„And The New“! Xu Can bezwingt Jesus M Rojas nach phänomenaler Schlacht!

Foto: Lintao Zhang

Ein schier unglaublicher Output, beeindruckende Nehmerfähigkeiten und purer Wille auf beiden Seiten – Jesus M Rojas und Xu Can lieferten sich im Toyota Center in Houston einen frühen Kandidaten auf den Kampf des Jahres. Am Ende behielt Can die Oberhand und schrieb damit Geschichte: er ist der erste Chinese, der auf amerikanischem Boden Box-Weltmeister werden konnte. 

Aufgeben ist keine Option

Nicht selten kommt es vor, dass die im Vorhinein als bedeutungsarm abgestempelten Aufeinandertreffen sich als große Ereignisse herausstellen. So auch am Samstagabend in Houston, Texas, als Jesus M Rojas seinen WBA-Titel im Federgewicht gegen den Chinesen Xu Can aufs Spiel setzte. Das Gefecht dürfte sich den Zuschauern noch auf einige Zeit ins Gedächtnis eingebrannt haben.

Bereit für die Schlacht standen sich die Boxer von der ersten Sekunde an Fuß an Fuß gegenüber. Ohne die Führhand auch nur als Option in Erwägung zu ziehen, ließen Rojas und Can die Fäuste fliegen. Sobald einer eine Kombination von teilweise bis zu 8 Schlägen anbrachte, kam der Gegenüber mit einer eigenen Attacke zurück. Es war als Außenstehender somit unheimlich schwer die einzelnen Runden zu werten, da aufgrund der mörderischen Schlagfrequenz ganz präzise auf die Qualität und Härte der Treffer geachtet werden musste. 

So ging es die ersten drei Runden, bis Titelverteidiger Rojas etwas den Fuß vom Gaspedal nahm und seine Taktik änderte. Er fing tatsächlich an sich seitlich und im Rückwärtsgang zu bewegen, um Can kommen zu lassen. Mit dem Rücken am Seil stehend verließ er sich vermehrt aufs kontern – speziell mit dem linken Haken. Allzu lange konnte er dort aber nicht verharren und es ging zurück in die Ringmitte, wo der Schlagabtausch fortgeführt wurde.

Can mit starkem Schlussspurt

Der von Meistercoach Pedro Diaz betreute Can erarbeite sich im letzten Drittel leichte Vorteile. Er blockte die Hände von Rojas besser und kontrollierte die Distanz. Keiner konnte sich jedoch sicher sein, dass er auf den Punktzetteln vorne liegen würde, weshalb bis zum letzten Ringgong alles gegeben wurde. Das Ergebnis überraschte dann in seiner Deutlichkeit. Mit 116-112, 117-111 und 118-111 sahen die Punktrichter Xu Can klar vorne, der sich damit als Überraschung des Abends den WBA-WM-Titel im Federgewicht sichern konnte.

Aufgrund der Qualität dieses Kampfes scheint es wahrscheinlich, dass wir dieses Duell bald noch einmal zu Gesicht bekommen. Ob die Fortsetzung den Vorgänger dann vielleicht noch toppen kann, ist kaum vorstellbar, aber für Spektakel wäre in jedem Fall gesorgt. 

KO-Maschine Ortiz weiter auf dem Vormarsch

Vergil Ortiz jr fuhr einen weiteren Sieg ein.

Im ersten Kampf der Main Card trat Golden Boys Top-Talent Vergil Ortiz Jr. in Erscheinung. Der 20-jährige Super-Leichtgewichtler dominierte Gegner Jesus A Valdez Barrayan hinter einer harten Führhand und kraftvollen Kombinationen zum Körper und Kopf. Barrayan gab nicht auf und zeigte seine bemerkenswerten Nehmerfähigkeiten. Doch als sich in Runde 4 ein böser Cut am rechten Auge bildete, war das Ende eingeläutet. Einen Durchgang später hagelte es brutale Hände in Richtung Barrayan, weshalb der Ringarzt in Absprache mit der Ecke des Mexikaners das Duell beendete. Für Ortiz war das der 12. Knockout im 12. Profikampf. Schon Ende des Jahres möchte er um eine Weltmeisterschaft boxen. 

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