
Schockmoment in Liverpool: Linker Haken entscheidet WM-Kampf
Liverpool, England – Brandon Figueroa hat der ausverkauften M&S Bank Arena mit einem späten, aber umso heftigeren Knockout den Atem geraubt. Der ehemalige Weltmeister stoppte den zuvor ungeschlagenen Lokalmatador Nick Ball 32 Sekunden vor dem Ende der zwölften Runde und holte sich den WBA-Gürtel im Federgewicht. Der WM-Kampf wurde weltweit live bei DAZN übertragen.
Der Kampf war eng und schien vor der letzten Runde völlig offen, als Figueroa weniger als zehn Sekunden nach dem Gong einen kurzen linken Haken ins Ziel brachte. Ball, der als 4-1-Favorit in den Ring gestiegen war, ging mit dem Gesicht voran zu Boden. Zwar kam der Brite beim Stand von acht wieder auf die Beine, doch Figueroa setzte sofort nach. Eine wuchtige Schlagserie schleuderte Ball schließlich durch die Ringseile, worauf Ringrichter Steve Gray den Kampf umgehend abbrach.
Figueroa (27-2-1, 19 KOs), der als Pflichtherausforderer angetreten war, lag zu diesem Zeitpunkt bereits auf zwei Punktzetteln vorne. Glenn Feldman und Marcus McDonnell werteten den Kampf mit 106-103 für den US-Amerikaner, während Jean-Robert Laine Ball mit 107-102 in Führung sah.
Respektvolle Worte nach hitziger Szene
„Ich hatte das Gefühl, den Kampf zu kontrollieren“, erklärte Figueroa im Interview. „Nick Ball ist ein großartiger Champion, extrem zäh. Er wäre nicht einfach gefallen, aber ich habe ihn mit diesem kurzen linken Haken erwischt und dann konsequent zu Ende gebracht.“
Kurzzeitig kam es nach dem Abbruch zu hitzigen Szenen zwischen den Teams beider Boxer, die sich jedoch schnell beruhigten. Figueroa zeigte sich anschließend respektvoll: „Großer Respekt an Nick Ball. Er ist ein großartiger Champion aus Liverpool, einer der besten, die England hervorgebracht hat. Die Emotionen sind mit uns durchgegangen, dafür möchte ich mich entschuldigen.“
Kampfverlauf: Ball stark, Figueroa beharrlich
Ball begann furios und setzte den als Rechtsausleger boxenden Figueroa früh unter Druck. Mit schnellen Vorstößen, Uppercuts im Clinch und harten Einzelhänden hatte der Brite zunächst Vorteile. Figueroas Schläge aus der Distanz wirkten zu langsam, Ball konnte geschickt rein- und rausgehen.
Ab der dritten Runde änderte Figueroa die Taktik. Trotz eines Größenvorteils von rund 15 Zentimetern suchte er bewusst die Nähe, erhöhte den Druck und fand besser in den Rhythmus. Vor allem Körpertreffer zeigten Wirkung und zwangen Ball zunehmend in die Defensive.
In der siebten Runde meldete sich der Champion noch einmal zurück, doch seine Angriffe kamen nicht mehr in den gewohnten Kombinationen. Figueroa übernahm wieder das Kommando, drängte Ball immer häufiger an die Seile und vermittelte den Eindruck, das Geschehen zu kontrollieren, auch wenn klare Wirkungstreffer zunächst ausblieben.
In der zehnten Runde fand Ball nochmals besser in den Kampf, doch letztlich setzte Figueroa den entscheidenden Akzent. Der brutale linke Haken in der Schlussrunde beendete den Kampf abrupt und entriss den Punktrichtern jede Entscheidungsgrundlage.
Neue Möglichkeiten für Figueroa
Mit diesem spektakulären Sieg ist Figueroa nun zweifacher Weltmeister im Federgewicht und empfiehlt sich für weitere große Kämpfe. Der actionreiche Stil des 29-Jährigen dürfte ihm nach diesem Auftritt zahlreiche attraktive Optionen auf der großen Bühne eröffnen.














