
Nach drei Sensationssiegen als Außenseiter in Riad steht Agit Kabayel vor einer neuen Rolle. Beim Homecoming in Oberhausen geht der WBC-Interims-Champion erstmals als klarer Favorit in einen großen Schwergewichtskampf und Experten trauen ihm einen vorzeitigen Sieg zu.
Neuer Status, gleiche Aufgabe für Agit Kabayel
In seinen letzten drei Fights stieg Agit Kabayel in Riad als Underdog in den Ring, dreimal verließ er ihn als Sieger durch KO. Nun wartet am 10. Januar in der Rudolf-Weber-Arena in Oberhausen ein anderer Ausgangspunkt: Gegen den Polen Damian Knyba gilt der Bochumer Schwergewichtler erstmals in einem großen Kampf als Favorit.
Auf dem Papier spricht vieles für den 33-Jährigen. Kabayel ist WBC-Interims-Champion im Schwergewicht, Knyba wird beim Verband lediglich auf Rang 38 geführt und konnte bislang keinen namhaften Gegner bezwingen. Trotz eines deutlichen Größennachteils von mehr als zehn Zentimetern gegenüber dem 2,01 Meter großen Polen sehen Beobachter die Vorteile klar beim Deutschen. Auch die Boxfans haben sich bereits im Vorfeld klar für Kabayel ausgesprochen, die Ansetzung gar kritisiert – man habe schlicht „mehr erhofft“. Dennoch sollte klar sein, dass Kabayel mit diesem Fight einen Grundstein legt, um den „Box-Boom“ zurück nach Deutschland zu bringen.

DAZN-Kommentator Uli Hebel und Ex-Klitschko-Manager Bernd Bönte erwarten vorzeitiges Ende
„Agit geht das erste Mal in einem großen Fight als Favorit in den Ring. Es wird spannend zu sehen, was das mit ihm macht. Ich glaube aber an einen Sieg via Knockout“, sagte DAZN-Kommentator Uli Hebel im kicker. Der 37-Jährige wird zusammen mit Bernd Bönte und Andreas Selak durch den Abend bei DAZN führen.
Noch konkreter bzgl. des Ausgangs Kabayel vs. Knyba wurde der ehemalige Box-Manager Bernd Bönte: „Ich glaube, dass Kabayel den Kampf vorzeitig entscheiden wird, in Runde 6 oder 7.“ Für Bönte ist die Lage klar: „Sollte Agit siegen, hat kein Boxer auf der Welt das Duell mit Usyk mehr verdient als er. Eine andere Pflichtverteidigung beim Verband WBC als Champion Usyk gegen Interims-Champion Kabayel wäre ein Skandal.“
Hintergrund ist ein zuletzt vom WBC angesetzter Final Eliminator zwischen Lawrence Okolie und Moses Itauma. Es ist ein weiterer Schritt, der die ohnehin umstrittene Politik des Verbandes erneut in den Fokus rückt.
Bei seinen jüngsten Auftritten war die Ausgangslage für den „Leberking“ jeweils deutlich schwieriger. Gegen Arslanbek Makhmudov, Frank Sanchez und Zhang Zhilei galt Kabayel im Vorfeld als Außenseiter. Dreimal attestierten Kabayel nicht Wenige, vorzeitig zu unterliegen. Zwischen den Seilen setzte sich der 1,90 Meter große Bochumer jedoch mit konsequenter Physis und seinen Leberhaken durch und stoppte alle drei Gegner vorzeitig.
Gegen Knyba, der mit 17 Siegen ungeschlagen ist und elf davon durch KO gewann, mahnt Kommentator Hebel dennoch zur Vorsicht. „Knyba hat die längsten Arme der Königsklasse und ist für seine Größe sehr agil“, so der DAZN-Kommentator.
Mit einem Sieg würde Kabayel seinen Interims-Titel verteidigen und seinen Anspruch als Pflichtherausforderer von Schwergewichts-König Oleksandr Usyk untermauern. Ob es zeitnah zu diesem Duell kommt, ist allerdings offen. Usyk plant zunächst eine freiwillige Titelverteidigung gegen Deontay Wilder, ein Pflichtkampf könnte frühestens im Herbst oder Winter folgen.















Schrott Gegner
die letzten drei Siege von Agit waren keine Sensation !