Ahmed Krnjic stoppt Ali Kiydin durch TKO in Runde 5

Ahmed Krnjic sichert sich den WBC International Silver-Titel und posiert neben Alexander Petkovic und Ahmet Öner.
Foto: Balkan Boxing

Im serbischen Novi Pazar sichert sich das bosnische Schwergewicht den WBC-International-Silver-Titel und träumt von großen Kämpfen.

Am Samstag fand die inzwischen zwölfte Veranstaltung von Balkan Boxing statt, die es sich zum Ziel gesetzt hat, den heimischen Profiboxsport zu fördern. In der Balkanregion herrscht großes Potenzial, was nicht zuletzt durch den sensationellen WM-Erfolg von Filip Hrgovic (21-1) abermals unterstrichen wurde. Nun soll jenes Potenzial auch im Profibereich sichtbar werden. Hierfür wurde Alexander Petkovic installiert, der Balkan Boxing promotet und auch schon Veranstaltungen nach Deutschland holte.

Ein neuer Akteur ist Promoter Ahmet Öner mit seiner Arena Box-Promotion. Öner gilt als Boxurgestein und ist insbesondere zur WBC bestens vernetzt, was der kommende WM-Kampf des US-Albaners Ermal Hadribeaj (23-0-1) am 17. Oktober in Las Vegas beweist, wo Öner seinen Schützling in die Pflichtherausfordererposition hievte. Das hinterließ auch Eindruck bei Balkan Boxing, die sich fortan eine enge Zusammenarbeit inklusive Titelkampfberücksichtigungen davon versprechen.

„Arena Boxing und Balkan Boxing werden den Boxsport in Serbien etablieren“, versprach Ahmet Öner nach dem Kampf auf Boxen1-Nachfrage zur Kooperation.

WBC-International-Silver-Titelkampf im Hauptkampf

Im Hauptkampf des Abends fand direkt ein WBC-International-Silver-Titelkampf im Schwergewicht statt. Dort bewarb sich der Bosnier Ahmed Krnjic (9-1), der im vergangenen Jahr einen starken Eindruck beim WBC Grand Prix hinterließ und bis ins Finale stürmte. Dort wartete zwar die erste Niederlage für Krnjic, nach einem Aufbausieg war er aber fest entschlossen, sich seinen ersten kleineren Profititel zu sichern.

Auf der Gegenseite stand der ehemals renommierte Amateurboxer Ali Kiydin (16-7) aus Frankfurt, der für seine Schlagkraft berüchtigt ist. Lange Zeit gehörte Kiydin neben Erik Pfeifer zu den deutschen Schwergewichtshoffnungen, konnte den internationalen Durchbruch bei den Profis aber nie erzielen. Nach zuletzt fünf Niederlagen in Folge war seine Tendenz eindeutig negativ, und Kiydin galt vor dem Kampf als Underdog.

Verstecken wollte sich Kiydin in Serbien aber keineswegs, was er von Beginn an bewies. Er suchte den Offensivgang und drückte Krnjic an die Seile, der sich jedoch defensiv stabil erwies und zum Körper antwortete. Es war eine ausgeglichene erste Runde, wobei Krnjic daraufhin zunehmend an Dominanz gewann. Beispielsweise traf er vermehrt mit dem harten Uppercut und rüttelte Kiydin so in der zweiten Runde durch. In der dritten Runde waren es dann wieder die zahlreichen Körpertreffer, die Kiydin die Luft raubten. Dies führte dazu, dass Kiydins Offensivdrang in der vierten Runde zunehmend abflachte.

Krnjic stoppt Kiydin in Runde 5

Ahmed Krnjic bezwingt Ali Kiydin.
Foto: Balkan Boxing

Zu Beginn der fünften Runde erzielte Krnjic dann den ersten Niederschlag mit einer 1-2-Kombination. Kiydin, der sich als tapferer Boxer erwies, stand jedoch umgehend auf und versuchte, im Kampf zu bleiben. Doch ohne Erfolg. Krnjic setzte nach, schaute teilweise schon zum Ringrichter, weil er wohl keinen bösen K. o. provozieren wollte, und der Ringrichter hatte Einsehen. Wenig später brach er das Duell via TKO in Runde fünf ab.

Auch wenn Kiydin insbesondere in den ersten Runden einiges versuchte, war es durchaus eine dominante Vorstellung von Krnjic, der sich langsam in Richtung der Top 20 der WBC vorarbeitet.

„Die Aussichten für Ahmed sind groß. Er muss jetzt noch zwei, drei Kämpfe machen, und dann könnte er wirklich von etwas Größerem träumen“, so Öner über die Zukunftsaussichten von Krnjic.

Für Kiydin bedeutet die Niederlage eine weitere Enttäuschung. Die letzten Monate waren schwer für ihn.

„Ich hatte eine sehr lange Pause. Mein vorheriger Kampf lag ungefähr ein Jahr und zehn Monate zurück. Ich hatte auch einen physischen Burnout, brauchte diese Pause, es ging einfach gar nichts mehr“, gab Kiydin nach der Niederlage gegenüber Boxen1 an und verwies auf das kurzfristige Angebot in Serbien:

„Auf einmal kam das Angebot für den WBC-International-Silver-Gürtel, da konnte ich einfach nicht Nein sagen. Auch wenn es kurzfristig war, mit einem Monat Vorbereitungszeit. Ich konnte es nicht absagen, musste die Chance nutzen.“

Wie es für Kiydin weitergeht, bleibt vorerst ungeklärt:

„Ich brauche erst einmal eine Pause und Urlaub. Etwas erholen und runterkommen. Danach schauen wir, wie es weitergeht“, so Kiydin abschließend.

Die Veranstaltung ist kostenlos auf Rutube abrufbar. 

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