Ist die Zeit von Andy Ruiz Jr. an der Weltspitze endgültig vorbei? Der frühere dreifache Schwergewichts-Weltmeister musste sich Damian Knyba im Prudential Center nach Punkten geschlagen geben. Der Pole feierte damit einen wichtigen Sieg und hat bereits sein nächstes Ziel im Visier: Agit Kabayel.
Knyba nutzt Reichweitenvorteil gegen Ruiz konsequent aus
Damian Knyba (18-1, 11 KO) hat sich nach seiner Niederlage gegen WBC-Champion Agit Kabayel eindrucksvoll zurückgemeldet. Im Hauptkampf im Prudential Center bezwang der 2,01 Meter große Pole den ehemaligen IBF-, WBA- und WBO-Weltmeister Andy Ruiz Jr. (35-3-1, 22 KO) einstimmig nach Punkten.
Das Urteil fiel allerdings unterschiedlich deutlich aus. Tony Lundy wertete den Kampf mit 117-110 für Knyba, während Glenn Feldman und Kevin Morgan mit jeweils 114-113 nur einen hauchdünnen Vorsprung des Polen sahen.
„Ich habe meine körperlichen Voraussetzungen, meine Reichweite und meine Beinarbeit genutzt“, sagte Knyba nach dem Kampf. „Andy ist ein großartiger Boxer und es war mir eine Ehre, mit ihm im Ring zu stehen. Ich wünsche ihm nur das Beste.“
Für Ruiz war es der erste Auftritt seit August 2024. Damals hatte der frühere Weltmeister gegen Jarrell Miller lediglich ein Mehrheits-Unentschieden erreicht und musste sich anschließend einer Operation an der rechten Hand unterziehen. Die lange Inaktivität war dem mittlerweile deutlich erfahreneren Schwergewicht phasenweise anzumerken.
Ruiz in Runde sieben am Boden
Knyba setzte von Beginn an auf seine körperlichen Vorteile. Mit dem Jab hielt er Ruiz auf Distanz, bewegte sich viel und vermied unnötige Schlagabtausche. Spektakulär war diese Taktik zunächst nicht, gegen den deutlich kleineren Ruiz erwies sie sich jedoch als wirkungsvoll.
In der siebten Runde änderte sich das Bild schlagartig. Knyba erwischte Ruiz mit einer rechten Hand und setzte sofort mit einer Serie nach. Ruiz taumelte durch den Ring und musste schließlich zu Boden.
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Der frühere Weltmeister kam wieder auf die Beine und erhielt anschließend ungewöhnlich viel Zeit, bevor der Ringrichter den Kampf fortsetzte. Knyba versuchte sofort, die Entscheidung zu erzwingen. Ruiz rettete sich jedoch in die Pause.
Auch zu Beginn der achten Runde machte der Pole Druck. Doch Ruiz zeigte seine bekannte Widerstandsfähigkeit und schlug zurück. Nachdem er die erste Angriffswelle überstanden hatte, duckte sich der US-Amerikaner ab und brachte eine präzise Rechte ins Ziel, die Knyba sichtbar beeindruckte. Der Pole suchte daraufhin wiederholt den Clinch, um sich aus der gefährlichen Situation zu befreien.
Ruiz nahm den Schwung mit in die neunte Runde und bearbeitete vor allem den Körper seines 2,01 Meter großen Gegners. Eine komplette Wende gelang dem ehemaligen Champion allerdings nicht.
Knyba kontrolliert die Schlussrunde
In den entscheidenden letzten Runden kehrte Knyba zu seiner ursprünglichen Marschroute zurück. Er boxte aus der Distanz, fing Ruiz beim Versuch, die Innenbahn zu erreichen, immer wieder mit dem Jab ab und nutzte seine Beinarbeit konsequent.
Ruiz hatte zunehmend Probleme, die Distanz zu überbrücken. Zudem waren unter beiden Augen deutliche Schwellungen zu erkennen, insbesondere unter dem linken Auge. Knyba ging kein unnötiges Risiko mehr ein und brachte seinen Vorsprung über die Zeit.
Damit rehabilitierte sich der Pole für seine bislang einzige Prof Niederlage. Im Januar war Knyba in der dritten Runde von Agit Kabayel gestoppt worden. Nun möchte er genau diesen Kampf noch einmal.
„Dieses Gefühl ist unglaublich“, sagte Knyba nach seinem Sieg über Ruiz. „Ich möchte unbedingt einen Rückkampf gegen Kabayel.“
Ob Knyba mit dem Erfolg tatsächlich wieder in die unmittelbare Nähe eines WM-Kampfes rückt, bleibt abzuwarten. Für Andy Ruiz Jr. stellt sich dagegen eine andere Frage: Wie viel hat der Mann, der 2019 mit seinem Sensationssieg über Anthony Joshua Boxgeschichte schrieb, im Alter und nach den langen Pausen noch im Tank?















Schön, das sind gute Neuigkeiten. Gratulation an Knyba und ich hoffe, dass Ruiz von den großen Promotern nun endlich fallen gelassen wird. Er war nie Weltspitze, ein richtiges Schwergewicht oder gar ein richtiger Champion, sondern immer nur ein übergewichtiges Cruiserweight, welches die Arroganz von AJ nutzen konnte, um einen Lucky Punch anzubringen. Wie er sich nach diesem Erfolg verhalten hat zeigt, dass er einfach nicht die Disziplin hat, die es braucht, sondern für diesen einen einzigen Erfolg damals noch heute die Vorschusslorbeeren fordert. Komm Andy, bleib weiter inaktiv, mach ordentlich Party und hau kräftig rein. Noch weitere Chancen oder gar eine Joshua-Trilogy hast du dir beim besten Willen nicht verdient. Da stehen bessere Kandidaten in den Startlöchern, die bereit sind, dafür zu arbeiten.