Chantelle Cameron ist neue Dreifach-Weltmeisterin im Superweltergewicht. In Birmingham bezwang die Britin Mikaela Mayer einstimmig nach Punkten und vereinigte die WM-Titel von WBA, WBC und WBO. Schon im Ring einigten sich beide grundsätzlich auf eine Revanche.
Chantelle Cameron besiegt Mikaela Mayer – Revanche über Drei-Minuten-Runden geplant
Chantelle Cameron (23-1, 8 KOs) hat einen der größten Siege ihrer Karriere gefeiert. Beim MVPW-06-Event im bp pulse LIVE in Birmingham bezwang die Britin Mikaela Mayer (22-3, 5 KOs) nach zehn intensiven Runden einstimmig nach Punkten. Die Punktrichter werteten zweimal 97-93 sowie 96-94 für Cameron.
Damit ist Cameron nun Weltmeisterin der WBA, WBC und WBO im Superweltergewicht.
Mayer erwischte zunächst den besseren Start. Die US-Amerikanerin setzte ihren Jab effektiv ein, nutzte ihre Reichweite und hielt Cameron auf Distanz. Doch die Britin ließ sich davon nicht von ihrem Plan abbringen. Sie erhöhte kontinuierlich den Druck, verkürzte die Distanz und fand vor allem mit ihrer rechten Hand zunehmend ihr Ziel.
Ab der zweiten Kampfhälfte entwickelte sich ein offener und hochklassiger Schlagabtausch. Cameron arbeitete verstärkt zum Körper und zwang Mayer immer häufiger in den Infight. Die Amerikanerin hielt dagegen, musste aber zunehmend harte Treffer nehmen.
In der Schlussphase waren die Spuren des intensiven Duells beiden anzusehen. Mayer blutete aus der Nase, während Cameron in der neunten Runde einen Cut im Bereich des linken Auges erlitt. Dennoch nahmen beide auch im letzten Durchgang keinen Fuß vom Gas und tauschten bis in die Schlusssekunden harte Treffer aus.
Camerons permanenter Vorwärtsdrang und ihre effektivere Arbeit auf der kurzen Distanz gaben schließlich den Ausschlag.
Revanche soll über Drei-Minuten-Runden stattfinden
Nach der Urteilsverkündung machten Cameron und Mayer noch im Ring deutlich, dass ihre Rivalität nicht beendet ist. Eine Revanche soll geplant werden.
Cameron formulierte dabei bereits eine besondere Forderung: Das zweite Duell möchte sie über Drei-Minuten-Runden bestreiten.
Im Frauenboxen werden WM-Kämpfe üblicherweise über zehn Runden zu jeweils zwei Minuten ausgetragen. Ein Rückkampf unter den von Cameron gewünschten Bedingungen würde dem Duell entsprechend eine zusätzliche sportliche Dimension verleihen.
Caroline Dubois verteidigt ihre WM-Titel souverän
Im Co-Main Event unterstrich Caroline Dubois (14-0-1, 5 KOs) ihre Stellung in der Weltspitze des Leichtgewichts. Die Londonerin verteidigte ihre WBC- und WBO-WM-Titel gegen Amelia Moore (4-1, 1 KO) deutlich nach Punkten.
Dubois kontrollierte die Distanz von Beginn an und setzte ihre Gegnerin mit schnellen Kombinationen unter Druck. Im fünften Durchgang musste Moore nach einer Kombination sogar zu Boden. Die Amerikanerin reklamierte zwar einen Zusammenstoß mit den Köpfen, der Niederschlag wurde jedoch gewertet.
Moore hatte ihre beste Phase in Runde neun und konnte dort mehrfach mit der Rechten sowie Kombinationen im Infight treffen. An Dubois‘ klarem Vorsprung änderte das nichts. Nach zehn Runden lautete das Urteil zweimal 99-90 und einmal 98-91.
Terri Harper sorgt für vorzeitiges Ende
Für einen der deutlichsten Siege des Abends sorgte Terri Harper (17-3-2, 7 KOs). Die ehemalige Weltmeisterin in drei Gewichtsklassen stoppte Miranda Reyes (9-4-1, 3 KOs) bereits in der zweiten Runde ihres Halbweltergewichtsduells.
Harper kontrollierte die Distanz mit ihrem Jab und erwischte Reyes zu Beginn der zweiten Runde mit einer Linken, die zum ersten Niederschlag führte. Reyes kam bei acht wieder auf die Beine, wurde unmittelbar danach aber erneut unter Druck gesetzt.
Ein kurzer linker Haken schickte die Amerikanerin ein zweites Mal zu Boden. Der Ringrichter brach den Kampf nach 47 Sekunden der zweiten Runde ab.
Harper will nun auch im Halbweltergewicht Richtung WM-Titel marschieren. Ein Erfolg würde sie zur Weltmeisterin in einer vierten Gewichtsklasse machen.
Tellez schlägt Barry knapp nach Punkten
Deutlich enger verlief das Federgewichtsduell zwischen Reina Tellez (14-1-1, 5 KOs) und Jessica Barry (10-2, 2 KOs). Tellez setzte sich nach zehn Runden mit 96-94 durch.
Die US-Amerikanerin kontrollierte zunächst mit ihrem Jab und ihren Kombinationen das Geschehen. In Runde sechs erhielt sie jedoch wegen wiederholter Tiefschläge einen Punktabzug. Barry nutzte die Gelegenheit, erhöhte den Druck und arbeitete intensiv zum Körper.
Tellez landete über die gesamte Distanz jedoch die klareren und wirkungsvolleren Treffer und brachte den knappen Punktsieg über die Zeit.
Tysie Gallagher (11-2) steuerte einen weiteren britischen Erfolg bei. Sie bezwang Brandi Robinson (5-1, 1 KO) nach acht Runden im Superbantamgewicht mit 77-75.
Goyat siegt deutlich – Melvin gelingt Revanche
Auf der Undercard feierte der indische Publikumsliebling Neeraj Goyat (21-4-2, 9 KOs) einen klaren Erfolg gegen den in Wiesbaden beheimateten Yessin Koulali (8-2, 3 KOs). Goyat übernahm spätestens ab der dritten Runde die Kontrolle, marschierte konsequent nach vorne und variierte seine Angriffe zwischen Kopf und Körper.
Nach sechs Runden lautete das eindeutige Urteil 60-54.
Scott Melvin (13-1, 3 KOs) gelang unterdessen die Revanche für die bislang einzige Niederlage seiner Profikarriere. Vier Jahre nach seinem ersten Duell mit Dylan Cheema (11-4, 3 KOs) stoppte Melvin seinen Rivalen in Runde sechs.
Ein rechter Körpertreffer schickte Cheema zunächst zu Boden. Nach weiteren Treffern zum Körper beendete der Ringrichter den Kampf nach 2:33 Minuten.
Shannon Courtenay (11-3-1, 4 KOs) und Ebonie Cotton (2-2-1) trennten sich nach sechs Runden im Superfliegengewicht mit einem 57-57-Unentschieden.
Gemma Richardson (5-0, 1 KO) blieb ebenfalls auf Erfolgskurs und besiegte Kirstie Bavington (10-6-2, 2 KOs) mit 60-54. Brandon Bethell (8-1, 1 KO) gewann gegen Jorge Luis Huerta (4-21, 1 KO) ebenfalls mit 60-54.
Für einen weiteren vorzeitigen Sieg sorgte Hamza Uddin (7-0, 4 KOs). Der ungeschlagene Fliegengewichtler stoppte Jemsi Kibazange (22-16-4, 8 KOs) nach 1:58 Minuten der zweiten Runde.














