
Am Sonntag findet ein Box-Event in Lagos statt. Mit dabei ist neben Lawrence Okolie auch der Essener Patrick Korte, der gegen einen Olympiasieger kämpft.
Es gab einige Änderungen zu verzeichnen, doch an diesem Sonntag findet ein schwergewichtiges Box-Event in Lagos, Nigeria, statt. Im Onikan Stadium werden gleich zwei Schwergewichtshauptkämpfe mit prominenten Namen ausgetragen, die Amir Khan Promotions aufgestellt hat.
Im Hauptkampf wird der ehemalige Cruisergewichtsweltmeister Lawrence Okolie (22-1) zu sehen sein, der sich in einem auf zehn Runden angesetzten Kampf gegen den vielbesungenen Ebenezer Tetteh (23-3) stellt. Okolie hat nach seinem Aufstieg aus dem Cruisergewicht zunächst den WBC-Bridgerweight-Titel gegen Lukasz Rozanski (15-1) gesichert, ehe ihm auch der Wechsel ins Schwergewicht mit zwei souveränen Siegen gelang. Mittlerweile rangiert er auf Platz 6 bei BoxRec und gilt als heißer WM-Contender für die kommenden Monate und Jahre.
Zunächst muss er jedoch Tetteh bezwingen, der sich vor einem Jahr in Gibraltar eine muntere Schlacht mit Dillian Whyte (31-4) lieferte, der dabei allerdings schon deutlich past prime erschien. Im vergangenen April war Tetteh dann weniger munter unterwegs und wurde von Frazer Clarke (9-2-1) bereits in der ersten Runde aus dem Kampf genommen. Ob sich Tetteh, der immerhin auf afrikanischem Boden noch ungeschlagen ist, signifikant steigern kann, bleibt äußerst fraglich.
ANYBODY WHO WANTS IT CAN GET IT. KING TETTEH BACK IN THE MIX
pic.twitter.com/SN0pK8zM7I— Tokkerū (@ATokkers5) December 14, 2025
Patrick Korte möchte ein gewaltiges Upset in Nigeria schaffen

Felix Langberg (GER) – Patrick Korte (GER)
© Torsten Helmke
Aus deutscher Perspektive ist jedoch das Co-Mainevent von besonderem Interesse an diesem Abend. Dort steht niemand Geringeres als der Essener Kultboxer Patrick Korte (23-5-1), der sich keiner Herausforderung zu schade ist und nun in Nigeria nach den Sternen greift. Für diesen exotischen Trip unterzog er sich in der Vorbereitung diversen Impfungen, damit kein böses Erwachen droht.
Ursprünglich war angedacht, dass Korte am 19. Dezember auf David Adeleye (14-2) treffen sollte, dann erfolgte eine Terminänderung auf den 21. Dezember. Auch beim Gegner kam es kurzfristig zu einer Anpassung: Nun fordert Korte den Olympiasieger Tony Yoka (14-3) heraus. Eine echte Mammutaufgabe für den unerschrockenen Korte, der dennoch überraschen möchte.
„Das Hin und Her war natürlich blöd, und dann zum Schluss ein neuer Gegner und das nur zwei Tage später – das war auch nicht ideal. Aber wir sehen es tatsächlich positiv, denn Adeleye wäre deutlich härter und unorthodoxer gewesen. Yoka ist technisch natürlich top ausgebildet und auch um Längen besser als ich, aber ich möchte gar nicht schön aussehen, sondern hart boxen – und das kann ich“, so Korte vor dem Kampf gegenüber Boxen1.
Neuer Trainer gibt neues Selbstbewusstsein
Ob Adeleye oder Yoka – die Aufgabe bleibt immens, und Korte gilt vor dem Kampf als klarer Underdog. Hoffnung auf ein Upset gibt ihm die jüngste Zusammenarbeit mit dem ehemaligen WBO-Europameister Ilias Essaoudi, der seit Kurzem mit Korte trainiert.
„Meine Vorbereitung lief erstaunlich gut. Zum einen hat Ilias noch einmal ganz viele neue Reize gesetzt und zudem ein komplett anderes Konzept eingebracht“, so Korte über das neue Team.
Der neue Coach hat bereits klare Vorstellungen davon, wie Korte Yoka vor Probleme stellen soll. Nach einer intensiven Videoanalyse gab Ilias Essaoudi erste taktische Einblicke gegenüber Boxen1:
„Wir dürfen ihn nicht entfalten lassen und ihm nicht die Kontrolle überlassen. Wir müssen ihn von der ersten Sekunde an physisch unter Druck setzen, nach vorne gehen und den Oberkörper viel bewegen. Viel zum Körper arbeiten und ihn quasi mit guten Aktionen einschüchtern.“
Wichtig wird dabei auch die Positionierung sein, an der gezielt in der Vorbereitung gearbeitet wurde: „Nicht nur frontal in seiner Linie stehen, sondern auch wirklich seitlich agieren“, so ein kleiner Auszug aus dem ideenreichen Vortrag des Trainers gegenüber Boxen1.
Internationale Bühne ist eine besondere Motivation

Selbst wenn Korte einige Male satt durchkommt, ist es fraglich, ob Yoka wirklich zu Boden gehen würde, da dieser beispielsweise von Martin Bakole (21-2-1) über zehn Runden böse verprügelt wurde und dennoch alles nahm. Die große internationale Bühne ist für Korte jedoch etwas Besonderes: „Das motiviert mich noch mehr.“
Man „gehe in die Höhle des Löwen und werde alles geben“. Dennoch hat er einen klaren Wunsch – unabhängig davon, wie der Kampf ausgehen mag.
„Ich kann entweder denen gerecht werden, die eine schnelle Niederlage erwarten, oder ich kann alle schocken und Yoka zu Boden bringen. Ich kann so oder so nur gewinnen. Das Wichtigste für mich ist, dass ich am 24.12. gesund mit meiner Frau und meinen drei Kindern Weihnachten feiern darf“, so Korte.
DAZN überträgt das Event am Sonntag
Zahlreiche weitere Kämpfe stehen ebenfalls auf dem Programm. Beispielsweise wird man das energiegeladene Supermittelgewicht Elvis Ahorgah (15-4) verfolgen können, der sich Harley Benn (9-2) stellen wird.
Elvis Ahorgah (13-4) 🇬🇭 barely landed any clean shots against Tyler Denny (20-3-3) 🇬🇧 and clearly lost the fight, but he was still entertaining and full of energy.
#WhittakerCameron2 pic.twitter.com/zfncJgnwdv
— Permante (@PermantexG) April 20, 2025
Der Streamingdienst DAZN überträgt das Event am Sonntag ab 19 Uhr live.














