
Die Stadthalle in Bielefeld wird wieder Schauplatz eines großen Box-Events. Im Hauptkampf kommt es zum brisanten Rematch.
Im vergangenen Mai lud Kali Boxing Promotion zum „Kampf des Champions“ in die Stadthalle Bielefeld ein. Im Vorfeld gab Promoter Ferdi Kali gegenüber Boxen1 an, dass er mit dem Event einen Abend voller hochspannender und explosiver Kämpfe präsentieren werde – ein Versprechen, das viele Box-Promoter geben, die Realität sieht zumeist jedoch anders aus.
Man muss jedoch im Nachgang konstatieren, dass Kali nicht zu viel versprochen hatte. Gleich mehrere Überraschungen ereigneten sich auf der Veranstaltung. So verloren zwei ungeschlagene Männer vorzeitig ihre „Null“, die als Favoriten gehandelt wurden.
Auch im Hauptkampf setzte sich dies gewissermaßen fort. Der Sohn der Stadt, Ilyas Can Kali, stellte sich einem feurigen Mexikaner und kam nach packenden zehn Runden nicht über ein Unentschieden hinaus. Anstatt sich nun einen einfacheren Gegner zu suchen, setzt Kali bewusst auf das heiß erwartete Rematch am 6. September in der Stadthalle Bielefeld.
Ilyas Can Kali möchte im zweiten Anlauf Eduardo Leonel Rodriguez bezwingen

Es spricht durchaus für die sportlichen Ambitionen und das Mindset, dass sich Ilyas Can Kali (13-0-1) im direkten Rematch mit dem starken Mexikaner Eduardo Leonel Rodriguez (14-4-2) um den WBA-Continental-Titel im Weltergewicht stellt. Das Unentschieden nagte an Kali; auch ein Gewichtsklassenaufstieg galt unmittelbar nach dem Kampf als denkbar. Das lag auch daran, dass er sich durch einen harten Weight-Cut im Mai nicht zu 100 % fit fühlte, insbesondere in den hinteren Runden des Kampfes.
„Ich hab im Kampf gemerkt, ich war irgendwie nicht da – habe mich eingerostet gefühlt“, erinnerte sich Kali auf Boxen1-Nachfrage zurück.
Die vorherige Vorbereitung in Manchester war suboptimal
Doch nicht nur das Gewichtmachen war ein Problem für den jungen Bielefelder – er fühlte sich ebenfalls nicht optimal vorbereitet. Seine Vorbereitung hatte er nämlich erstmals im Ausland, in Manchester, bestritten. Das bot zwar neue Einflüsse, aber auch ungewohnte Praktiken. So vermisste Kali intensive Sparringseinheiten, die ihm gegen den harten Mexikaner sicherlich genützt hätten.
„Manchester war cool, ich habe einige Sachen gelernt, aber es hat mich eigentlich nur nach hinten geworfen. Das ist nicht mein Ding: 90 % Cardio, 10 % Boxen. Ich komme aus einer Boxschule, wo wir in einer Vorbereitung um die 135 Runden Sparring haben.“
Zwar ist Kali dankbar für seine neuen Eindrücke in Manchester, doch vor so einem großen Kampf hätte er den Schritt rückblickend nicht wagen sollen.
„Ich hatte im Trainingscamp nur 27 Runden Sparring für einen 10-Runden-Fight. Ich hätte mit der Vorbereitung in England nicht etwas Neues testen sollen für so einen wichtigen Kampf.“
Die intensive Vorbereitung mit Chaouki Harnafi in Bergheim soll den Sieg bringen

Nun kehrte Kali zurück in den Fightclub Bergheim, wo er sich mit seinem vorherigen Trainer Chaouki Harnafi auf den 6. September vorbereitet. Der Fightclub Bergheim ist in Deutschland keine Unbekannte – zahlreiche starke Boxer trainieren dort seit geraumer Zeit für große Kämpfe, beispielsweise aktuell auch Serhat Parlak, der am 23. August in Oberhausen wieder aktiv ist.
Ein wesentlicher Faktor bei Chaouki Harnafi ist, dass Kali einen sehr spezifischen Boxstil pflegt, für den nicht jeder Trainer perfekt geeignet ist. Er agiert mit der Philly Shell und setzt auf eine besondere Verteidigungsphilosophie, die Harnafi geschickt fördert. Zudem blicken die beiden auf viele gemeinsame Jahre zurück, was eine ganz andere Vertrauensbasis schafft.
„Chaouki Harnafi hat mich zum WBO-Juniorenweltmeister gemacht und ich bin mir sicher, dass ich mit ihm weitermachen muss, weil er der Einzige ist, der mich in- und auswendig kennt. Mit ihm werde ich Weltmeister – so Gott will –, da bin ich mir sicher!“
„Im letzten Kampf war Flasheye nicht Flasheye!“
Es wird durchaus interessant sein zu sehen, wie der zweite Kampf verlaufen wird. Grundsätzlich ist die Herangehensweise des Mexikaners Rodriguez sehr vorhersehbar: Er wird von Beginn an wieder hohen Druck ausüben und viel zum Körper investieren, um Kali die Luft zu nehmen. Dieser ständige Offensivdruck macht letztlich auch Eindruck bei den Punktrichtern, die ein vermeintliches optisches Übergewicht beim Pressurefighter erkennen können. Entsprechend spannend wird es sein zu sehen, ob Kali seine eigene Workrate für das Rematch dauerhaft erhöht.
„Ich habe eigentlich fast jeden Schlag verteidigen können. Ich denke, ich war nur zu inaktiv für die Judges, anders kann ich mir ein Unentschieden nicht erklären. Seine einzige Stärke ist, dass er sehr viel Druck macht.“
Im Rematch möchte er nun aber eine gewohnte Leistung präsentieren und klar aufzeigen, wer der bessere Mann von beiden ist – dem die Zukunft im Profiboxen gehört.
„Die Zuschauer werden dieses Mal einen riesigen Unterschied merken. Im letzten Kampf war Flasheye nicht Flasheye! Dieses Mal stopfen wir einige Mäuler! *lacht Ich will nicht zu viel verraten, poste auch kaum und bin sehr fokussiert im Camp. Seid einfach gespannt!“
Tickets sind auf Eventim ab 30 € verfügbar
Das große Rematch um den WBA-Continental-Titel im Weltergewicht zwischen Ilyas Can Kali und Eduardo Leonel Rodriguez findet im Rahmen des Events „Kampf des Champions 2“ am 6. September in der Stadthalle Bielefeld statt.
Eine interessante Undercard wird ebenfalls erwartet, wie das vorherige Event im Mai bereits gezeigt hat. Neben rasanten Profikämpfen gibt es auch Showkämpfe – darunter der populäre Musiker Manuellsen, der in den Ring steigen wird.















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