Armend Hasani Bunjaku-Interview: „Ich bin sowieso ein K.-o.-Kämpfer“

Möchte am Samstag in Falkensee für Furore sorgen, Armend Hasani Bunjaku.

Nach einer bitteren kurzfristigen Absage ist Hasani Bunjaku umso entschlossener am Samstag den Titel in Falkensee gegen Jan Meiser zu gewinnen.

Am Samstag findet die zehnte Veranstaltung von Kuc Boxing Promotions statt. Zum Jubiläum hat sich die Promotion etwas Besonderes einfallen lassen und präsentiert gleich vier Titelkämpfe in der Stadthalle Falkensee. Darunter befindet sich auch ein spannender BDB-International-Titelkampf im Superweltergewicht, bei dem Jan Meiser (19-2-1) seinen Gürtel gegen den Herausforderer Armend Hasani Bunjaku (9-2) verteidigt.

Ein brisantes Duell mit Vorgeschichte, denn bereits im vergangenen Februar sollte dieser Titelkampf in Berlin stattfinden. Doch nur wenige Tage vor der Veranstaltung folgte die Hiobsbotschaft für Hasani Bunjaku: Meiser habe sich verletzt und der Kampf könne nicht stattfinden. Eine lange Vorbereitung lag bereits hinter ihm und das Gewicht für die Waage war mühsam erreicht worden. Plötzlich schien all dieser Aufwand vergeblich gewesen zu sein.

Was macht ein solches Erlebnis mental mit einem Kämpfer? Und verleiht es möglicherweise zusätzliche Motivation für die nun bevorstehende Gelegenheit, den Titelkampf am Samstag unbedingt gewinnen zu wollen? Das verrät Armend Hasani Bunjaku im exklusiven Boxen1-Interview vor dem Kampf.

Das Boxen1-Interview mit Armend Hasani Bunjaku

Hallo Armend, in wenigen Tagen steht dein Titelkampf an. Wie fühlst du dich?

Hasani Bunjaku: Grüße dich, bei mir ist alles gut soweit. Fühlen tue ich mich auch sehr gut. Das Training und die Vorbereitung sind sehr gut gelaufen. Jetzt noch das Gewicht etwas regulieren, dann sollte alles passen.

Wie verlief deine Vorbereitung? Nimm uns mal mit.

Die Vorbereitung lief relativ nach Plan, auch dadurch, dass ich davor schon etwas Vorbereitung hatte. Leider wurde der Kampf ja dann durch eine Verletzung von Jan abgesagt. Da konnte ich natürlich auch etwas mitnehmen, um mich noch einmal ein bisschen besser darauf vorzubereiten. Also ich würde sagen, vom Gefühl her ist die Vorbereitung noch besser gelaufen und ich fühle mich auf jeden Fall noch besser als beim letzten Mal.

Du sprichst diese Kampfabsage an. Ihr hättet ja eigentlich schon im Februar kämpfen sollen, es wurde dann ganz kurzfristig abgesagt. Wie hat sich das für dich nach einer langen Vorbereitung angefühlt?

Ja, das war natürlich ziemlich hart, da ich an diesem Tag mein Gewicht auch hatte. Ich brachte schon am Donnerstag mein Gewicht und am Freitag wäre ja erst die Waage gewesen. Da hatte ich vorgehabt, das Gewicht zu halten.

Dann, zwei Stunden nachdem ich mein Gewicht erreicht hatte, kam diese schlechte Nachricht, dass Jan sich angeblich verletzt hat. Ich sage das so, wie es ist: angeblich verletzt. Denn kurz vor einem Kampf macht man jetzt nicht mehr so viel. Da fährt man ein bisschen runter, sodass man einfach nur noch sein Gewicht erreicht und sich etwas erholt. So viel rausholen kann man da jetzt nicht mehr in der einen Woche davor. Oder sie haben einfach versucht zu schauen, ob es wieder besser wird. Aber das war für mich natürlich ziemlich schlecht.

Es wäre mir lieber gewesen, wenn sie eine Woche vorher abgesagt hätten

Armend Hasani Bunjaku

Scheinbar war Meiser zuvor schon angeschlagen und man hat bis zuletzt noch versucht, ihn für den Kampf fit zu kriegen.

Ja, es wäre mir lieber gewesen, wenn sie eine Woche vorher abgesagt hätten oder wenigstens ein paar Tage vorher, statt dass ich mich dann noch diese sechs, sieben Tage mit der Ernährung und dem Gewicht quäle. Das hätte ich auch meiner Familie ersparen können – die Sorge und alles. Aber okay, es ist so, wie es ist. Diese Woche findet der Kampf statt. Darüber freue ich mich auch, dass es doch noch geklappt hat.

Da muss ich auch noch einmal ein Kompliment an Almin Kuc und Avdyl Salihu aussprechen, die das noch einmal möglich gemacht haben, um den Titel zu kämpfen. Ich werde natürlich versuchen, mein Bestes zu geben, den Leuten einen richtig harten Kampf zu bieten und auch den Titel für meine Leute hier, die mich supporten, und meine Familie zu holen, die mich unterstützt – sowohl hier als auch im Kosovo. Da ist schon Druck, aber ich bin das gewohnt. Das wird kein Problem sein. Dieser Titel wird auf jeden Fall mit uns da rauskommen!

Stand für dich damals nach der Absage im Februar automatisch fest, dass du ein erneutes Angebot annehmen würdest?

Also von meiner Seite aus stand das schon fest. Warum nicht? Klar ist dann immer die Sorge da: Ey, nicht, dass das wieder passiert. Dann wären schon sechs Monate flöten gegangen, weil ich in der Zeit bestimmt noch einen Kampf hätte machen können.

Aber ich kann Avdyl Salihu gut vertrauen. Wenn er einmal sagt: „Hey Armend, das wird schon klappen“, dann habe ich vollstes Vertrauen, dass es auch so sein wird. Almin Kuc hat dann auch noch einmal alles versucht, in die Wege zu leiten, damit es so kommt. Und ja, bis jetzt sieht das alles gut aus.

Du sprichst Almin Kuc an, der mit seiner Kuc Boxing Promotion den Kampfabend ausrichten wird und als aufstrebender Promoter hierzulande gilt. Wie sehr freut es dich, auf so einem Event zu kämpfen?

Ja, es sind jetzt natürlich auch vier Titelkämpfe, und das ist immer etwas Besonderes. Das hatte ich vorher auch noch nicht. Es ist vielleicht nicht die größte Zuschauermenge, aber das ist eine Veranstaltung, die – so wie ich das sehe beziehungsweise von der letzten Veranstaltung kenne – Qualität hat.

Da sind auch bekannte Leute aus dem Boxen anwesend. Da freut man sich natürlich auch drauf, die mal live zu sehen. Aber aktuell liegt der Fokus nur auf dem Kampf. Natürlich ist eine schöne Show toll und alles, aber der Titel zählt, der Sieg zählt. Alles andere muss ich einfach ausblenden, um den Sieg nach Hause zu holen.

Falkensee ist nun nicht unbedingt bei dir um die Ecke. Kannst du am Samstag auf Support vor Ort zurückgreifen?

Beim letzten Mal war der Support ziemlich groß. Jetzt haben wir Anfang Juni, da fangen auch so ein bisschen die Urlaubszeiten an. Viele sind schon unterwegs. Es war auch für mich sehr schwer, wieder Urlaub zu nehmen. Da ich im Schichtbetrieb arbeite, war das alles nicht einfach. Es musste auch jemand für mich einspringen. Aber das konnte alles geklärt werden.

Viele andere sind jetzt natürlich auch etwas skeptisch gewesen, ob der Kampf tatsächlich stattfinden wird. Letztes Mal waren es ungefähr 30 Leute, jetzt sind wir bei etwa zehn Personen, die mitkommen. Aber das ist vollkommen in Ordnung. Ich denke, Support wird trotzdem da sein. Und durch meinen Kampfstil werde ich bestimmt auch noch guten Support von den Leuten vor Ort bekommen.

Ich bin sowieso ein K.-o.-Kämpfer. Ich will das Ding per K. o. gewinnen und fertig ist

Nächster Sieg von Armend Hasani Bunjaku am Samstag in Falkensee?

Du kämpfst am Samstag um den BDB-International-Titel gegen Jan Meiser. Wie wichtig ist dieser Kampf für deine Profikarriere?

Ja, für mich ist das natürlich ein wichtiger Kampf, auch dadurch, dass ich bereits zwei Niederlagen habe. Wobei ich den Kampf in Hannover nicht als Niederlage gesehen habe. Gegen Besir Ay hatte ich die Chance zu kämpfen und habe zehn Runden durchgeboxt, wobei ich mich auch vorne gesehen habe – und das war nicht nur meine Meinung.

Jetzt hoffe ich natürlich, dass das nicht wieder so ablaufen wird wie in Hannover und der wahre Sieger die Hand hochbekommt. Aber so weit wird es gar nicht kommen. Der Kampf wird vorzeitig beendet. Das werde ich auf jeden Fall hinkriegen. Dafür habe ich mich vorbereitet, damit die Entscheidung nur bei mir liegt.

Nichts gegen den BDB, aber ich bin sowieso ein K.-o.-Kämpfer. Ich will das Ding per K. o. gewinnen und fertig ist.

Meiser gilt als disziplinierter Boxer, der sehr gut auf Distanz kämpfen kann. Wie schafft man es, da wirklich gut ranzukommen?

Da will ich jetzt eigentlich nicht viel ausplaudern. Das sollte schon ein Geheimnis bleiben. Wir haben uns natürlich Gedanken darüber gemacht, wie wir es am besten machen. Aber dadurch, dass ich sowieso ein Offensivkämpfer bin und immer nach vorne gehe, muss ich mich nicht groß anpassen.

Natürlich werde ich nicht wie ein Traktor ohne Sinn und Verstand nach vorne marschieren. Wir haben genug Tricks, und das wird schon ganz gut klappen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass das gut laufen wird.

Ich frage auch deshalb, weil Jan Meiser zuletzt gegen deinen albanischen Landsmann Alexander Kallashi gekämpft hat. Dieser ist ebenfalls ein Pressure Fighter und zehn Runden nach vorne marschiert, kam aber nie so richtig heran. Da fragt man sich schon, ob es bei dir ähnlich aussehen könnte.

Ja, den Kallashi-Kampf habe ich mir öfter angeschaut. Für mich sah das so aus, als hätte er etwas müde Beine gehabt. Vielleicht ist in der Vorbereitung kurz davor etwas schiefgelaufen. Ich glaube, das hätte er noch etwas besser machen können, wenn die Beine fitter gewesen wären.

Die haben aber ab der dritten Runde etwas abgeschaltet. Da sah ich das Problem, denn ansonsten war der Junge sehr, sehr fit. Ich muss ehrlich sagen: großen Respekt. Er hat bis zur letzten Sekunde gekämpft und alles gegeben.

Wenn du aber einen Gegner hast, der da einen Marathon läuft, wie es auch der Kommentator auf Fight24 gesagt hat, dann ist es natürlich schwierig. *lacht Aber wir werden das schon irgendwie verhindern und ihn zustellen.

Was spricht am meisten für dich, dass du sagst, du bist der Favorit im Kampf?

Wenn es so einfach wäre, würde ich sagen: mein Wille. Da spielt aber nicht nur der Wille eine Rolle. Bei Jan muss man aufpassen, dass er sich nicht zu schnell anpasst und seinen Rhythmus findet.

Ich muss schauen, dass ich ihn nicht in seinen Rhythmus kommen lasse oder ihn am besten so schnell wie möglich ausschalte. Ich bin sehr guter Dinge, dass ich das Talent besitze, sehr viel Druck zu machen und den Mann nicht in Ruhe zu lassen. Wie eine Zecke.

Was treibt dich abseits des Boxens an, Armend? Was ist dir dort wichtig?

Abseits des Boxens ist mir vor allem meine Familie wichtig. Ich lebe hier mit meiner Familie zusammen, mit meinen Brüdern in einem großen Haus, in dem jeder seine eigene Wohnung hat.

Natürlich auch die Freundschaft mit den Jungs und der Support. Dafür bin ich allen sehr dankbar. Aber ansonsten ist es die Familie. Ich habe selbst zwei Kinder, das dritte ist auf dem Weg. Da gibt es für mich nichts anderes als die Familie.

Wahrscheinlich sind deine Kinder noch sehr jung. Werden sie dennoch etwas vom Kampf ihres Vaters mitbekommen?

Ja, sechs und drei Jahre beziehungsweise fast sieben und vier Jahre. Die verstehen das schon ein bisschen. Die Große sowieso, bei der Kleinen geht das so.

Abschließende Frage: Warum sollte jeder Boxfan am Samstag deinen Kampf in Falkensee unbedingt anschauen?

Ja, wenn sie einen interessanten Kampf sehen wollen, bei dem Action garantiert ist, dann sollten sie ihn sich auf jeden Fall anschauen. Das kann ich alles bieten, so wie in meinen letzten Kämpfen auch.

Ich glaube, es gibt keinen Kampf, bei dem ich die Leute und die Halle nicht zum Beben gebracht habe. Die Zuschauer werden sich freuen, wenn sie mich dort kämpfen sehen. Langeweile ist bei mir ausgeschlossen – so viel kann ich auf jeden Fall garantieren!

Tickets auf Etix noch verfügbar – Fight24 überträgt am Samstag im PPV

Fightposter: KUC Boxing – Internationale Profibox-Gala Vol. 10

Die zehnte Internationale Profibox-Jubiläumsgala von Kuc Boxing Promotion findet am Samstag in der Stadthalle Falkensee statt. Neben dem BDB-International-Titelkampf zwischen Jan Meiser und Armend Hasani Bunjaku werden drei weitere hochkarätige Titelkämpfe ausgetragen.

So boxt beispielsweise der AGON-Sports-Schützling Paul Wall (11-0) um die IBF-Europameisterschaft im Superweltergewicht gegen Damiano Falcinelli (17-3-2). Mit Hamsat Shadalov (12-0) wird zudem ein weiterer AGON-Sports-Hoffnungsträger im Superfedergewicht um den BDB-International-Titel gegen den ebenfalls ungeschlagenen Kanan Huseynaliyev (12-0) antreten.

Im Hauptkampf des Abends boxt Publikumsliebling Alen Rahimić (4-0) um den BDB-International-Titel im Superleichtgewicht gegen Eduardo Bajak (8-1). Zahlreiche weitere Profikämpfe stehen ebenfalls auf dem Programm.

Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr in der Stadthalle Falkensee. Tickets sind noch ab 39,50 Euro über Etix erhältlich. Zudem steht ein PPV-Livestream von Fight24 zur Verfügung. Die vier Titelkämpfe werden ab 20:30 Uhr übertragen.

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