Das Bakhodir Jalolov-Dilemma

Bakhodir Jalolov.

Der Doppel-Olympiasieger erhält die nächste Kampfabsage und wird nicht in New York kämpfen – die Profikarriere droht zu stagnieren.

Nach dem überzeugenden Sieg von Oleksandr Usyk (24-0) über Daniel Dubois (22-3) stellen sich viele Boxsportfreunde derzeit die Frage, ob es einen Boxer gibt, der dem aktuellen Undisputed Champion Usyk gefährlich werden könnte. Viele potenzielle Namen werden in diesem Zusammenhang nicht genannt, doch der Usbeke Bakhodir Jalolov (15-0) könnte theoretisch einer davon sein.

Jalolov misst als Southpaw 2,01 Meter und verfügt über eine beeindruckende Amateurkarriere. So gewann er im Superschwergewicht gleich zweimal die Olympischen Spiele sowie die Amateur-Weltmeisterschaften. Aufgrund dieser immensen Erfolge liegt die Vermutung nahe, dass er auch im Profibereich zu den Top-Athleten zählen wird. In letzter Zeit stagniert seine Entwicklung dort jedoch, was viele Beobachter stark enttäuscht.

Zusammenarbeit mit Top Rank zahlt sich bislang nicht aus

Jalolov wurde bereits im Mai 2018 Profi, unterbrach seine Karriere jedoch immer wieder, um an Amateurturnieren teilzunehmen. Spätestens nach den Olympischen Spielen von Paris 2024 hofften viele, dass der Usbeke nun endlich auch im Profibereich für Furore sorgen würde. Die Rahmenbedingungen schienen zu stimmen: Er unterschrieb einen Vertrag bei Top Rank und bestritt im August 2023 seinen ersten Kampf in Tulsa.

Das Problem: Dies war bisher sein letzter Auftritt in den USA. Neben der geringen Aktivität sorgt auch die Gegnerauswahl für Kritik. So sollte er im Februar in Kanada gegen David Spilmont (16-9-1) antreten, der auf BoxRec lediglich auf Rang 253 geführt wird. Viele Stimmen hielten diesen Gegner für einen doppelten Olympiasieger für unwürdig. Der Kampf wurde wenige Tage vor dem Termin abgesagt, weil Jalolov gesundheitliche Probleme hatte.

Im April kehrte er zumindest in Usbekistan zurück und boxte gegen den Ukrainer Ihor Shevadzutskyi (12-3). Doch der Kampf über zehn Runden war enttäuschend: Shevadzutskyi wurde beispielsweise von Martin Bakole (21-2-1) mühelos in drei Runden gestoppt, Jalolov hingegen konnte ihn nicht vorzeitig bezwingen und gab sogar mehrere Runden ab. Ein überzeugender Sieg war das folglich nicht.

Kampfabsage auch an diesem Samstag für Jalolov

Hätte am Samstag kämpfen sollen. Bakhodir Jalolov

Nun sollte am heutigen Samstag in New York auf einer Top-Rank-Veranstaltung Jalolov im Ring stehen. Ursprünglich war vorgesehen, dass er gegen den Italiener Gianmarco Cardillo (12-1-2) antreten sollte, der aktuell auf Rang 425 bei BoxRec geführt wird. Cardillo weist zudem in 15 Kämpfen lediglich zwei vorzeitige Siege auf.

Bereits diese Ansetzung sorgte bei vielen Boxsportfreunden für große Enttäuschung, wenngleich andere entgegneten, dass Jalolov zumindest aktiv bleiben würde. Doch nun der nächste Dämpfer: Cardillo fällt aus, und Jalolov bleibt erneut ohne Kampf.

Die aktuelle Konstellation rund um seine Profikarriere ist wirklich enttäuschend. Er steht nur unregelmäßig im Ring, fordert überwiegend qualitativ überschaubare Gegner heraus und muss die meisten Ansetzungen dann sogar noch kurzfristig absagen. Mittlerweile stellt sich leise die Frage, ob der Usbeke im Profiboxen überhaupt noch an die Spitze kommen wird. Denn er hat verlauten lassen, dass er die kommenden Olympischen Spiele erneut fest im Blick hat – was abermals zu einer Unterbrechung seiner Profikarriere führen würde. Bleibt nur zu hoffen, dass er sich in den kommenden Monaten zumindest auf Profiebene steigern kann.

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