Anthony Joshua: Ich glaube nicht, dass Furys Promoter-Wechsel das Wilder Rematch gefährden wird

Tyson Fury hat einen Co-Promotionsvertrag mit Bob Arums Top Rank Inc. unterzeichnet. Jetzt hoffen die Boxfans, dass es trotzdem zum Rematch mit Wilder kommt.

NEW YORK – Anthony Joshua war genauso überrascht wie auch die vielen unzähligen Boxsport-Fans weltweit, als er Anfang dieser Woche erfuhr, dass Tyson Fury einen Co-Promotionsvertrag mit Bob Arum, einer der Welt größten und ältesten Promoter, unterzeichnet hat.

Der IBF/IBO/WB /WBO-Champion im Schwergewicht glaubt nicht, dass Tyson Fury mit dem Deal einer Co-Promotion zwischen seinem bisherigen Promoter Frank Warren und Bob Arums Promotion-Firma Top Rank zugestimmt hätte, wenn dies den Rückkampf gegen seinen Rivalen Deontay Wilder gefährden würde. Er ist sich jedoch aber nicht sicher, dass Fury bei Top Rank und ESPN vielleicht deshalb unterschrieben hat, um zu vermeiden, dass das Rematch gegen Wilder sofort schon im nächsten Kampf der Beiden stattfindet.

Kommt es jetzt noch schon im nächsten Kampf der Beiden zu dem von allen Boxfans gewünschten Rematch zwischen Deontay Wilder und Tyson Fury?

Das ist die Meinung von Furys größten britischen Rivalen Anthony Joshua.

„Es ist schon eine interessante Entscheidung von Tyson Fury und viele werden denken: Der will gar nicht die Big Fights, der will den starken Gegnern aus dem Weg gehen,“ sagte Joshua am Dienstag im Rahmen einer Pressekonferenz im Madison Square Garden, wo es um seinen Kampf am 1. Juni gegen Jarrell „Big Baby“ Miller ging. „Aber es mag vielleicht gut für ihn sein, wenn er dabei glücklich ist. Wie er selbst sagte, hätte er auch nichts dagegen wenn es zu keinem Kampf zwischen uns Beiden kommen würde, dann würde er sich eben in seinem Schaukelstuhl zurückzulehnen und seine Multimillionen-Dollar-Tour gegen Wilder und andere genießen. Also hat er die Entscheidung, basierend darauf getroffen, was er glaubt was für ihn richtig ist. Das ist meine Meinung dazu.“

Der Wohl unumstrittene größte und erfolgreichste Boxpromoter der Welt: der schon 87jährige Bob Arum (Top Rank). Er promotete Kämpfe mit Muhammad Ali, Manny Pacquiao, Floyd Mayweather, Sugar Ray Leonard, Oscar de la Hoya, Thomas Hearns, Roberto Duran, Vasyl Lomachenko und unzähligen Box-Legenden. Bob Arum hat in dieser Woche einen Co-Promoter-Vertrag mit Tyson Fury unterschrieben.

Der 30-jährige Fury glaubt, dass die neue Verbindung mit dem erfahrenen Unternehmen von Bob Arum, in Verbindung mit der großen Reichweite von ESPN mehr Einfluss und dadurch für ihn größere Vorteile, bei den Verhandlungen über einen Rückkampf mit Wilder bringen wird. Es dürfte klar sein, dass das Rematch zwischen Wilder vs Fury, nun für beide  viel mehr Geld in die Taschen spült. Denn Wilder, der von Al Heymons Firma „Premier Boxing Champions“ gemanagt und promotet wird, hat bisher immer nur bei dem mit Al Haymon verbandelten US-Channel Showtime geboxt und ohne Furys Co-Vertrag mit Bob Arum, wäre auch das Rematch der Beiden ganz sicher wieder von Showtime ausgestrahlt worden. Doch mit Bob Arum, der vertraglich mit dem größten Sportsender der USA, ESPN zusammenarbeitet, kommt jetzt eine große Konkurrenz ins Spiel. Jetzt gibt es einen zweiten potentiellen TV-Sender der auch daran interessiert ist dieses Rematch zu übertragen. Und genau diese Konkurrenz der beiden US-Tv Channels werden die Börsen der beiden Kontrahenten ganz nach oben bewegen. Deshalb kann es ein, dass man sich nicht sofort einigt und sowohl Wilder als auch Fury vorher noch ein oder zwei andere lukrative Fights absolvieren. Mit Sicherheit wird sich Tyson Fury durch seine Bindung an ESPN jetzt die Taschen mit kleinere Kämpfe richtig voll machen, falls die beiden Promoter-Parteien und Showtime und ESPN nicht gleich einen Konsens finden und im Wildervs-vs-Fury-Rematch nicht zu einer schnellen Einigung kommen.

Eines dürfte sicher sein, der neue Promoter-Vertrag mit Bob Arum und dessen ihm verbundenen US-TV-Channel ESPN bringt Fury sicher noch höhere Börsen als er bisher verdient hat.

Noch in der letzten Woche sah es so aus, als wäre das Rematch zwischen Wilder und Fury schon in trockenen Tüchern und selbst das Datum des möglichen Rückkampfes und auch der Austragungsort und die Arena schien schon festzustehen. Es hieß dass Tyson Fury (27-0-1, 19 KOs) und Deontay Wilder (40-0-1, 39 KOs) am 18. Mai im Barclays Center in Brooklyn wieder aufeinander treffen würden. Doch dann hat die Bekanntgabe von Top Rank und Fury am Montagmorgen die Verhandlungen durcheinander gebracht, aber Joshua glaubt immer noch, dass Wilder vielleicht doch noch eine Chance hat, im nächsten Kampf doch wieder gegen Fury zu kämpfen.

„Ich denke, es wird vielleicht doch noch eine Möglichkeit geben, dass sie es doch noch zusammenbekommen können“, sagte Joshua. „Aber es ist schon interessant und spekulativ. Vielleicht wäre es besser gewesen wenn Fury erst nach dem Rematch gegen Wilder mit ESPN abgeschlossen hätte. Er hätte den Deal unterschreiben können und dann erst nachdem er wieder mit Wilder gekämpft hat, bei Top Rank und ESPN unterschreiben sollen. Aber es ist sehr interessant. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass er diesen Deal mit Bob Arum und ESPN gemacht hätte, wenn er dabei sein Rematch mit Wilder in Gefahr bringt.

Wilder und Fury kämpften am 1. Dezember im Staples Center in Los Angeles und der Kampf endete mit einem umstritten Unentschieden. Dabei wurde Fury gleich zwei Mal von Wilder brutal zu Boden geschlagen, doch Fury stand jedes Mal wieder auf und hörte in einem diesem 12-Runden-Match die letzte Glocke. Die meisten Experten und Fans waren am Ende dieses Fights sogar überzeugt, dass Fury diesen Kampf gewonnen hätte.

Anthony Joshua: Ich glaube nicht, dass Furys Promoter-Wechsel das Wilder Rematch gefährden wird
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