
© Torsten Helmke / Markus Kaben
Zahlreiche vorzeitige Ausgänge gab es am Samstag bei der 18. Universum Boxing Night in Hamburg zu verzeichnen.
Nach einer Verschiebung im Mai fand am vergangenen Samstag die 18. Universum Boxing Night im hauseigenen Universum Gym in Hamburg statt. Zehn Profiboxkämpfe präsentierten Promoter Ismail Özen, Matchmaker Marlon Esteban und Ringsprecher Raiko Morales, die kostenlos live auf dem Universum-YouTube-Kanal übertragen wurden.
Das Essener Cruisergewicht Hamza Hassan (2-0) durfte bereits in seinem zweiten Profikampf den Hauptkampf bestreiten. Der Deutsche U19-Amateurmeister brachte einen lautstarken Anhang mit in die Hansestadt und wollte wertvolle Erfahrungen gegen den routinierten Southpaw Ivan Matute (32-28-2) sammeln.
Disziplinierte Kampfführung sichert den Punktsieg

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Von Beginn an zeigte sich Hassan von seinem langjährigen Trainer Frank Nierhaus hervorragend eingestellt und bewegte sich diszipliniert von der linken Schlaghand seines Gegners weg. Matute, der deutlich kleiner war, fand gegen den beweglichen Hassan nur selten die für ihn notwendige Nahdistanz. Wenn der Venezolaner einmal nach vorne stürmte, war Hassan meist schon wieder aus der Gefahrenzone und versuchte, den Kampf über die Distanz zu kontrollieren.
Defensiv machte Matute es aber solide. Immer wieder arbeitete er mit einer eingerollten Schulter und schuf so Winkel, wodurch zahlreiche Schläge des Gegners an Präzision verloren.
In der vierten und letzten Runde kam Matute zwischenzeitlich noch einmal gut durch, doch Hassan überstand diese Phase und sicherte sich schließlich den verdienten einstimmigen Punktsieg mit 2 × 40:36 und 39:37.
„Die Taktik ging auf. Wir haben eingeübt, dass die rechte Hand immer oben bleibt, egal was passiert. Ich habe sie einmal fallen gelassen, da hat er mir direkt eine reingehauen. Ansonsten ging die Taktik ziemlich gut auf. Wir haben genau das geboxt, was wir vorher geübt haben“, sagte Hassan mit einem Lächeln gegenüber Boxen1.
Nach dem Kampf richtete Hassan noch einen besonderen Dank an seinen Trainer, mit dem er bereits die deutsche U19-Meisterschaft gewann:
„Viele sehen es nicht, aber Frank Nierhaus ist seit mittlerweile fast acht Jahren an meiner Seite. Er hat mich durch jede Vorbereitung begleitet. Ich bedanke mich von Herzen bei meinem Coach.“
Helmut Ofori sichert sich einen Punktsieg

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Der Hamburger Helmut Ofori (3-0) blickt auf eine fundierte Amateurlaufbahn zurück und gab im vergangenen Oktober sein Profidebüt. Am Samstag bestritt er nun seinen dritten Profikampf. Als Gegner wurde der unangenehme Southpaw Robin Zamora (22-52) verpflichtet. Im Supermittelgewicht musste Ofori dabei erstmals über die volle Distanz von sechs Runden gehen.
Ofori präsentierte sich hervorragend austrainiert und zugleich sehr beweglich. Seine Deckung ließ er häufig tief hängen und verließ sich defensiv stark auf seine Reflexe. Ein durchaus riskanter Ansatz gegen den ungestümen Zamora, der sich jedoch auszahlte. Immer wieder wich Ofori den Angriffen aus und setzte selbst die klareren Treffer.
Ein Aufwärtshaken sorgte schließlich in der zweiten Runde für einen Niederschlag, der entsprechend angezählt wurde.
Auch wenn Zamora nur wenige präzise Aktionen landete und häufig am beweglichen Ofori vorbeischlug, muss man ihm zugutehalten, dass er den Kampf stets unangenehm gestaltete. Am Ende sicherte sich Ofori jedoch seinen ersten einstimmigen Punktsieg mit 60:53 sowie zweimal 59:54.
„Zamora war ein unangenehmer und sehr giftiger Gegner. Entscheidend war, dass ich mich während des Kampfes taktisch umstellen konnte. Mit meiner Physis und dem konstanten Druck habe ich ihn stark in die Defensive gedrängt. Außerdem habe ich mich von den vielen Kopfstößen nicht beirren lassen. Dadurch konnte ich meine Treffer setzen, die Kontrolle übernehmen und den Kampf klar gestalten“, sagte Ofori auf Nachfrage von Boxen1.
Die Erfahrung über die neue Distanz von sechs Runden war für Ofori besonders wertvoll. Gleichzeitig arbeitet er daran, seinen aus dem Amateurbereich geprägten Stil so weiterzuentwickeln, dass er auch im Profiboxen möglichst effizient funktioniert.
„Das größte Learning war für mich die Umstellung vom Amateur- zum Profiboxen. Im Profibereich geht es nicht mehr darum, nur schnell und aktiv zu sein, sondern über mehrere Runden clever, geduldig und taktisch zu arbeiten. Der Wechsel von drei auf sechs Runden hat mir gezeigt, dass ich meinen Stil bereits weiterentwickelt habe und noch weiterentwickeln kann. Im Profiboxen geht es deutlich überlegter zu.“
Razmik Sargsyan liefert den Kampf des Abends

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Das boxerische Highlight der Veranstaltung lieferte Leichtgewicht Razmik Sargsyan (3-0). Der mehrfache Deutsche Amateurmeister boxte für den Boxclub Traktor Schwerin und gilt als exzellenter Techniker. Dass er auch den nötigen Biss für das Profiboxen mitbringt, bewies er bereits in seinen ersten Kämpfen. Nach einer harten Schlacht im Mai lieferte sich Sargsyan nun erneut einen packenden Kampf – diesmal gegen Moises Garcia (12-23-1).
Sargsyan ließ keine Zeit verstreichen und übernahm direkt das Kommando. Das Tempo war durchgehend hoch, und er punktete immer wieder mit sehenswerten Haken, die Garcia zusetzten. Es entwickelte sich ein unterhaltsamer Kampf mit guten Aktionen auf beiden Seiten, was auch daran lag, dass Sargsyan offensiv sehr aktiv agierte.
„Es war so geplant, dass ich die ersten zwei bis drei Runden mehr nach vorne gehe und Druck mache. Außerdem wollte ich viel zum Körper arbeiten, damit er müde wird“, schilderte Sargsyan seinen Gameplan gegenüber Boxen1.
Nach dieser Druckphase nahm er etwas Tempo heraus und überließ Garcia zunehmend die Ringmitte. Gleichzeitig suchte er konsequent nach Kontermöglichkeiten und fand diese auch immer wieder. Es war eine reife und vielversprechende Leistung, die schließlich mit einem verdienten einstimmigen Punktsieg (60:54, 2 × 59:55) belohnt wurde.
Weitere Resultate – Ben Fresh siegt vorzeitig in Runde eins

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Das Hamburger Schwergewicht Ben Adwubi (8-0), besser bekannt als Ben Fresh, schlug erneut im Ring zu. Sehr zum Leidwesen des Ungarn Andras Csomor (18-45-2), der nach einer rechten Overhand bereits in der ersten Runde gestoppt wurde. Ein lockerer Stay-busy-Kampf für Adwubi, der bereits am 20. Juni bei der nächsten Universum-Veranstaltung wieder in den Ring steigen wird.
Vedat Deniz (19-0) stoppte Flecher Silva (19-10) im Superleichtgewicht in der fünften Runde durch TKO.
Hassiebollah Alamyar (4-0) sicherte sich im Halbschwergewicht einen vorzeitigen Sieg über Ramiro Blanco (19-57-5). Blanco gab nach der dritten Runde auf.
Haco Göktas (3-0) stoppte Roberto Arriaza (21-17) im Cruisergewicht in der dritten Runde.
Sadik Kirkyasaroglu (2-0), Tarik Acabuga (2-0) und Kafali Umut (1-0) fuhren jeweils Punktsiege ein.
Nächste Universum Boxing Night am 20. Juni

Die Veranstaltung am Samstag wurde kurzfristig auf die Beine gestellt. Für die kommende 19. Universum Boxing Night möchte Promoter Ismail Özen sportlich noch mehr bieten.
Die nächste Veranstaltung findet am 20. Juni erneut im Universum Gym statt. Der Ticketvorverkauf über Reservix hat bereits begonnen.














