Carlos Adames bleibt Mittelgewichts-Weltmeister gegen Hamzah Sheeraz

Riyadh, Saudi Arabia: Carlos Adames v Hamzah Sheeraz, WBC World Middleweight Title Fight
22 February 2025
Picture By Mark Robinson Matchroom Boxing

In einem kontroversen Unentschieden bleibt Carlos Adames verdient WBC-Weltmeister im Mittelgewicht.

Im Mittelgewicht sollte Carlos Adames (24-1-1) die WBC-Weltmeisterschaft in Riad gegen Hamzah Sheeraz (21-0-1) verteidigen. Obwohl Sheeraz der Herausforderer war, galt er in den meisten Augen als Favorit vor dem Kampf. Das lag unter anderem daran, dass er in seinen letzten Kämpfen mit starken vorzeitigen Siegen glänzte. Der mit 1,91 m für das Mittelgewicht außergewöhnlich große Sheeraz bewies in schöner Regelmäßigkeit, dass er seine physischen Vorteile gekonnt ausspielen und viel Schlagstärke entwickeln kann.

Auf der Gegenseite stand der Titelträger Adames, der sich als explosiver Puncher in den USA einen Namen gemacht hat. Allerdings konnte er in seinem letzten Kampf gegen Terrell Gausha (24-4-1) nicht überzeugen. Diese schwache Performance nagte an ihm. „Styles make fights“, sagen die Amerikaner im Boxen, und genau dieser Faktor durfte nicht unterschätzt werden. Während Gausha ein beweglicher Techniker war, sucht Sheeraz selbst gerne den Offensivgang und die harten Momente im Infight – stilistisch betrachtet also die perfekte Voraussetzung für einen guten Kampf.

Taktisch geprägter Kampf mit Vorteilen für Adames – kontroverses Urteil

Riyadh, Saudi Arabia: Carlos Adames v Hamzah Sheeraz, WBC World Middleweight Title Fight
22 February 2025
Picture By Mark Robinson Matchroom Boxing

Wer sich auf eine harte Schlacht eingestellt hatte, wurde enttäuscht. Der Kampf begann schleppend, und bei Sheeraz war von Beginn an der Druck und Respekt zu spüren. Er vermied es konsequent, mit Adames im Infight zu stehen, und bewegte sich viel im Ring. Adames selbst schaffte es nicht, Sheeraz effektiv den Weg abzuschneiden, und schlug oft ins Leere, wodurch die ersten zwei bis drei Runden tendenziell an Sheeraz gingen – obwohl dieser kaum Akzente setzte.

Ab der fünften Runde wurde Adames jedoch stärker und bekam immer mehr Kontrolle über den Kampf. Er zeigte eindrucksvolle Meidbewegungen, die Sheeraz‘ Schläge ins Leere laufen ließen. Seine Beweglichkeit im Oberkörper war beeindruckend anzusehen, und auch seine Powerpunches kamen zunehmend besser durch. Schließlich ging der Kampf in die Endphase, und Sheeraz musste mehr riskieren, um neuer Weltmeister zu werden. In der elften Runde gelangen ihm dann auch einige seltene gute Treffer, doch insgesamt war das zu wenig. Sheeraz brachte kaum Powerpunches ins Ziel, bewegte sich überwiegend im Rückwärtsgang und wirkte insgesamt zu passiv und verkrampft. Zwar setzte er über den gesamten Kampf hinweg einige gute Jabs, die ihm auch ein paar Runden sicherten, doch das allein hätte niemals ausgereicht – oder etwa doch?

Im Boxen kann man sich nie sicher sein, und als Kämpfer mit pakistanischen Wurzeln war Sheeraz sicherlich der Publikumsliebling in Saudi-Arabien. Die Punktrichter entschieden schließlich auf ein geteiltes Unentschieden mit den Wertungen 115-114 für Sheeraz, 118-110 für Adames und 114-114. Alle drei Punkturteile wirkten fragwürdig. Am Ende bleibt Adames zwar WBC-Weltmeister im Mittelgewicht, wurde jedoch um einen klaren Sieg gebracht.

4.9/5 - (9 votes)

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein