Am Samstag in New York: Ring III mit Berlanga vs. Sheeraz

Kommendes PPV-Event am Samstag in New York: Ring lll

Die PPV-Frequentierung auf DAZN bleibt absurd hoch – so auch an diesem Samstag. Immerhin werden spannende Kämpfe geboten.

Einerseits freut man sich über das allumfassende, globale Angebot von DAZN, das es ermöglicht, auch hierzulande regelmäßig Weltklasseboxen zu sehen. Andererseits nehmen die PPV-Events rasant zu – was sich gewiss auch im Geldbeutel bemerkbar macht. Man darf nicht vergessen, dass der Streamingdienst einst mit dem Versprechen antrat, das Ende der PPV-Ära einzuläuten.

Daraus wurde scheinbar nichts – wobei sich die Zeiten seither auch deutlich verändert haben. Mit dem Einstieg Saudi-Arabiens, vertreten von Turki Al-Sheikh, der inzwischen nahezu vollständig die Spitze des Profiboxens durch seine Veranstaltungen und Ansetzungen prägt, hat sich vieles verschoben.

Auf DAZN werden nun binnen 21 Tagen gleich drei PPV-Events angeboten, die zusätzlich zum regulären, ohnehin schon teuren Abo kostenpflichtig hinzugebucht werden müssen. Das dürfte sehr teuer werden – auf der anderen Seite erwartet die Fans aber auch eine Zeit mit zahlreichen qualitativ hochwertigen Kämpfen. Eines dieser PPV-Events ist die bevorstehende Ring III-Veranstaltung, die am Samstag im Louis Armstrong Stadium in New York – genauer gesagt im Stadtteil Queens – stattfinden wird.

Der Hauptkampf zwischen Berlanga und Sheeraz ist qualitativ eher schwächer

Edgar Berlanga und Hamzah Sheeraz.

Hamzah Sheeraz (21-0-1) #5 vs. Edgar Berlanga (23-1) #9, Supermittelgewicht: Im Hauptkampf geht es um einen WBC-Eliminator. Sheeraz, der pakistanische Wurzeln hat, steht bei Turki hoch im Kurs und soll eines der Gesichter in Riad werden. Zuletzt zeigte er jedoch eine ernüchternde Leistung im WM-Kampf gegen Carlos Adames, in dem er ein Unentschieden erhielt – ein klares Fehlurteil, denn Adames gewann den Kampf eindeutig.

Nun sammelt sich der großgewachsene Sheeraz neu und will im Supermittelgewicht angreifen. Auf der Gegenseite steht Berlanga, der im vergangenen Jahr seine erste Niederlage gegen Canelo hinnehmen musste. Diese wurde zwar durch eine ansprechende Börse versüßt, dürfte aber dennoch geschmerzt haben.

Grundsätzlich gehören beide Kämpfer nicht zur absoluten Weltspitze – daher liest sich der Hauptkampf auf dem Papier auch nicht überragend. Auf der Undercard finden sich durchaus stärkere Begegnungen. Dennoch steht für beide viel auf dem Spiel: Der Sieger darf auf weitere lukrative Kämpfe hoffen, während es für den Verlierer eng werden dürfte. Eine sportlich interessante Konstellation – auch deshalb, weil beide sich profilieren möchten. Zwar steigt Sheeraz in eine höhere Gewichtsklasse auf, dürfte aber dennoch gute Siegchancen besitzen.

Stevenson boxt mit Zepeda den ultimativen Pressurefighter

Gegenüberstellung: Shakur Stevenson und William Zepeda.

Shakur Stevenson (23-0) #2 vs. William Zepeda Segura (33-0) #4, Leichtgewicht:
Shakur Stevenson gilt als potenzieller P4P-Boxer, doch seine defensive Herangehensweise begeistert viele Boxfans nicht. Das führt dazu, dass er trotz beeindruckender Statistiken immer wieder kritisch gesehen wird.

Nun verteidigt er seinen WBC-Titel gegen den mexikanischen Interimsweltmeister William Zepeda, der als einer der extremsten Pressurefighter im Boxen gilt – eine menschgewordene Schlagmaschine, die nur den Vorwärtsgang kennt! Gegensätzlicher könnten zwei Boxer kaum sein. Es wird daher spannend zu sehen sein, wer seinen Stil eher im Kampf durchsetzen kann.

Zepeda galt lange als einer der gefürchtetsten Männer im Leichtgewicht, doch seine beiden letzten, eher knappen Siege über Ex-Weltmeister Tevin Farmer wirkten alles andere als souverän. Im Rückkampf wackelte er mehrfach und zeigte sich verwundbar. Dennoch sollte man diese Auftritte nicht überbewerten: Zepeda bleibt gefährlich – auch wenn zu erwarten ist, dass Stevenson den passenden Gameplan gegen ihn finden wird.

Puello verteidigt seinen WM-Titel gegen Matias

Fightposter: Puello vs. Matias.

Alberto Puello (24-0) #10 vs. Subriel Matias (22-2) #2, Superleichtgewicht:
Auch in diesem Kampf geht es um den WBC-Titel, den Puello nach seinem Sieg über Sandor Martin erstmals verteidigt. Der Puerto Ricaner hat sich mit starken Leistungen bei PBC-Veranstaltungen etabliert, fiel jedoch in der Vergangenheit durch Dopingvergehen negativ auf.

Boxstilistisch ist Puello ein technischer Mover, der viel über Beinarbeit und den Rückwärtsgang kommt – genau jener Typ Gegner, mit dem Subriel Matias große Probleme hat. Matias gilt als einer der härtesten Boxer der Gegenwart: ein kompromissloser Actionfighter, der so lange Druck macht, bis der Gegner bricht. Beeindruckend waren seine brutalen Schlachten, etwa gegen den früheren Universum-Schützling Jeremias Nicolas Ponce, der dem Dauerfeuer letztlich ebenfalls nicht standhielt.

Liam Paro versuchte es zuletzt mit Bewegung und vermied das direkte Duell – mit Erfolg: Der Australier gewann überraschend und zeigte, dass Matias Schwierigkeiten mit mobilen Boxern hat. Puello bringt genau diesen Stil mit, doch ob er es schafft, diesen auch über 12 Runden konsequent gegen Matias durchzuhalten, bleibt abzuwarten. Ein Kampf mit vielen Variablen – und enormem Spannungspotenzial.

Wirbel um den Kampf von Imam Khataev gegen David Morrell

Benavidez vs Morrell / Foto: Premier Boxing Champions

David Morrell (11-1) #5 vs. Imam Khataev (10-0) #13, Halbschwergewicht:
Für Aufsehen sorgte jüngst die Mitteilung der International Testing Agency (ITA), die bekanntgab, dass Imam Khataev am 9. April 2024 positiv auf Clomifen getestet wurde und deshalb bis Juni 2027 gesperrt sei. Diese Sperre gilt jedoch offenbar nur für IBA-Veranstaltungen. Ob der Befund Auswirkungen auf den anstehenden Profikampf am Samstag haben wird, ist derzeit unklar.

Khataev, der beim kanadischen Boxstall EOTT unter Vertrag steht, soll am Samstag den bislang größten Kampf seiner Profikarriere gegen den Kubaner David Morrell bestreiten. Beide Boxer waren herausragende Amateure und stehen für hohen Offensivdruck. Morrell kommt zwar aus einer Niederlage gegen David Benavidez, zeigte dort jedoch eine ansprechende Leistung gegen einen extrem starken Gegner.

Beide Kämpfer wollen sich in der Weltspitze etablieren – die Voraussetzungen für ein intensives, offensiv geführtes Duell sind gegeben. Ein KO-Ausgang ist durchaus möglich.

DAZN überträgt das Event im PPV

Das aktuelle Pay-per-View-Bundle Angebot von DAZN.

Das Event wird am Samstag ab 23 Uhr europäischer Zeit live auf dem Streamingdienst DAZN übertragen. Zusätzlich zum regulären Abo fällt eine PPV-Gebühr von 19,95 € an. Alternativ bietet DAZN ein preisreduziertes Bundle an, das neben Ring III auch Usyk vs. Dubois umfasst – für insgesamt 34,99 €.

5/5 - (4 votes)

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein