Amanda Serrano entgeht Sensation nur knapp und feiert 50. Profisieg

Foto: Most Valuable Promotions

Amanda Serrano hat ihren 50. Sieg als Profiboxerin eingefahren, musste dafür aber härter arbeiten als erwartet. Gegen die argentinische Außenseiterin Lucrecia Manzur setzte sich die Weltmeisterin nur per Mehrheitsentscheidung durch. Der erhoffte historische 33. KO blieb aus.

Manzur bringt Serrano an den Rand einer Niederlage

Eigentlich sollte der Abend im Pechanga Resort Casino in Temecula, Kalifornien, zur nächsten großen Rekordnacht für Amanda Serrano werden. Die Weltmeisterin in sieben Gewichtsklassen wollte gegen Lucrecia Manzur nicht nur ihre Ring-, WBA- und WBO-Titel im Federgewicht verteidigen, sondern mit dem 33. KO-Sieg ihrer Karriere auch den bisherigen Rekord von Christy Martin im Frauenboxen übertreffen.

Doch daraus wurde nichts. Stattdessen musste Serrano (50-4-1, 32 KOs) gegen eine mutig auftretende Manzur (14-5, 7 KOs) bis zum Schluss um den Sieg kämpfen.

Nach zwölf Runden wertete ein Punktrichter das Duell mit 114-114 unentschieden. Die beiden anderen sahen Serrano jeweils mit 116-112 vorne. Damit sicherte sich die 37-Jährige eine Majority Decision und zugleich den 50. Sieg ihrer außergewöhnlichen Profikarriere.

„Ich wusste, dass sie hart sein würde“, sagte Serrano nach dem Kampf. „Sie ist jung. Sie ist 27, zehn Jahre jünger als ich. Die Frauen werden jünger und stärker. Gott sei Dank bin ich fast raus aus diesem Sport. Sollen sie ihren Spaß haben. Es war mir wirklich eine Ehre, mit einer so starken, jungen Kämpferin im Ring zu stehen.“

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30:1-Außenseiterin überrascht die Weltmeisterin

Manzur war im Vorfeld als klare Außenseiterin gehandelt worden. Die Argentinierin, bei der WBO auf Rang zwei geführt, ließ sich davon allerdings nichts anmerken. Vom ersten Gong an attackierte sie Serrano ohne erkennbaren Respekt vor deren großen Namen.

Vor allem in der ersten Hälfte des Kampfes hatte die favorisierte Rechtsauslegerin erhebliche Schwierigkeiten. Manzur arbeitete erfolgreich mit ihrem Jab und brachte immer wieder harte, klare Treffer ins Ziel. Gleichzeitig gelang es Serrano zunächst nicht, die Aktionen ihrer Gegnerin ausreichend zu beantworten.

Zur Halbzeit zeichnete sich damit eine mögliche Sensation ab. Die vor dem Kampf als 30:1-Außenseiterin gehandelte Argentinierin hatte plötzlich eine realistische Chance, einer der erfolgreichsten Boxerinnen der Geschichte eine unerwartete Niederlage zuzufügen.

Serrano bewies jedoch ihre enorme Erfahrung und kämpferische Qualität. In der zweiten Hälfte erhöhte sie das Tempo, boxte kontrollierter und entwickelte die höhere Workrate. Damit drehte sie einen Kampf, der ihr zwischenzeitlich zu entgleiten drohte.

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Dass zwei Punktrichter Serrano letztlich acht der zwölf Runden zusprachen, dürfte dennoch für Diskussionen sorgen. Manzur hatte über weite Strecken gezeigt, dass sie mit der hochdekorierten Weltmeisterin nicht nur mithalten, sondern sie ernsthaft in Schwierigkeiten bringen konnte.

Serrano selbst zeigte sich vom starken Auftritt ihrer Gegnerin wenig überrascht: „Sie war hungrig. Das wusste ich schon während der Vorbereitung“, erklärte Serrano. „Ich habe sehr hart trainiert, weil ich wusste, welche Chance dieser Kampf für sie bedeutet. Mir wurde immer gesagt: Wenn du eine Chance bekommst, musst du sie nutzen. Ich weiß, dass alle Frauen, die gegen mich kämpfen, genauso denken. Deshalb musste ich mein A-Game bringen.“

Abschiedskampf in Puerto Rico soll folgen

Die Jagd nach dem alleinigen KO-Rekord ist für Serrano offenbar noch nicht beendet. Mit ihren weiterhin 32 KO-Siegen liegt sie gleichauf mit Christy Martin. Nach dem Kampf kündigte Serrano an, noch genau einmal in den Ring steigen zu wollen. Vieles deutet darauf hin, dass sie ihre Karriere mit einem Abschiedskampf in Puerto Rico beenden möchte.

„Ich habe immer noch die Chance auf diesen 33. KO. Ich habe noch einen Kampf“, sagte Serrano. „Wenn ich ihn nicht schaffe, bin ich glücklich, gemeinsam mit Christy Martin den Rekord zu halten. Wahrscheinlich ist sie froh, dass ich es heute nicht geschafft habe.“

Mit einem Lächeln fügte sie hinzu: „Aber ich habe meinen 50. Sieg. Das ist für sich schon ein Meilenstein. Das sind eine Menge Kämpfe.“

Jahmal Harvey siegt spektakulär durch KO

Im Co-Main Event unterstrich der US-amerikanische Olympia-Teilnehmer von 2024, Jahmal Harvey (4-0, 3 KOs), seinen Status als vielversprechendes Talent. Der 23-Jährige stoppte Hammet Keb (7-3-1, 6 KOs) bereits in der zweiten Runde des auf sechs Runden angesetzten Leichtgewichtskampfes.

Kurz vor Ende des zweiten Durchgangs traf Harvey seinen mexikanischen Gegner zunächst mit einer harten Rechten. Eine Linke und eine weitere wuchtige Rechte schickten Keb anschließend zu Boden und beendeten den einseitigen Kampf. Die offizielle Zeit des Abbruchs lautete 2:48 Minuten.

Einen neuen Weltmeister gab es zudem im Superbantamgewicht. Die Dänin Melissa Mortensen (10-0, 5 KOs) musste gegen Mayelli Flores (13-3-1, 4 KOs) aus Mexiko in der zweiten Runde zu Boden, kämpfte sich jedoch zurück und gewann den vakanten WBA-Titel per Split Decision. Alle drei Punktrichter werteten den Kampf mit 95-94, zweimal zugunsten Mortensens und einmal für Flores.

Im Weltergewicht setzte sich außerdem Avious Griffin (20-1, 19 KOs) gegen den erfahrenen Dominikaner Jackson Marinez (23-5, 11 KOs) durch. Griffin schickte Marinez zweimal zu Boden, bevor der Kampf nach der fünften Runde beendet wurde.

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