Ben Whittaker stoppt krachend Benjamin Gavazi in der ersten Runde

Für Benjamin Gavazi war gegen Ben Whittaker nichts zu holen.
Picture By Mark Robinson Matchroom Boxing

Der Landauer Benjamin Gavazi wollte sich in England auf großer Bühne beweisen. Es folgte hingegen eine krachende Niederlage.

Am Samstag veranstaltete Matchroom Boxing einen Kampfabend in der Resorts World Arena in Birmingham, England. Dort stand im Hauptkampf der virale Hypeboxer Ben Whittaker (10-0-1), der mit seiner extravaganten Kampfweise ein Millionenpublikum erreichte. Whittaker holte Silber bei den Olympischen Spielen von Tokio und galt als eine der heißesten Personalien in Großbritannien. Sein Profidebüt gab er im Juli 2022 bei Boxxer und entwickelte sich schnell zum Publikumsliebling.

Zwar wies Whittaker keinen sonderlich starken Kampfrekord auf und befand sich noch in der typischen Aufbauphase im Profiboxen, dennoch schaffte er es gegen seine chancenlosen Gegner stets, in aller Munde zu sein. Das lag vor allem daran, dass er immer wieder virale Momente in seinen Kämpfen einbaute – unorthodoxe Bewegungen, die perfekt den Zeitgeist des Social-Media-Zeitalters trafen.

Nun endete sein Vertrag bei Boxxer und Whittaker schloss sich Eddie Hearn und Matchroom Boxing an, wo er zu einem der Gesichter für die kommenden Jahre aufgebaut werden soll. Entsprechend gespannt blickte man auf sein Promotionsdebüt – als Gegner fungierte ein Deutscher.

Viraler Highlight-KO geglückt – Gavazi verbleibt chancenlos

Die Gegnerwahl für Whittakers ersten Matchroom-Kampf gestaltete sich durchaus spannend. Es musste ein Gegner sein, der eine respektable Bilanz mitbringt, dennoch aber schlagbar erscheint – im Idealfall durch einen spektakulären KO, der Whittakers Hype auch bei Matchroom weiter entfacht. Die Wahl fiel schließlich auf den Landauer Benjamin Gavazi (19-2), der scheinbar sämtliche Kriterien erfüllte.

Gavazi wies eine ordentliche Kampfbilanz auf und war zuvor in den Top 50 des Halbschwergewichts gelistet. Zuletzt konnte er bei der großen WBC Convention in Hamburg seinen stärksten Sieg feiern, als er den zuvor ungeschlagenen Branimir Malenica (11-1) überraschend klar dominierte und stoppte. Entsprechend selbstbewusst reiste Gavazi nach Birmingham und wollte sich einem großen Publikum präsentieren.

„Ich werde auf jeden Fall mein Bestes geben, um zu performen. Ich möchte der großen Boxwelt zeigen, was ich für ein Kämpfer bin“, so Gavazi vor dem Kampf gegenüber Boxen1.

Zum Kampf selbst lässt sich am Ende leider nicht viel schreiben. Der Schützling von Dominik Junge versteckte sich nicht, boxte aktiv mit und versuchte sich über den Jab zu etablieren. Whittaker begann zunächst verhalten, variierte clever mit dem Jab und punktete damit. Ab der Mitte der ersten Runde erhöhte er das Tempo, schlug variabel harte Treffer zum Kopf und Körper. Gavazi ging zu Boden, stand tapfer wieder auf und wurde kurz darauf schwer KO geschlagen.

Die Chance zu ergreifen, ist stets ein Versuch wert

Faire Geste nach dem Kampf: Ben Whittaker und Benjamin Gavazi.
Picture By Mark Robinson Matchroom Boxing

Gavazi hatte sich viel vorgenommen, konnte jedoch nichts davon umsetzen. Eine maximal bittere Niederlage, die sicher schmerzt. Zwar glaubten nur wenige Beobachter ernsthaft an einen Sieg des Deutschen – dass er jedoch so schnell von Whittaker zerstört werden würde, überraschte dann schon.

Dennoch sollte man Gavazi keinen Vorwurf machen. Es war absolut richtig, die Chance zu ergreifen und sich der internationalen Bühne zu stellen. Viele Wege stehen geschrieben, und am gestrigen Samstag sollte es für Gavazi einfach nicht reichen. Das ist schmerzhaft, sollte ihm aber nicht den Mut für seinen weiteren Weg rauben.

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4 Kommentare

  1. Zu allererst das wichtigste Benni geht es gut, wir haben ihn im Krankenhaus komplett checken lassen.

    Alle Experten haben gesehen wie der erste entscheidende Niederschlag zustande gekommen ist.
    Ein Tiefschlag tiefer wie bei dem damals als Usyks Gegner verwarnt (und aufs übelste beschimpft wurde).
    Und dann der Niederschlag ein Schlag auf den Hinterkopf mit der Innenhand und ihr wisst was das bedeutet! Von dem er sich nicht erholte. Einfach mal den Kampf und die Sekunden vor dem ersten Niederschlag ansehen.

  2. Stimmt. Das war ein Long Range Hook von Whittaker. Da muss man Palm Down schlagen und nicht Palm In. Technischer Fehler, den der Ringrichter leider nicht sieht. Und der Tiefschlag davor auch. Unglücklicher geht’s ja gar nicht…

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