Anthony Joshua: „Ich habe nur einen Kampf verloren, aber ich bin doch nicht über Nacht zu einer Pussy geworden!“


All Pictures by Mark Robinson.

Öffentliches Medien-Training beim Ex-Champion – Joshua spricht nur mit ausgewählten Journalisten

Wenn Andy Ruiz Jr. hoffte, Anthony Joshua könnte ein gebrochener Mann geworden sein, nachdem er ihm, im Juni dieses Jahres seinen vier WM-Gürteln im Schwergewicht abgenommen hat, dann steht ihm doch etwas anderes bevor.

Foto: Mark Robinson.

Joshua traf am gestrigen Mittwoch, zum ersten Mal wieder in England mit den Medien zusammen, seit dem er für sein Rematch gegen Andy Ruiz, für den am 7. Dezember in Saudi Arabien stattfindenden Kampf trainiert und ließ niemanden der Journalisten daran zweifeln, dass er glaubt, bereit für Rache zu sein.

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„Wir haben mental nichts anderes gemacht, ich bin ein Champion“, sagte Joshua. „Ich ging ins Trainingslager und drei Jahre später war ich Olympiasieger. Ich hatte eine Niederlage, mehr nicht, aber ich bin doch deswegen über Nacht nicht zu einer Pussy geworden und kann jetzt nicht mehr kämpfen.“

„Ich kann kämpfen, das ist es! Ich muss nicht darüber nachdenken, ich muss nur gewinnen.“

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Am Mittwoch war für Joshua der Tag der offenen Tür, für die Medien, in seinem Fitnessstudio am ‚English Institute of Sport‘ in Sheffield, England. Aber Joshua war nicht in der Stimmung, den Medien irgendeinen Einblick von dem zu geben, woran er gearbeitet und trainiert hat, als er nur einer ausgewählten Gruppe von Journalisten Interviews gab und sich entschloss, niemandem zu erlauben, ihm beim Trainieren zuzusehen.

Es ist fast sechs Monate her, dass Joshua, in weniger als sieben Runden, von Ruiz im Madison Square Garden in New York, gestoppt wurde und dabei seine WBA-, WBO- und IBF-Schwergewichts-Titel verlor. Der Rückkampf findet am Samstag den 7. Dezember, in einer eigens für dieses Rematch errichteten Arena, am Rande der saudi-arabischen Hauptstadt Riad statt.

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Anthony Joshua, der letzten Monat 30 Jahre alt wurde, wies den Ratschlag seines britischen Rivalen Tyson Fury zurück, der meinet, dass er noch nicht bereit sei, wieder mit Ruiz in den Ring zu steigen und sagte, dass Fury nie mit dem Druck fertig werden musste, unter dem Joshua jetzt steht.

„Tyson befindet sich in einer anderen Phase seiner Karriere“, sagte Joshua. „Ich sage immer, dass er in dem Jahr, in dem ich meinen ersten Kampf hatte, Profi geworden ist und seit elf Jahren sein Ding macht.“

„Er wird nie verstehen, was ich durchmache. Das ist eine andere berechtigte Meinung, ich war bereit, ich war an einem guten Ort und ich habe halt einen Kampf verloren und ich werde mir meine WM-Gürtel wieder zurück holen.“

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Während Ruiz in Social-Media-Posts behauptet hat, Joshua habe abgenommen, sagt er selbst, er habe vor dem anstehenden Rematch gar nichts abgenommen.

„Ich denke, es hat wohl mehr mit den Winkeln einiger Fotos zu tun, in denen diese aufgenommen wurden“, sagte er auf Hinweise, dass Joshua darauf weniger muskulös aussehen würde. „Ich bin immer noch genauso so muskulös wie immer und ich bin auch immer noch genauso schwer wie immer.“

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„Gewicht ist heutzutage ein wichtiger Faktor im Schwergewicht, aber ich denke nicht, dass es eine so große Sache sein sollte. Ich konzentriere mich nicht wirklich auf mein Gewicht, ich konzentriere mich in erster Linie nur auf mein Sparring.“

„Ich könnte alles wiegen, aber es kommt nur darauf an, wie ich im Ring abschneide. Ich bin nicht daran interessiert, auf oder knapp unter 110 kg zu kommen um dann zu denken, dass ich mit diesem Gewicht richtig fit wäre. „Wenn ich 10 oder 15 Runden mit 120 kg sparre, dann bin ich gut. Der Sparring gibt mir alle Informationen, die ich brauche.“

Rob McCracken, sein Trainer, hat einiges von der Arbeit für diesen Kampf geteilt, aber er sagt, dass die Sparrings-Partner, die zur Vorbereitung von Joshua herangezogen wurden, dem ehemaligen Champion eine besonders schwere Zeit bereitet haben.

„Seitdem Josh mit professioneller Sparrings-Partner sparrt, sind wir immer hierher gekommen, um uns den Kopf abzureißen zu lassen und uns einen Namen zu machen“, sagte McCracken. „Diese Gruppe von Sparrings-Partnern hat sich wirklich gut geschlagen und ihn auf Schritt und Tritt vorangetrieben.“

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Obwohl Joshua einmal gegen Andy Ruiz verloren hat, bleibt er von Ruiz entschieden unbeeindruckt und schreibt ihm seine Behauptungen, über seine Schnelligkeit und seine Beweglichkeit, ab.

„Sie denken alle, er ist ein so toller Boxer“, sagte Joshua. „Wenn ich ihn besiegt habe, möchte ich, dass sich alle die, die Ruiz jetzt so verehren, sich vor meinen Füßen verneigen und mir sagen, wie großartig ich bin.“

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