Anthony Joshua: Bald im Team von Oleksandr Usyk?

London, UK: Anthony Joshua v Daniel Dubois, IBF Heavyweight Title.
21 September 2024
Picture By Mark Robinson Matchroom Boxing.

Anthony Joshua sorgt mit einem Besuch im Trainingscamp von Oleksandr Usyk in Spanien für Gesprächsstoff. Der Brite könnte seine Karriere im Team seines ehemaligen Bezwingers fortsetzen.

Joshua sondiert Optionen für Karriere-Endspurt

Anthony Joshua (28-4, 25 KOs) steht offenbar vor einer entscheidenden Phase seiner Laufbahn. Der frühere mehrfache Schwergewichts-Weltmeister sucht derzeit nach dem idealen Trainingsumfeld für den Schlussteil seiner Karriere und dabei scheint Spanien ganz oben auf seiner Liste zu stehen.

Wie das Fachmagazin The Ring berichtet, hat Joshua jüngst das Trainingszentrum von Oleksandr Usyk an der spanischen Ostküste besucht. Das Camp des ukrainischen Weltmeisters in Valencia wird von Sergey Lapin geleitet. Ob Joshua künftig dauerhaft dort trainieren wird, steht noch nicht fest, eine Entscheidung soll aber zeitnah fallen.

Der 36-jährige Joshua hat seit seiner KO-Niederlage gegen Daniel Dubois im September 2024 im Londoner Wembley-Stadion keinen Kampf mehr bestritten. Infolge seiner langen Inaktivität ist er inzwischen aus den Schwergewichts-Rankings der Weltverbände gefallen. Eine Rückkehr in den Ring soll jedoch bevorstehen.

London, UK: Anthony Joshua v Daniel Dubois, IBF Heavyweight Title.
21 September 2024
Picture By Mark Robinson Matchroom Boxing.
Daniel Dubois knocks out Anthony Joshua to win the contest.

Joshua ist bekannt dafür, vor einer Trainerentscheidung verschiedene Gyms und Coaches zu testen. So besuchte er 2022 mehrere US-Trainer, unter anderem Ronnie Shields und Eddy Reynoso, bevor er sich für Robert Garcia entschied. Mit Garcia verlor er jedoch das Rückmatch gegen Usyk nach Punkten.

Anschließend arbeitete er mit Derrick James, unter dessen Leitung er Siege über Jermaine Franklin und Robert Helenius feierte, bevor er erneut das Team wechselte. Zuletzt stand Ben Davison in seiner Ecke, unter dem Joshua Otto Wallin und Francis Ngannou jeweils eindrucksvoll besiegte. Gegen Daniel Dubois konnte Davison allerdings die fünfte Karriere-Niederlage seines Schützlings nicht verhindern. Ob ein weiterer Trainerwechsel helfen kann, den „Schlussspurt“ erfolgreich zu gestalten, ist dennoch fraglich.

Blick nach vorn: Spaniens Sonne statt Englands Regen?

Eddie Hearn, Joshuas Promoter, erklärte jüngst, sein Schützling befinde sich „wieder voll im Camp“. Der Olympiasieger von 2012 bereite sich auf den „letzten großen Wurf“ seiner Karriere vor. Ist dies ein Hinweis auf eine mögliche Rückkehr 2026?

Zuvor könnte Joshua laut Hearn noch in diesem Jahr einen Aufbaukampf bestreiten, möglicherweise als Teil einer Undercard vor Weihnachten. Danach soll der Fokus auf einem möglichen Mega-Fight im Sommer 2026 liegen: ein britisches Schwergewichtsduell gegen Tyson Fury im Wembley-Stadion wäre der perfekte Abschluss einer langen, erfolgreichen Karriere. Ob der aktuell zurückgetretene Fury tatsächlich ins Ringgeschehen zurückkehrt, bleibt allerdings offen. Immer wieder hat der „Gypsy King“ seine Rückkehr verkündet oder Gerüchte verstärkt, nur um dann wieder einen Rückzieher zu machen.

Verbindung zu Usyk – und neue Konstellationen im Schwergewicht

Usyk und Joshua nach ihrem Kampf. Ein Foto aus Usyks Kabine.

Besonders interessant: Sollte Joshua tatsächlich ins Camp von Usyk wechseln, würde er mit jenem Team trainieren, das den dreifachen unangefochtenen Weltmeister auf Kurs hält. Usyk hatte im Juli Daniel Dubois entthront und hält seitdem auch wieder die IBF-Krone. Der Ukrainer erholt sich derzeit von einer Rückenverletzung, plant aber ein Comeback im Frühjahr, voraussichtlich in einem Pflichtkampf gegen den Engländer Fabio Wardley.

Wardley wird ebenfalls von Ben Davison trainiert, genau wie Schwergewichtstalent Moses Itauma. Sollte Joshua das Team Davison endgültig verlassen, könnten dadurch auch neue Konstellationen für künftige Duelle entstehen.

Für den Moment konzentriert sich Joshua jedoch auf seinen eigenen Neustart. Ein Aufbaukampf zum Abbau des Ringrosts scheint wahrscheinlich, bevor er im kommenden Jahr vielleicht noch einmal zum großen Angriff ansetzt. Und dieser letzte Angriff könnte, so scheint es, seinen Ursprung an der spanischen Mittelmeerküste haben.

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