
Genau so und nicht anders hätte sich Daniel Nader wohl sein Memorial vorgestellt. 14 Kämpfe „seines“ olympischen Boxens, drei Fights von Profis, die einst unter seinen Fittichen trainierten, sowie lange Wegbegleiter und Größen von Österreichs Boxszene im Publikum. Sie alle erwiesen einem der größten Förderer des österreichischen Boxsports die Ehre.
„Ich habe zehn Jahre unter ihm trainiert. Es waren sehr prägende Jahre, weil er ein sehr harter Trainer war. In so ziemlich jedem österreichischen Boxer wird Daniel daher weiterleben“, fand Howig Grigorjan nach seinem Sieg im Hauptkampf gegen den Polen Adam Cieslak schöne Worte.
Ein wichtiger Sieg nach seiner Niederlage zuletzt gegen Deutschlands Anar El Abid. Mit Bounce-Newcomer Ricardo Dieguez (vs Lukasz Kuc, Anm.) und „Bob“ Anthony Agyei (vs Mate Lakatos, Anm.) per Knock-out feierten auch die beiden weiteren Heimboxer Siege. Letzterer widmete den Triumph auch seinem Trainer, der an ebenjenem Abend Geburtstag feierte. Vom Sieger angestimmt, sang die gesamte Halle „Happy Birthday“.
Im olympischen Boxen gewann die Wiener Auswahl, vertreten durch das Bounce, BC Favoriten, Ring Frei Gym, BC Anadolu sowie den Jab Club gegen die Auswahl aus Bayern mit 11:3 „Die Mädels und Jungs haben sich optimal präsentiert. Der österreichische Boxsport ist im Kommen. Denn so deutlich eine bayrische Auswahl, die zu den erfolgreichsten Landesgruppen Deutschlands gehört, zu schlagen, ist nicht selbstverständlich“, freute sich Marcos Nader, Sportdirektor des Wiener Boxverbandes (WBV), der zeitgleich als Veranstalter glänzte.
Denn der Tennisclub La Ville in Wien spielte technisch alle Stückerl. So sahen die rund 500 Fans einen Nachruf, der Daniel Naders Erfolge zeigte: Er coachte seinen Bruder Marcos zum Europameister, IBF-Champion sowie auf Platz fünf der unabhängigen Weltrangliste. Er machte als Trainer und Sportdirektor des WBV das olympische Boxen wieder salonfähig. Zudem gründete Daniel den Boxclub „Bounce“ und initiierte mit der „Bounce Fight Night“ die größte Boxveranstaltung Österreichs, die im November zum 19. Mal stattfindet.
Stimmungsvoll wurde es vor allem mit Einbruch der Dunkelheit. Da störte es auch Granden wie Gogi Knezevic (erster österreichischer WBC-Champion), Michaela Kotaskova (WBF-Weltmeisterin), Mobin Kahraze (WBF-Weltmeister), Mansur Elsaev sowie den sechsfachen Thai-Box-Weltmeister Fadi Merza nicht, dass sich immer wieder einmal eine Fledermaus in den Ring verirrte. Kampfentscheidend war der „Hooligan“ zum Glück nicht.
Im hauseigenen Restaurant des Tenniscenter wurde anschließend bis spät in die Nacht getrunken, gegessen und gelacht. Die ein oder andere Anekdote über Daniel Nader durfte dabei natürlich nicht fehlen. „Eine nette kleine Veranstaltung – sie ist gelungen. Genau so hätte es mein Bruder gewollt“, resümierte Marcos beim Verabschieden.














