen vorzeitigen Sieg zum Abschluss sichern könnte. Falsch gedacht.

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Von der ersten Runden an waren Alis Schnelligkeits- gepaart mit Reichweitenvorteilen ersichtlich, die dem 37-jährigen nicht zu schmecken vermochten. Die rechte Schlaghand Alis blieb dabei meist schön weit oben, um den gefürchteten linken Haken seines Kontrahenten konsequent abzublocken und aus dem Spiel zu nehmen. In Runde 2 und 4 gelang des dem Mann aus Brooklyn, New York zudem mit der rechten bzw. schnellen linken Haken Cotto sichtbar zu verwunden. Allenfalls sein fehlendes Nachsetzen könnte man hier als Kritikpunkt anfügen.

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Doch Cotto wäre nicht Cotto, wenn er sich davon komplett aus dem Konzept bringen würde. In den mittleren Runden erhöhte er nun den Druck und ihm gelang es selbst Ali Beine mit einer herrlichen Geraden für ein paar Sekunden weich werden zu lassen. Das Blatt schien sich zu wenden und „Junito“ war fortan vermehrt in der Lage, seinen Gegner an den Seilen zu stellen und seine berühmt-berüchtigten Kombinationen abzuladen.

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Bizepsverletzung schränkt Cotto ein

Wie er später im Interview mit Max Kellerman eher widerwillig und nicht als vorgeschobene Ausrede zu Protokoll gab, plagte Cotto ab der siebten ein offenbar angerissener Bizeps im linken Arm. Doch dies schien nicht der einzige Grund gewesen zu sein, warum Sadam Ali im letzten Kampfdrittel das Ruder wieder herumreißen konnte. Konditionell schien bei Cotto nicht mehr viel zu gehen, sein Vorwärts- verwandelte sich in den Rückwärtsgang und Ali beherrschte das Geschehen im weiteren Verlauf mit der schlichtweg höheren Schlagfrequenz. Dadurch gewann er mehr oder weniger alle späten Runden, was  ihm das verdiente Urteil von 116-112 und 2x 115-113 einbrachte.

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Das Ende einer Ära

Es war sicher nicht das ideale Finale für den Mann, der mit nahezu allen großen Namen seiner Generation das Seilgeviert geteilt hatte. Doch die Schlachten gegen Antonio Margarito oder die großen „Blockbuster“-Kämpfe gegen Mayweather, Pacquaio oder Canelo geraten dadurch ganz sicher nicht in Vergessenheit. Man kann Miguel Cotto nur zu seiner brillanten Karriere gratulieren und ihm alles gute für Zukunft außerhalb des Rings wünschen.

Miguel Cotto vs Sadam Ali – Fight Highlights

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