Damian Knyba-Interview: „Ich hatte eine hervorragende Vorbereitung“

Kämpft demnächst gegen Agit Kabayel: Damian Knyba.

Im Boxen1-Interview schildert der polnische Herausforderer seine Gedanken zum Kampf und möchte Deutschland mit einem KO-Sieg verlassen.

Deutschland freut sich auf das große Homecoming des Schwergewichtsstars Agit Kabayel (26-0), der am Samstag in der Rudolf Weber Arena in Oberhausen kämpfen wird. Doch die Augen sind nicht nur auf den Deutschen gerichtet. Für den WBC-Interims-Herausforderer Damian Knyba (17-0) stellt sich ebenfalls eine riesige Chance, sich international zu beweisen. Knyba gilt als ungeschlagenes Talent, besitzt einen laufenden Vertrag in den USA und weist mit einer Reichweite von 2,18 m die längste aller bekannten aktiven Schwergewichte auf.

Für ihn ist es die einmalige Chance, von der er immer geträumt hat – und er ist gewillt, sie zu nutzen. Für sich selbst, aber auch für sein Heimatland Polen, wo die Sehnsucht groß ist, nach vielen Jahren endlich einen Schwergewichtsweltmeister hervorzubringen. In der Vergangenheit gab es durchaus fähige polnische Schwergewichte, darunter Mariusz Wach, Albert Sosnowski, Tomasz Adamek und vor allem Andrzej Gołota, die jedoch allesamt den finalen Schritt nicht ganz gehen konnten.

Knyba möchte nun die Gelegenheit zum ganz großen Triumph nutzen und der Welt zeigen, was für ein Boxer er ist – ungeachtet dessen, wie der Ausgang am Samstag sein wird. Dafür hat er sich im Vorfeld intensiv vorbereitet.

Boxen1 bekam unmittelbar vor dem Kampf die Gelegenheit, dem polnischen Herausforderer einige Fragen zu stellen. Die Fragen und Antworten wurden ins Deutsche übersetzt.

Das Boxen1-Interview mit Damian Knyba

Boxen1: Hallo Damian, es sind nur noch wenige Tage bis zu deinem großen Kampf. Wie fühlst du dich?

Ich bin sehr aufgeregt und kann es kaum erwarten. Ich habe mein ganzes Leben für eine solche Chance gearbeitet.

Du hast in den USA bereits in einigen großen Hallen gekämpft, aber das Main Event in Oberhausen wird sicher noch einmal etwas ganz Besonderes für dich sein, oder?

Natürlich ist dieser Kampf die Erfüllung meiner Träume. Ich boxe um den WBC-Interimstitel. Noch nie ist ein polnischer Boxer Schwergewichtsweltmeister geworden — wenn mir das gelingt, werde ich Geschichte schreiben. Ich bin stolz, Pole zu sein, und ich möchte, dass die Polen stolz auf mich sind.

Wie bist du eigentlich zum Boxen gekommen? Was war der Antrieb, mit dem du deine Liebe zum Boxen entdeckt hast?

Ich habe mit der Leichtathletik begonnen – zuerst im Kugelstoßen, dann wechselte ich zum Diskuswurf. Aber mir wurde klar, dass mir selbst eine olympische Goldmedaille nicht so viel Freude bereiten würde wie das Boxen. Ich hatte große Perspektiven im Diskuswurf, entschied mich jedoch, ein Risiko einzugehen und meinem Traum zu folgen – also begann ich mit dem Boxtraining.

Ich hatte eine hervorragende Vorbereitung und sehr gute Sparringspartner

Mateusz Masternak, Damian Knyba und Piotr Wilczewski.

Nun steht dein bislang wichtigster Kampf gegen Agit Kabayel an. Was wird entscheidend sein, damit du siegreich sein kannst?

Ich weiß, dass Agit definitiv Druck auf mich ausüben wird – das ist seine große Stärke, und er ist zudem sehr gut mit Körpertreffern. Ich werde den Kampfplan nicht verraten, aber mein Vorteil liegt ganz klar im Boxen auf der langen Distanz.

Wie sah deine Vorbereitung auf den Kampf aus? Hast du gute Sparringspartner gefunden, die vom Typ her Kabayel ähneln?

Ja, ich hatte eine hervorragende Vorbereitung und sehr gute Sparringspartner. Dieses Mal fand das gesamte Trainingslager in Polen statt, unter der Leitung von Piotr Wilczewski.

Du weist eine enorme Reichweite auf, doch Kabayel gilt als exzellenter Bodypuncher. Ist es gegen einen solchen Gegner überhaupt dauerhaft möglich, die Distanz zu halten?

Das werden wir am Samstag sehen, aber gemeinsam mit meinem Trainer haben wir mehrere Lösungen für unterschiedliche Szenarien vorbereitet. Ich glaube, dass ich konditionell ein sehr starker Kämpfer für die Schwergewichtsklasse bin.

Vor dem Duell hörte man aus Polen verärgerte Stimmen wegen fehlender Akkreditierungen in Oberhausen. Hast du davon etwas wahrgenommen?

Ja, ich habe davon gehört, aber mein Team hat versucht, das Problem zu klären. Ich konzentriere mich voll und ganz auf meinen Kampf.

Im Boxen verfolgt man natürlich immer seine individuellen Ziele, aber ein Erfolg wäre auch ein historischer Sieg für das polnische Schwergewichtsboxen. Wie sehr motiviert dich das zusätzlich?

Ich bin ein großer polnischer Patriot und stolz darauf! Das ist eine enorme Motivation für mich und gibt mir wirklich zusätzliche Kraft.

Abschließende Frage, Damian: Was werden alle Boxfans am Samstag von dir sehen, das sie auf keinen Fall verpassen dürfen?

Schaut euch den Kampf an! Ich weiß, dass Kabayel ein harter Gegner ist, aber ich bin nach Deutschland gekommen, um durch Knockout zu gewinnen!

DAZN überträgt den Kampfabend live im PPV

Agit Kabayel trifft am 10. Januar auf Damian Knyba in Oberhausen.

Agit Kabayel und Damian Knyba treten am Samstag im Hauptkampf in der Rudolf Weber Arena in Oberhausen an. Gekämpft werden 12 Runden um die WBC-Interimsweltmeisterschaft im Schwergewicht. Die Veranstaltung ist restlos ausverkauft.

Wer kein Ticket ergattert hat, kann das Event live auf DAZN verfolgen. Passend zur Kampfwoche des Duells Kabayel vs. Knyba bietet DAZN ein Sonderangebot an: Das SuperSport-Paket ist für 10 € statt 25 € erhältlich. In Kombination mit dem zusätzlichen PPV für 10 € belaufen sich die Gesamtkosten somit auf 20 € für das Event. Zudem sei erwähnt, dass in den kommenden Wochen zahlreiche weitere hochklassige Boxkämpfe auf DAZN übertragen werden.

Die Veranstaltung beginnt mit den kostenlosen Prelims um 16 Uhr, die PPV-Maincard ist ab 18:45 Uhr auf DAZN vorhergesehen.

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