
Bei der großen Primora-Boxing-Debütveranstaltung erwartet die Zuschauer eine hochinteressante Fightcard – live auf DAZN.
Wir haben Kampfwoche für die Primora-Boxing-Debütveranstaltung in der Friedrich-Ebert-Halle in Ludwigshafen! Bis zu zehn Profikämpfe stehen am Samstag an, die die Boxfans in Deutschland sowie international überzeugen sollen. Aller Anfang ist schwer, deshalb versuchten Promoter Aldo Ricardo Silman und Matchmaker Domenic Parris insbesondere bei den sportlichen Paarungen anzusetzen und zu überzeugen.
„Wir setzen auf echte Kämpfe und paaren das mit sehr hoher Qualität, die wir nach außen tragen, aber auch in der Arena verwirklichen möchten“, so Silman gegenüber Boxen1.
Mit reizvollen Kämpfen soll insbesondere auch ein neues Publikum angesprochen werden, das bislang vielleicht noch nicht so viele Berührungspunkte mit dem Profiboxen hatte. Wenn die Zuschauer erst einmal den Reiz von rasanten und ausgeglichenen Kämpfen hautnah erleben, soll daraus langfristig Wachstum generiert werden.
„Wir wollen die Menschen abholen, die noch nicht so wirklich im Boxen sind. Und wir wollen, dass sie, wenn sie kommen, wirklich beeindruckt sind. Das soll erreicht werden, indem wir echte, ausgewogene Kämpfe bieten“, so Silman weiter.
Slawa Spomer fordert den ungeschlagenen Faisal Abubakari heraus

WBO Global / WBA-Intercontinental Champioship: Milan Prat (FRA) – Slawa Spomer (GER)
© Torsten Helmke
Jede gute Veranstaltung benötigt einen starken Hauptkampf. Dessen ist sich auch Primora Boxing bewusst und konnte mit Slawa Spomer (21-1) einen der besten Boxer Deutschlands als Hauptkämpfer gewinnen. Spomer, der im Oktober 2023 den Franzosen Milan Prat in Oberhausen fulminant stoppte, zählte zu den besten Boxern weltweit im Mittelgewicht.
Seit seiner Niederlage im Madison Square Garden Theater gegen Xander Zayas orientierte er sich nun gewichtsklassentechnisch um und wird erstmals im Weltergewicht antreten. Dabei trifft er direkt in einem WBA-InterContinental-Titelkampf auf den ungeschlagenen Ghanaer Faisal Abubakari (21-0), der mit der Empfehlung von 21 Siegen nach Deutschland reist und vor dem größten Kampf seiner Laufbahn steht.
Spomer möchte sportlich wieder angreifen
Für Spomer, der sich final in Dubai vorbereitete, ist der bevorstehende Kampf das vorzeitige Ende einer Verhandlungstortur im Hintergrund. So konnte ein IBO-Titelkampf trotz Vertragsunterschrift nicht vollzogen werden, und Spomer drohte erneut, lange ohne Wettkampfpraxis zu bleiben.
„Das Einzige, was mir in der letzten Zeit wirklich gefehlt hat, war das Kämpfen. Kämpfen zu dürfen, im Ring zu stehen und mich einer Herausforderung stellen zu dürfen – das habe ich sehr gemisst. Umso mehr freue ich mich, dass ich jetzt die Gelegenheit habe, das Main-Event zu geben“, so Spomer gegenüber Boxen1.
Nun wartet mit Abubakari ein würdiger Titelkontrahent, der keineswegs als Laufkundschaft betrachtet werden darf. Er ist ein langer Mann und dürfte über viel Kampfbereitschaft verfügen. Da er als ungeschlagener Boxer von der absoluten Weltspitze träumt, wird er folglich alles geben.
„Ich habe gesehen, dass er sehr unorthodox boxt und sogar einen besseren Rekord als ich hat. Deshalb gehe ich mit Respekt an die Sache heran. Aber auch mit dem Wissen, dort alles liegen zu lassen, was notwendig ist, um ihn vorzeitig wegzuhauen“, versprach Spomer abschließend.
Spannender IBO-Titelkampf zwischen Ibo Diallo und Shefat Isufi

Ebenfalls spannend verspricht der IBO-International-Titelkampf zwischen Ibo Diallo (15-1) und Shefat Isufi (41-5-2) zu werden. Diallo musste sich in seiner Profilaufbahn bislang lediglich dem Weltklasseboxer und Tyron-Zeuge-Bezwinger Jacob Bank geschlagen geben. Nach zwei Aufbausiegen soll nun gegen den renommierten Veteranen Isufi der größte Sieg seiner Laufbahn folgen.
Isufi gilt seit vielen Jahren als einer der besten Boxer mit albanischen Wurzeln im deutschsprachigen Raum und boxte bereits um die WBO-Weltmeisterschaft gegen Billy Joe Saunders. Er lieferte sich reihenweise harte Schlachten, darunter gegen Ryan Ford in der Rudolf Weber Arena in Oberhausen, und faszinierte dabei das Publikum.
Nun hat Isufi bereits einige harte Kämpfe ausgetragen und befindet sich tendenziell am Ende seiner Laufbahn. Für Diallo ist es die Chance, mit der größeren Unverbrauchtheit den entscheidenden Sieg davonzutragen, der seiner Karriere großen Aufschwung geben würde. Hierfür muss er taktisch diszipliniert boxen und viel im Rückwärtsgang agieren.
Isufi spekuliert hingegen auf einen explosiven Kampf mit Infight-Momenten, in denen er seine Härte und Routine ausspielen kann. Wer am Ende die Oberhand behält, wird spannend zu sehen sein.
Härtetest für Fedor Michel gegen Ralfs Vilcans

Fedor Michel vs. Ralf Vilcans.
Um den IBO-International-Titel im Halbschwergewicht wird hingegen Fedor Michel (12-0) kämpfen. Der jüngere Bruder des Olympiateilnehmers und Bare-Knuckle-Kämpfers Serge Michel trifft auf den gefährlichen Letten Ralfs Vilcans (19-3).
Vilcans stand bereits in zahlreichen internationalen Titelkämpfen und konnte zuvor Nick Hannig sowie Shefat Isufi bezwingen. Nun soll der nächste Sieg gegen einen deutschen Boxer her, doch Michel ist sich der Schwere der Aufgabe bewusst und möchte mit einem kontrollierten Kampf aus der Distanz zum Erfolg kommen.
Alexander Okafor boxt in Ludwigshafen

© Marco Baumann
Auch der Frankfurter Alexander Okafor wird in Ludwigshafen zu sehen sein. Das deutsche Halbschwergewicht blickt auf eine exzellente Amateurlaufbahn zurück und verpasste die Olympianorm für Paris nur knapp. Daraufhin entschied er sich, bei den Profis durchzustarten, und boxt bei der ambitionierten Ringside Zone, wo er als Hoffnungsträger gilt.
Nach einem engen und teils kontrovers diskutierten Punktsieg über Elija Ülküseven um die Deutsche Meisterschaft wurde ein Rematch gehandelt. Vorerst möchte Okafor jedoch Ringpraxis sammeln und stellt sich dem Moldawier Daniil Iudin (9-2), gegen den er dieses Mal für einen souveränen Sieg nichts anbrennen lassen will.
Ebenfalls Frankfurt am Main repräsentiert Omar Jagana (1-0). Das Superweltergewicht gilt als talentiert und möchte dies gegen den ebenfalls ungeschlagenen Mario Spartaco Turiello (1-0) unter Beweis stellen, wobei Jagana als klarer Favorit gilt.
Franklyn Dwomoh verspricht höchste technische Qualität

Das Leichtgewicht Franklyn Dwomoh (10-0) sicherte sich im vergangenen Mai den bislang größten Sieg seiner Profilaufbahn. In einem packenden Kampf um die IBF-Europameisterschaft bezwang er Devrim Gökduman (13-1) nach Punkten. Pikant dabei: Zunächst wurde Gökduman fälschlicherweise als Sieger verkündet, erst im Nachgang erfolgte eine Richtigstellung.
Mit entsprechendem Aufwind reist Dwomoh, der von Roy Jones Jr. betreut wird, nach Ludwigshafen. Er trifft dort auf den ungeschlagenen Kolumbianer Cristian Villanueva (9-0), der eine große Unbekannte darstellt. Dass er Dwomoh wirklich gefährlich werden könnte, erscheint jedoch unwahrscheinlich.
Durch die Verbindung zu Trainer Roy Jones Jr. steuert dieser noch seinen US-amerikanischen Schützling Dominique Roundtree (10-0-1) bei. Das Federgewicht trifft auf den Ungarn Tamas Kiliti (11-6).
Deutschland-Debüt für usbekischen Top-Amateur Jasurbek Yuldoshev

Eine besonders spannende Personalie ist der Usbeke Jasurbek Yuldoshev (3-0). Usbekistan gilt als eine führende Nation im olympischen Boxen, und Yuldoshev ist Teil des Nationalkaders. Primora Boxing verfügt über die Möglichkeit, ihn im Profibereich zu promoten, wodurch das Cruisergewicht seinen vierten Profikampf nun in Deutschland absolvieren wird.
Yuldoshev trifft dabei auf den US-Amerikaner Jacob Miller (4-2) und möchte Ludwigshafen zeigen, was die hohe usbekische Boxschule im Ring wirklich bedeutet.
Sebastian Busch ist heiß auf den dritten Profisieg

Im Supermittelgewicht wird Sebastian Busch (2-0) zu sehen sein. Der 24-jährige Boxer aus Neuss präsentierte sich beim renommierten Eindhoven Cup im Amateurbereich vielversprechend und konnte zuletzt den ersten Härtetest gegen den ungeschlagenen David Kühnl auf einer Ringside-Zone-Veranstaltung bewältigen. Busch ist hungrig und wird seit vielen Jahren vom populären Kerim-Engizek-Trainer Anil Büyüktunca, auch bekannt als Coach Anil, betreut. Gemeinsam wollen sie im Profibereich für Furore sorgen.
„An Sebastian schätze ich, dass er von vornherein bei mir trainiert hat, da war er noch ein kleiner, dicker Junge. Seitdem sind wir miteinander verbunden. Es macht mir sehr viel Spaß, mit ihm zu arbeiten, weil er ein hart arbeitender, disziplinierter Junge ist“, so Coach Anil gegenüber Boxen1.
Busch trifft nun auf den Estländer Artur Andrejev (3-3), der keine Laufkundschaft darstellt. Andrejev blickt auf eine gute nationale Amateurlaufbahn zurück und präsentierte sich bereits solide im Kampf gegen Michael Rigas in Stuttgart, wo er sich tough über die volle Distanz von acht Runden im Kampf hielt. Von daher wird Busch sicherlich vier Runden intensiv arbeiten müssen, um Andrejev in Schach zu halten.
„Der Estländer ist auf jeden Fall nicht schlecht. Wir unterschätzen keinen und wollen auch die Herausforderungen und keine Negativbilanzen“, so der Trainer mit Blick auf die nächste sportliche Aufgabe seines Schützlings.
Mit Lucas Vogt (3-0) boxt noch ein deutscher Superweltergewichtler in einem Kampf über vier Runden gegen Sun Tiebo (1-1), wobei sich beide Männer durchaus etwas ausrechnen dürften.
Eine sportliche Veranstaltung, die lohnend erscheint

Rein faktisch betrachtet muss man konstatieren, dass Primora Boxing zum Debüt eine mehr als vielversprechende Fightcard aufgestellt hat. Die drei Titelkämpfe lesen sich allesamt spannend und versprechen Qualität. Zudem besteht die weitere Undercard aus spannenden Prospects wie Okafor, Dwomoh oder auch Yuldoshev, die über höchstes Potenzial verfügen.
Wer sich in den letzten Jahren aufgrund von Mittelmäßigkeit und fehlender Ausgeglichenheit vom Boxsport eher abgewendet hat, sollte Primora Boxing am Samstag ruhig eine Chance geben und dieses Vorhaben unterstützen. Ambitionierte Veranstalter sind in Deutschland selten geworden, und wenn sie eine Zukunft haben wollen, dann muss die Unterstützung auch seitens der Boxsportfreunde erfolgen – andernfalls wird sich in der hiesigen Boxszene leider dauerhaft nichts entwickeln können.
Tickets auf Eventim verfügbar – DAZN überträgt weltweit
Wer sich also ein Bild von der sportlichen Qualität am Samstag machen möchte, kann sich noch ein Ticket für die Veranstaltung in der Friedrich-Ebert-Halle in Ludwigshafen sichern. Auf Eventim sind noch Karten für unter 30 Euro verfügbar.
Zudem wird durch die Zusammenarbeit zwischen Primora Boxing und Dream Boxing ein weltweites Streaming auf DAZN sowie FightPlus gewährleistet. Die Übertragung beginnt um 18:00 Uhr.














