BOX-OUT heute (ab 20.15 Uhr) bei KabelEins

Daniel, das Talent aus der Wüste

Ein Bericht von Wolfgang Weggen

Endstation Wildnis mit BOX-OUT-Geschäftsführer Christian Görisch in der Hauptrolle. KabelEins zeigt heute (Dienstag) ab 20.15 Uhr die dritte Folge dieser Serie. Diesmal aus dem brasilianischen Recife. Aufgabe für den Hamburger Boxlehrer und sein neues vierköpfiges Team: Innerhalb von zwei Wochen für die notleidende Bevölkerung ein kleines Schulgebäude errichten! Natürlich darf das Boxen dabei nicht fehlen…

IMG_4172Und das sollte man über Recife, das im Nordosten Brasiliens am Atlantischen Ozean liegt, unbedingt schon wissen:

• Höchste Mordrate Brasiliens bei ca. 1,5 Millionen Einwohnern – doppelt so hoch wie in Rio

• Boa Viagem rangiert, was die Angriffe von Haien auf Menschen betrifft, unter den 10 weltweit gefährdetsten Stränden

Und das sind die vier Kandiaten: Lena („An den Problemen sind immer die anderen schuld“), Benjamin (Seine Mutter und Schwester nerven ihn), Natascha (Mit 17 Jahren ist ihr liebstes Hobby saufen…) und Dennis („Zu einer ordentlichen Party gehört viel Alkohol“).
Christian Görisch erzählt:

„Von Recife aus ging es aber noch einmal ca. 380 km ins Landesinnere nach Manari (Region Inaja). Dies ist eine der ärmsten Regionen Brasiliens – ohne Internet und Telefonnetz. Lediglich Satellitentelefon ist möglich. Schlafen mussten wir dort unter ganz spärlichen Bedingungen in Zelten.

IMG_4164In der Region Inaja leben die Nachkommen der Ureinwohner Brasiliens unter einfachsten Lebensbedingungen. Menschen sterben teilweise noch an Wassermangel. Kinder haben keine Vorstellungen, keine Träume für ihre Zukunft, da sie nichts von der großen, weiten Welt kennen. Bildung findet fast nicht statt. Die Bewohner sind sich selbst überlassen.

Manari, der nächste Ort, liegt etwa 20 km entfernt, wo es auch grundlegende ärztliche Versorgung gibt. Problem: Ein Transport und erste ärztliche Maßnahmen kosten ab 2.000,- brasilianische Reas aufwärts (umgerechnet ca. 800,- €). Der monatliche Verfügungsbetrag pro Familie liegt aber durchschnittlich nur bei ca. 300,- Reas!

Unsere Aufgabe war es hier also, für die NGO Pão é Vida ein kleines Schulgebäude für ca. 100 Kinder und Jugendliche zu errichten. Damit grundlegende Schulbildung zumindest räumlich funktionieren kann. Aber: Den Kindern muss die Notwendigkeit von Bildung ja erst einmal vermittelt werden, denn ohne Bildung können sie sich ja nicht selbst aus dieser schlimmen Situation herausboxen…

Es fehlen natürlich auch Lehrer. Dazu muss man wissen, dass der Mangel extrem groß ist. Ein Mathelehrer muss z. B. bis zu 200 Stunden in der Woche unterrichten, wobei der dabei erzielte Lohn jedoch nicht einmal zum Lebensunterhalt reicht. Unglaublich: In den Städten schauen Lehrer beim Unterricht oftmals sogar in Pistolenläufe, weil die Waffen von Schülern zum Erzwingen von besseren Noten eingesetzt werden…

Daniel_BOX-OUTKlar, ohne Boxtraining ging es natürlich auch hier nicht. Die Trainingseinheiten fanden großen Anklang und Nachfrage. An dem von mir umfunktionierten Jutesack sieht man Danièl, ein Riesen-Talent aus der Wüste.

Er wird 11 Jahre alt, ist sehr intelligent und hat aus meiner Sicht eine sehr große Begabung für das olympische Boxen. Zum Beispiel versuchte er beim obligatorischen „Schulterticken“ nicht wie die anderen Jungen, ohne Technik in wilder Art viele Treffer zu landen. Er zog sich die Boxhandschuhe an und machte schon beim ersten gegnerischen Angriff eine blitzsaubere Roll-Bewegung mit folgenden Kontern. Toller Bewegungsablauf, optimale Distanz zum Partner (Gegner), technisch-taktisches Grundverständnis und große Schlagkraft ! Waoh.

Danièl hätte ich echt gerne mitgenommen. Ging natürlich nicht. Jetzt freut er sich aber über die Möglichkeiten, die ihm in der Schule geboten werden.

Also heute Abend (Dienstag) ab 20.15 Uhr KabelEins einschalten, um mitzuerleben, was da für/mit uns in der ärmsten Region Brasiliens wirklich abging…“

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