Wenn ich ehrlich bin, ist es nicht Tag 1 für mich, sondern ich bin bereits Sonntagnacht angereist und konnte mich schon akklimatisieren. Tatsächlich gibt es keine Direktflüge aus Deutschland und ich bin über die Dominikanische Republik geflogen, insgesamt hat das Ganze fast 20 Stunden gedauert.
Abass Baraou ist heute angereist – wie er mir sagte, allerdings muss er sich nicht akklimatisieren, denn sein Trainingscamp war in Miami und von dort ist es nur ein kurzer Flug.
Heute Morgen hatte ich bereits meinen großen Kampf – mit einem Tarpon. Wisst ihr, was ein Tarpon ist? Ein Tarpon ist ein prähistorischer Fisch, die Gattung existiert schon seit über 100 Millionen Jahren – sie steht unter Schutz – wir haben mit runden Haken geangelt, um die Fische nicht zu verletzen. Und ich habe wirklich einen Tarpon gefangen, rund 15 Pfund schwer.

Heute sind die Aktivitäten um den Kampf gestartet – es ging los mit den Public Workouts:
WEDNESDAY, JANUARY 28
PUBLIC WORKOUTS
5:00pm / Doors 4:30pm
DISTRITO T-Mobile
Popular Plaza Stage – 250 Convention Blvd – San Juan, PR 00907 (Event is outdoors)
Hosted by: Hector “Playmaker” Torres
5:05pm- Giovani Santillan
5:15pm- Yadriel Caban Gerena
5:25pm- Carlos De Leon
5:35pm- Rohan Polanco
5:45pm- Christian Gomez
5:55pm- Abass Baraou
6:10pm- Juanmita Lopez De Jesus
6:25pm- Xander Zayas
Was mir als erstes beim Blick auf das Programm aufgefallen ist, Abass Baraou absolviert nicht direkt vor Xander Zayas seinen public workout, sondern als „Co-Main“ ist Juanmita Lopez De Jesus vorgesehen, der Sohn von Juan Manuel „Juanma“ López, ehemaliger WBO-Weltmeister im Federgewicht und Superfedergewicht und Puerto-Ricaner. Eigentlich eine Unverschämtheit.
Aber es geht noch weiter – wie ich von Martin Armbruster, der für RTL und ntv über Boxen berichtet, per whatsapp erfahre, der mir einen Artikel der Sun weiterleitet: „Der Kampf wird beschmutzt“ lautet das Zitat in der Überschrift.
Hier wird Abass Baraou wie folgt zitiert: „Als der Kampf zustande kam, ging es mir nicht ums Geld – unsere einzige Forderung waren neutrale Offizielle. Alle sagten: ‚Natürlich, kein Problem‘, so als wäre es verrückt, keine neutralen Offiziellen zu haben.“ „Schließlich bin ich ein Champion, der zustimmt, nach Puerto Rico zu reisen, um dort gegen einen Puerto Ricaner um den WBO-Titel zu kämpfen, der von einer puerto-ricanischen Organisation vergeben wird.“
„Zu Beginn der Fight Week wurde uns mitgeteilt, dass es ein Problem mit den Regeln der Boxkommission von Puerto Rico gebe, wonach der Ringrichter und mindestens ein Punktrichter aus Puerto Rico stammen müssten. Aber alle Beteiligten sind entweder Puerto Ricaner oder eng mit dem puerto-ricanischen Boxen verbunden – wie kann man da behaupten, man habe von dieser angeblichen Regel erst jetzt erfahren? Es ist eine große Überraschung, und wir haben davon erst in der Fight Week erfahren. Wir haben widersprochen, denn wir haben einen Vertrag, der neutrale Offizielle festschreibt.“
Die public workouts finden in der Distrito T-Mobile statt, ein Open-Air Restaurant- und Einkaufskomplex. Ich komme hier kurz vor 17 Uhr an – es ist tatsächlich wenig los, wenige handvoll Zuschauer. Ein Ring wurde hier in der Mitte des Platzes aufgebaut, umgeben von riesigen Werbetafeln, auf denen Abass und Xander Zayas abgebildet sind. Ich hole meine Credentials, ein schlichtes Papierarmband, von Toprank ab und gehe in den für die Presse abgesperrten Bereich.
Mit der Zeit und mit dem Beginn der public workouts füllt sich der Bereich. Der einzige Prominente, den ich ausmachen kann, ist Shane Mosley. Jetzt ist auch Abass mit seinem Team da. Ich gehe zu ihm und wir unterhalten uns. Er strahlt sehr große Zuversicht aus und ist sich sicher, dass er das Ding holen wird. Punkt- und Ringrichter sind kein Thema. Ein Mann auf einer Mission. Wirklich beeindruckend. Aber er hat sich doch immer durchgeboxt, seine Kämpfe in England und dann in Orlando gegen Yoenis Tellez auf einer Veranstaltung von Most Valuable Promotions – Abass hatte nur Auswärtsspiele.
Im Interview nach dem public workout sagt Abass, dass er ein großartiges Trainingscamp hatte, sein härtestes überhaupt und dass er sich in großartiger Form befindet und dass es „seine Zeit“ sei.
„Er macht das“, denke ich mir.
Als Xander Zayas seinen public workout hat, ist Abass mit seinem Team schon wieder weg. Gerne hätte ich auch geschrieben, was Zayas in seinem Interview gesagt hat, leider wurde dies nur auf Spanisch durchgeführt. Unüblich für einen internationalen Kampf, aber es passt ins Bild.
Morgen geht es weiter mit der Pressekonferenz.














