Arslan will alles geben!

Vor IBF-WM: „Ich kann noch immer mit den Weltbesten mithalten!“

Nicht einmal mehr zwei Wochen, dann kommt es in der Messehalle Erfurt zum Kampf um die IBF-Weltmeisterschaft im Cruisergewicht. Herausforderer Firat Arslan kennt bereits das Gefühl, ganz oben zu stehen. 2007 bestieg er bereits einmal den WM-Thron. Jetzt will er sich nach der Fehde mit Marco Huck gegen dessen Teamkollegen IBF-Champion Yoan Pablo Hernandez beweisen und den Rekord des ältesten Weltmeisters im Cruisergewicht doch noch aufstellen. Wie der 43-Jährige seinen karrierebedrohenden Fahrradunfall rückblickend sieht und welche Rolle Fritz Sdunek in der aktuellen Vorbereitung spielt, erfährt man im folgenden Interview.

Was bedeutet für Sie der Begriff „letzte Chance“? Diesen haben Sie ja bereits in den letzten Titelkämpfen gegen Marco Huck benutzt. Wie oft kann man denn eine letzte Chance bekommen?

Firat Arslan: So etwas hängt ja auch immer davon ab, wie ein Kampf verläuft. Den ersten Kampf gegen Marco Huck habe ich eigentlich gewonnen, das sahen ja auch fast alle Experten so. Im Zweiten habe ich einen Fehler gemacht, den Marco eiskalt bestraft hat. Jetzt bin ich Sauerland sehr dankbar, dass ich noch einmal diese riesengroße Möglichkeit bekomme. Aber wir müssen uns auch nichts vormachen: Ich bin 43 Jahre alt – sehr viele Chancen bekomme ich ganz sicher nicht mehr.

Wilfried Sauerland hatte Ihnen ja nach der Niederlage im Rematch gegen Marco Huck das Karriereende nahegelegt. Er relativierte diese Aussage aber und sagte wenig später, dass Sie diese Entscheidung für sich selbst treffen müssen. Was gab den Ausschlag für Sie, nochmals einen Anlauf in Richtung Weltmeisterschaft zu starten?

Firat Arslan: Weil ich noch immer mit den Weltbesten mithalten kann, wenn ich meine Leistung abrufe – das habe ich bewiesen. Ich glaube daran, dass ich mir meinen Traum verwirklichen und noch einmal Weltmeister werden kann.

Sie sind quasi ein „Stehaufmännchen“: Bis zu Ihrer ersten WM mussten Sie sich im wahrsten Sinne des Wortes „durchbeißen“, ein Fahrradunfall bedeutete 2009 fast das Karriere-Aus. Wie konnten Sie all diese Rückschläge überwinden und was rettete Sie 2009 vor einer möglichen Querschnittslähmung?

Firat Arslan: Mit viel Willen, Glück – und Gottes Hilfe, der mir die nötige Kraft gegeben hat. Bei dem Fahrradunfall vor fünf Jahren war es wirklich verdammt knapp. Hätte ich nicht so ein starkes Muskelkorsett gehabt, wäre ich heute ziemlich sicher querschnittsgelähmt. Für dieses Glück bin ich dem lieben Gott einfach unendlich dankbar.

Ihr Gegner am 16. August ist IBF-Champion Yoan Pablo Hernandez. Wie würden Sie ihn beschreiben – sowohl sportlich als auch menschlich?

Firat Arslan: Er ist ein absolut sympathischer Mensch. Dass er sportlich zu den Besten zählt, ist ja selbstredend. Er hat gegen Alexander Alekseev vorzeitig gewonnen und zum Beispiel auch Steve Cunningham, einen absoluten Top-Mann, zweimal besiegt. Er ist dynamisch, schlagstark und dabei auch noch präzise. Aber wenn ich nicht an meine Chance glauben würde, müsste ich nicht in den Ring steigen.

Hernandez wird ja wie Huck von Ulli Wegner trainiert. Der hat sie bei Ihren Aufeinandertreffen mit dem WBO-Weltmeister genauestens studieren können. Haben Sie keine Angst, für Wegner ein „offenes Buch“ zu sein?

Firat Arslan: Überhaupt nicht. Dafür habe ich jetzt Fritz Sdunek in der Ecke, der die Gegner seiner Boxer bis ins kleinste Detail analysieren kann und unheimlich viel Erfahrung und Erfolge mitbringt. Er bringt mir jeden Tag etwas Neues bei. Ich würde sagen, da herrscht Gleichstand.

Sie bestreiten erstmals einen Kampf in Erfurt. In dieser ehemaligen Hochburg des Amateurboxsports sind Ulli Wegner und seine Boxer so etwas wie Lokalhelden. Mit der Unterstützung des Publikums können Sie daher wohl nicht unbedingt rechnen, oder?

Firat Arslan: Wahrscheinlich nicht. Aber das Publikum in Erfurt ist fachkundig und fair. Wenn ich eine gute Leistung abrufe, werden die Zuschauer das honorieren. Das war auch 2012 in Marco Hucks früherer Heimat nahe Bielefeld nicht anders.

Wieso können Sie sich spätestens am 17. August IBF-Weltmeister im Cruisergewicht nennen?

Firat Arslan: Ich habe noch nie im Vorfeld versprochen, dass ich einen Kampf gewinnen werde – das werde ich auch dieses Mal nicht tun. Ich kann nur eines versprechen: Dass ich alles dafür tun werde und an meinen Sieg glaube.

Eintrittskarten für die Veranstaltung am 16. August in Erfurt sind über die telefonische Ticket-Hotline 01806-570044 (€ 0,20/min., Mobilfunkpreise max. € 0,60/min.) sowie im Internet bei www.eventim.de erhältlich.

Quelle: Sauerland Event

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