
WBO-Intercontinental Meisterschaft: Ardian Krasniqi (GER) – Gaspar Fernandez (ARG)
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Bei Showdown for Legacy III in der SCHARRena in Stuttgart fanden 13 Kämpfe statt. In den Hauptkämpfen kam es zu zahlreichen Knockouts.
Am Samstag lud PrimeTime Promotion zur inzwischen dritten Veranstaltung ein. In der ausverkauften SCHARRena in Stuttgart bekam das Publikum gleich 13 Profikämpfe zu sehen, wobei insbesondere die Hauptkämpfe besondere Spannung garantierten.
Im Hauptkampf stand Ardian Krasniqi (12-0), der Neffe von Luan Krasniqi, der zum zweiten Mal seinen WBO-InterConti-Titel im Halbschwergewicht verteidigen wollte. Dafür musste er den Argentinier Gaspar Fernandez (7-3) bezwingen, der auf dem Papier eine der größten Aufgaben in Krasniqis noch junger Profilaufbahn darstellte. Der Kampf begann und Krasniqi etablierte sich zunächst gut, ließ einige Powerpunches folgen. Fernandez agierte eher verhalten, arbeitete primär mit dem Jab und konnte so keine Runden für sich entscheiden.
Der Kampf gewann jedoch ab der dritten und vierten Runde an Intensität. Insbesondere in der vierten Runde wurde der Argentinier forscher und konnte Krasniqi mehrfach gefährlich treffen, der sich davon jedoch unbeirrt zeigte und zurückschoss. Das Publikum in Stuttgart zeigte sich angesichts dieser Szenen durchaus angetan, während Krasniqi in der Rundenpause sichtbar schwerer atmete. Kein Wunder, war er zuvor doch noch nie länger als 3,5 Runden gegangen. Die Frage stellte sich, wie sich seine Physis im weiteren Kampfverlauf bemerkbar machen würde.
Krasniqi stoppt seinen Kontrahenten und träumt von der Weltmeisterschaft

WBO-Intercontinental Meisterschaft: Ardian Krasniqi (GER) – Gaspar Fernandez (ARG)
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Diese Frage sollte sich jedoch schnell erübrigen, denn der Kampf war bereits zu Beginn der fünften Runde beendet. Krasniqi stellte Fernandez in der Ringecke, schlug gute Treffer zum Kopf und wich dann zum Körper aus. Fernandez ging zu Boden und ließ sich auszählen.
Für Krasniqi war es damit der zwölfte vorzeitige Sieg im zwölften Kampf, womit er seine makellose Bilanz weiter ausbaute. Fernandez hatte zwar vereinzelte Momente, konnte Krasniqi jedoch nie dauerhaft in Bedrängnis bringen. Dieser träumt nun von ganz großen internationalen Aufgaben.
„Großen Respekt an den Gegner. Er hat mich ein paar Mal getroffen, da hat es kurz geklingelt – aber ich bin nicht brechbar! Es waren 14 Wochen Vorbereitung, wir lassen uns nicht brechen, egal was passiert“, so Krasniqi nach dem Kampf.
Auch vom ganz großen WM-Wurf wurde nach dem Sieg bereits gesprochen:
„Wir haben Pläne für das nächste Jahr. Das Ziel ist ganz klar: Ich will um den Weltmeistergürtel boxen, das ist mein großer Traum. Ich denke aber, es werden noch ein bis zwei Kämpfe folgen.“
Eugeniusz Makarczuk dominiert und stoppt Kastriot Sopa

Kastriot Sopa – Eugeniusz Makarczuk
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Weniger erfreulich verlief das Co-Mainevent für den Stuttgarter Kastriot Sopa (9-1), der um den WBC-Baltic-Titel im Weltergewicht gegen den gefährlichen Weißrussen Eugeniusz Makarczuk (13-0) antrat. Sopa war ein großartiger Amateurboxer und gehörte zu dem Besten, was Deutschland in diesem Bereich zu bieten hatte. Er wechselte relativ spät ins Profilager und wollte es nun mit 33 Jahren noch einmal wissen, indem er sich einem hochkarätigen, ungeschlagenen Top-50-Gegner stellte.
Ein gewagtes Duell, das Sopas Ambitionen unterstrich. Leider sollte es eine Nacht zum Vergessen für den Stuttgarter werden. Makarczuk kam bereits in der ersten Runde wuchtig zum Kinn durch, woraufhin Sopa hart zu Boden ging. Insgesamt gab es zwei Niederschläge in der ersten Runde, und Sopa überstand die Anfangsphase nur mit viel Glück. In der zweiten Runde bewies er dennoch Kämpferherz, ging durchs Feuer, punktete mit sehenswerten Uppercuts und ließ seine technischen Fähigkeiten aufblitzen.
Am Ende stand dennoch die harte vorzeitige Niederlage. Makarczuk traf in der dritten Runde erneut satt zum Kinn, Sopa fiel mit dem Gesicht auf den Ringboden – das Ende eines ungleichen Kampfes. Es war ein äußerst bitterer Abend für Sopa, der sich viel vorgenommen hatte, gegen einen brutal starken Gegner jedoch nur wenig umsetzen konnte. Nach dieser Niederlage erscheint ein Karriereende durchaus denkbar.
Eugeniusz Makarczuk (13-0) 🇧🇾 destroyed Kastriot Sopa (9-1) 🇩🇪, knocking him down multiple times before stopping him with a third-round knockout to win the WBC Baltic welterweight title in Stuttgart, Germany. Makarczuk is a real beast. 🔥
#KrasniqiFernandez pic.twitter.com/l1pgXlbB4U
— Permante (@PermantexG) December 13, 2025
Granit Stein gewinnt hitziges Gefecht gegen Sarhad Nouzad vorzeitig

Granit Stein (GER) -Sarhad Nouzad (GER)
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Im Kampf des Abends sicherte sich Granit Stein (20-1-1) seinen zwanzigsten Profisieg. Im Duell um den WBC-Middle-East-Titel im Supermittelgewicht setzte sich der Ingolstädter nach großem Widerstand gegen Sarhad Nouzad (10-1) durch. Beide Boxer schenkten sich nichts, das Gefecht wurde hitzig geführt. Stein zeigte sich in der Anfangsphase technisch versierter, Nouzad hatte jedoch durchgehend seine Momente.
In der sechsten Runde wurden beiden Boxern vom Ringrichter wegen Unsauberkeiten jeweils ein Punkt abgezogen, und auch im weiteren Verlauf blieb der Kampf ruppig. Das Publikum in Stuttgart ging voll mit und sah schließlich einen zunehmend schwächelnden Nouzad, der in der achten Runde hart niedergeschlagen wurde. Er entschied sich daraufhin in der Rundenpause, nicht mehr zur neunten Runde anzutreten, wodurch Stein in einem packenden Gefecht zum Sieger erklärt wurde. Ein absoluter Kandidat zum Kampf des Abends.
Bujar Tahiri gewinnt vorzeitig in der zweiten Runde

Granit Stein (GER) -Sarhad Nouzad (GER)
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Publikumsliebling Bujar Tahiri (21-0) war ebenfalls in Stuttgart zu sehen. Das Mittelgewicht trennte sich jüngst von AGON Sports und möchte seine Profikarriere fortan wieder eigenständig vorantreiben. Geplant war ein kleiner Stay-busy-Kampf, um das Jahr 2025 abzuschließen und im kommenden Jahr in neuer Konstellation wieder anzugreifen.
Gregorio Marcano (17-12-1) blieb an diesem Abend ziemlich chancenlos gegen den ambitionierten Tahiri und wurde in der zweiten Runde niedergeschlagen und ausgezählt.
Arian Ejupi ist neuer BDB-International-Champion im Supermittelgewicht

Arian Ejupi – Aleksandar Ivanovic
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Arian Ejupi (5-0) erhielt bereits im fünften Profikampf die Gelegenheit, um einen Titel zu boxen. Gegen Aleksandar Ivanovic (8-2) kämpfte er um den BDB-International-Titel im Supermittelgewicht und stieß dabei nur auf wenig Gegenwehr. Ivanovic ging prompt zweimal in der ersten Runde zu Boden, der Kampf war daraufhin umgehend beendet.
Das Schwergewicht Amsal Mujovic gewinnt nach Aufgabe

Amsal Mujovic – Haruna Swanga
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Einen Kurzeinsatz hatte auch das Schwergewicht Amsal Mujovic (10-0), das in Stuttgart auf Haruna Swanga (4-1) traf. In der ersten Runde teilten beide Boxer noch einige Treffer aus, es war ein solider Auftakt mit Vorteilen für Mujovic. Überraschend blieb Swanga jedoch bereits danach sitzen und kam nicht mehr zur zweiten Runde heraus, woraufhin er durch Aufgabe verlor.
Fidaim Brahimi feiert ein gelungenes Profidebüt

Fidaim Brahimi (GER) – Adrian Orban (HUN)
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Mit Fidaim Brahimi (1-0) stand ein Profidebütant im Ring, der nach einer sechsjährigen Pause zum Boxsport zurückfand. Im Weltergewicht ging er von Beginn an ein hohes Tempo, schickte Adrian Orban (6-15) bereits in der ersten Runde zweimal zu Boden und stoppte ihn wenig später endgültig in Runde zwei.
Fatlum Dreshaj überzeugt gegen einen gestandenen Veteranen

Fatlum Dreshaj – Robert Talarek
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Mit Fatlum Dreshaj (4-0) stand ein junger Stuttgarter im Supermittelgewicht im Ring, der sich mit dem Routinier Robert Talarek (29-30-3) messen sollte. Talarek galt vor einigen Jahren als echter Actionfighter in Europa, hat mit den Jahren und Niederlagen jedoch einiges von seiner einstigen Leistungsfähigkeit eingebüßt. Dennoch stellte er für ein ungetestetes Prospect eine solide Bewährungsprobe dar.
Im Kampf bewies Dreshaj eine gute Übersicht, boxte sehr locker und analysierte seinen Gegner gezielt. Die Geschwindigkeitsvorteile waren nicht zu übersehen, insbesondere mit Körpertreffern setzte er dem Polen in der Anfangsphase zu. Talarek zeigte jedoch Standfestigkeit und punktete seinerseits in den späteren Runden immer wieder. In Infight-Situationen erschien Dreshaj stellenweise etwas offen und kassierte vereinzelt Jabs und Uppercuts. Insgesamt war es dennoch eine gute Leistung, die von den Punktrichtern mit einem verdienten einstimmigen Punktsieg honoriert wurde.
Alex Alselo verteidigt erfolgreich die WBO-Junioren-WM

WBO-Youth Weltmeisterschaft: Alex Alselo – Dorde Krsmanovic
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Im Mittelgewicht konnte Alex Alselo (17-1) erfolgreich die WBO-Juniorenweltmeisterschaft verteidigen. Er siegte vorzeitig in der dritten Runde gegen Dorde Krsmanovic (6-1-1). Krsmanovic war deutlich größer und hielt zunächst gut dagegen, während Alselo versuchte, gezielt zum Körper zu arbeiten. In der zweiten Runde hatte der Titelverteidiger nach einem Haken sogar Glück, nicht angezählt worden zu sein. In der dritten Runde beendeten Körpertreffer schließlich den Kampf.
Michael Rigas siegt über einen tapferen Artur Andrejev

Michael Rigas – Artur Andrejev
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Im Supermittelgewicht trafen mit Michael Rigas (12-0) und Artur Andrejev (2-1) zwei zuvor ungeschlagene Boxer aufeinander, die jeweils ihre weiße Weste riskierten. Rigas gab sein PrimeTime-Promotion-Debüt und musste im Vorfeld mehrere Gegnerwechsel verkraften. Am Ende fiel die Wahl auf Andrejev, der über einen soliden Amateur-Background verfügte.
Der Kampf war von Beginn an sehenswert, beide Boxer hatten ihre Momente. Rigas wirkte explosiver und schlagstärker, musste aber zwischenzeitlich auch selbst gute Treffer nehmen. Besonders seine linken Haken erwiesen sich als wirksame Waffe. Wenn er zum Körper arbeitete und anschließend den linken Haken zum Kopf zog, kassierte Andrejev regelmäßig Wirkungstreffer.
In der letzten Runde war Andrejev stark angeschlagen und am Boden, konnte sich jedoch noch über die Distanz retten. Am Ende bekam Rigas jede einzelne Runde zugesprochen und feierte ein gelungenes Promotion-Debüt.
Madeleine Mohrhardt meldet sich nach überstandener Operation erfolgreich zurück

Madeleine Mohrhardt (GER) – Eva Hubmayer (GER)
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Auch für Madeleine Mohrhardt (8-0) war der gestrige Kampf in Stuttgart ihr PrimeTime-Promotion-Debüt. Zudem stellte er ein Comeback nach überstandener Schulteroperation dar. Mohrhardt stellte sich erneut der kurzfristig eingesprungenen Ersatzgegnerin Eva Hubmayer (6-13-1) und wollte vor allem unter Wettkampfbedingungen wieder ein Gefühl für ihre Schulter entwickeln.
Das gelang ihr gut. Mohrhardt bewegte sich viel, nutzte ihre Reichweite und ließ den Jab sauber arbeiten. Am Ende gewann sie ungefährdet nach sechs Runden über die Punkte und sicherte sich einen einstimmigen Punktsieg.
Jimmy Lee punktet mit Körpertreffern zum vorzeitigen Sieg

Jimmy Lee – Jaba Memishishi
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Mit Jimmy Lee (13-0) war auch eine internationale Personalie aus Großbritannien in Stuttgart vertreten. Der Sparringpartner von Alex Alselo bekam die Gelegenheit, in Deutschland zu boxen, und traf im Superfedergewicht auf den Georgier Jaba Memishishi (8-30). Dieser zeigte Kampfgeist, hatte gegen den technisch besseren und deutlich längeren Lee jedoch nur wenig entgegenzusetzen.
Memishishi musste insgesamt viermal nach Körpertreffern zu Boden und verlor schließlich in der vierten Runde vorzeitig.
Super featherweight Jimmy Lee (13-0) 🇬🇧 scored four knockdowns with body shots and stopped a brave Jaba Memishishi (8-30) 🇬🇪 via fourth-round TKO in Stuttgart, Germany. 🇩🇪
#KrasniqiFernandez pic.twitter.com/qZBDzsybTi
— Permante (@PermantexG) December 13, 2025
Valon Gashi gewinnt den Opener nach Punkten

Valon Gashi – Alex Frantisek Dzuba
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Im Opener der Veranstaltung stand das Mittelgewicht Valon Gashi (4-1) im Ring, der sich nach der ersten Profiniederlage erfolgreich zurückmelden wollte. Er traf auf den jungen Slowaken Alex Frantisek Dzubak (1-2), der sich in Stuttgart keineswegs versteckte. Die erste Runde verlief noch recht ausgeglichen, beide Boxer setzten Akzente.
In den folgenden Runden erschien Gashi jedoch zunehmend effektiver und punktete insbesondere mit seiner rechten Overhand. Nach vier Runden erhielt er den verdienten einstimmigen Punktsieg.














