Box-Legende Don Elbaum mit 94 Jahren verstorben

Die Boxwelt trauert um Don Elbaum, einen der schillerndsten Promoter und Matchmaker der Geschichte.

Wie die International Boxing Hall of Fame bekanntgab, verstarb Elbaum am 27. Juli im Alter von 94 Jahren. Elbaum, der 2019 in die Hall of Fame aufgenommen wurde, war nicht nur ein umtriebiger Geschäftsmann im Boxsport, sondern auch eine echte Kultfigur. Selbst wenn er diese Bezeichnung nie mochte. „Vom Boxer zum Matchmaker und Promoter – es gab keine farbenfrohere Persönlichkeit im Boxen als Don Elbaum. Seine Kreativität im Promoten war unerreicht“, würdigte Ed Brophy, Executive Director der Hall of Fame, den Verstorbenen.

Vom Amateurboxer zum Tausendsassa im Boxgeschäft

Geboren am 16. Juni 1931 in Erie, Pennsylvania, begann Elbaum bereits als Teenager seine außergewöhnliche Karriere. Mit 15 Jahren arbeitete er als Matchmaker, mit 18 Jahren veranstaltete er seine ersten eigenen Boxabende. Während er als Boxer zwischen 1960 und 1971 offiziell kaum Spuren hinterließ – laut eigenen Angaben 6-3-1, laut Boxrec 0-3-1 – machte er sich hinter den Kulissen unsterblich: Über 10.000 Kämpfe als Matchmaker, über 1.000 Boxveranstaltungen als Promoter. Allein 196 Shows in fünf Jahren im legendären Tropicana in Atlantic City in den 1980er Jahren.

Er arbeitete mit Größen wie Muhammad Ali, Sonny Liston, Floyd Patterson, Willie Pep, Aaron Pryor, Roberto Duran und Sugar Ray Robinson. Aber auch Namen wie Earnie Shavers, Nikolai Valuev und Tony Tubbs tauchten in seiner langen Vita auf.

Elbaum war bekannt für seinen Einfallsreichtum und seine außergewöhnlichen Aktionen. Er organisierte Kämpfe auf der Suche nach „dem schlechtesten Boxer der Welt“, bei denen der Verlierer zurücktreten musste. Er verkaufte Werbung auf den Schuhsohlen von Boxern, damit diese bei einem KO im Bild war. Er ließ sogar eine Hochzeit im Ring stattfinden und das unmittelbar vor dem Kampf des Bräutigams. Seine Wege kreuzten sich 1972 auch mit Don King, der zu diesem Zeitpunkt noch nicht im Boxgeschäft aktiv war. Elbaum half ihm, ein Charity-Event mit Muhammad Ali in Cleveland auf die Beine zu stellen. Dies war der Beginn von Kings beispielloser Promoter-Karriere.

Emotionale Abschiedsworte von Wegbegleitern

Viele langjährige Freunde und Kollegen würdigten Elbaum in den sozialen Medien. Lou DiBella, selbst Hall-of-Fame-Promoter, schrieb: „Eine der schillerndsten, glanzvollsten Figuren des Boxens hat die Bühne verlassen. Donnie war ein meisterhafter Geschichtenerzähler und ein selbsternannter Schurke – ein liebenswerter Überbleibsel einer vergangenen Zeit. Ein Schweizer Taschenmesser des Boxens, er konnte einfach alles.“

Auch Ringansager-Legende Michael Buffer erinnerte sich an seine Anfänge durch Elbaum:
„Vor 43 Jahren bat mich Don Elbaum, in einem Einkaufszentrum bei Atlantic City aus dem Ring die Kämpfer anzusagen – meine allererste Erfahrung als Ringansager. Er hat mich nicht bezahlt, aber gratuliert. Vier Monate später stand ich bereits vor TV-Kameras. Mein Herz ist schwer bei der Nachricht von seinem Tod. Don war einzigartig, ein wahrer Hall-of-Famer, der sein ganzes Leben dem Boxsport gewidmet hat.“

Mit Don Elbaum verliert die Boxwelt einen Mann, der in über acht Jahrzehnten unermüdlich für den Sport lebte. Ein unersetzliches Original, das in Erinnerung bleiben wird.

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