Alexander Alekseev nach der WM-Niederlage

Karriere beendet, jetzt wird er Promoter

Ein Bericht von Wolfgang Weggen

Raus aus dem Boxring, Handschuhe aus! Ran an den Schreibtisch, jetzt wird promotet! So sieht die neue Welt für Ex-Europameister Alexander Alekseev aus. Abschied vom aktiven Boxsport, aber weiter mit dem Boxsport als Macher bei ECB! Das gaben EC-Boss Erol Ceylan und der (Ex)Boxer bei der Pressekonferenz in Hamburg bekannt.

Alekseev„Ja, meine Entscheidung abzutreten, ist endgültig, sie stand schon vor dem Kampf gegen Yoan Pablo Hernandez fest,“ so Alekseev, „allerdings wollte ich das als Weltmeister machen. Es hat aber nicht sollen sein“.

Er ist gar nicht traurig, nein, er wirkt irgendwie sogar erleichtert, dass die dauernde Quälerei jetzt vorbei ist. „Vor allem meine Familie freut sich. Jetzt habe ich mehr Zeit für sie. Die Kinder müssen jetzt nicht mehr mit mir fettarm essen, müssen nicht so früh wie sonst ins Bett, wir werden jetzt ein anderes, ein normaleres Leben führen“. Der Amateur-Weltmeister und Familienvater hat da schon ganz genaue Vorstellungen: „Ich werde täglich im Büro sein, aber auch von Zuhause arbeiten. Ich wohne ja nur wenige Minuten vom Gym entfernt. Und ich bleibe Sportler, werde dreimal die Woche trainieren. Natürlich gehört auch Boxen dazu, vor allem die Gerätearbeit, ansonsten werde ich viel laufen und schwimmen“.

Wie sieht seine neue Position im EC-Boxstall genau aus? Dazu Boss Erol Ceylan: „Alex wird der Promoter sein, ich ziehe mich auf die Managertätigkeit zurück. Alex hat in letzter Zeit schon viel Promoter-Arbeit geleistet, er kennt sich da also bestens aus. Ich bleibe jetzt im Hintergrund, werde ihn natürlich weiter unterstützen. Ich bin sicher, er wird auf diesem Posten einen guten Job machen“.

Und was sagt Oktay Urkal? Der EC-Chefcoach: „Nein, mein Chef wird Alex nicht, mein Chef ist nur meine Frau. Aber zwischen uns gibt es überhaupt keine Probleme, wir werden uns natürlich weiter bestens verstehen“. So sieht es auch der neue Promoter: „Ich bin sicher, wir werden sehr gut zusammenarbeiten“.

Und da kommt ja auch gleich viel Arbeit auf Alekseev zu – der Kampftag am 20. Dezember in der Messehalle Schnelsen, wo Hauptkämpfer Christian Hammer auf den ehemaligen Gegner von Vitali Klitschko, auf Kevin Johnson trifft. „Ja, das wird ein Kracher“, sagt Christian, der gegen den Ami wieder seinen Hammer rausholen wird. „Ich will in der Weltrangliste weiter nach oben, da muss ich Johnson schlagen, möglichst ausknocken“.

Und noch ein Schwergewichtler möchte in Schnelsen im Rampenlicht stehen, glänzen: Manuel „Diamond“ Charr aus Köln, der im letzten Jahr in Moskau gegen Vitali im Ring stand. Er hat sich den Ami James „Licht aus“ Tooney als Gegner ausgesucht. Aber das Duell ist noch nicht in trockenen Tüchern. Ceylan: „Es gibt da finanzielle Schwierigkeiten was Tooneys Börse angeht. Wir liegen in unseren Vorstellungen noch 20 000 Dollar auseinander“.

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