
In der Porsche Arena in Stuttgart bittet die deutsche Boxikone zum letzten großen Tanz. Sein kommender Gegner dürfte dabei alles andere als ungefährlich werden.
Das Ende einer ganz großen Boxkarriere naht. Felix Sturm (45-6-3) prägte das deutsche Boxen über Jahrzehnte hinweg und zählt zu den letzten schillernden Namen des einstigen Boxbooms. Bereits zu Amateurzeiten erwies sich der in Leverkusen geborene Sturm als Ausnahmetalent und sicherte sich zahlreiche Titel. Neben mehreren Deutschen Meisterschaften war er im Jahr 2000 auch bei den Europameisterschaften erfolgreich und qualifizierte sich zudem für die Olympischen Spiele in Sydney.
Eine große Karriere voller Erfolge

Foto: Luan Lücht
Diese maximal fundierte Amateurlaufbahn weckte selbstverständlich auch großes Interesse bei Promotern im Profibereich. So gab Sturm im Januar 2001 bei Universum Box-Promotion in München sein Profiboxdebüt. Insgesamt sollten bis heute 54 weitere Kämpfe folgen. Darunter befanden sich zahlreiche Weltmeisterschaftskämpfe. Sturm vollbrachte dabei das Kunststück, insgesamt fünfmal Weltmeister bei verschiedenen Verbänden zu werden.
Kurioserweise sollte jedoch nicht ein Sieg seine Karriere maßgeblich prägen. Seine kontroverse Punktniederlage gegen Oscar de la Hoya im Juni 2004 in Las Vegas zählt ungeachtet des negativen Ausgangs zu den bedeutendsten Kämpfen seiner Laufbahn.
In den letzten Jahren blieb der erfolgsverwöhnte Sturm durchaus aktiv, wenngleich er sportlich nicht mehr an seine einstigen Erfolge anknüpfen konnte. So kassierte er im März 2022 in Dortmund eine verdiente Punktniederlage gegen Istvan Szili, wobei deutlich wurde, dass ein gealterter Sturm kaum noch zur absoluten Weltspitze gezählt werden kann. Zuvor sorgten zudem einige juristische Schlagzeilen für negative Aufmerksamkeit und beschädigten sein Image.
Dennoch blieb er dem Boxsport treu und konnte in den vergangenen Jahren noch drei Siege einfahren. Neben seiner eigenen sportlichen Laufbahn arbeitete er außerdem aktiv daran, mit Sturm Boxing eine neue Boxgeneration aufzubauen. Dort hilft er talentierten Athleten dabei, sich im größeren Rahmen für weitere Karriereschritte zu empfehlen.
Granit Stein ist ein gefährlicher Gegner und kein Abschiedsgeschenk

Foto: Torsten Helmke
Inzwischen ist Sturm 47 Jahre alt und der Entschluss steht fest: Am 11. Juli wird definitiv sein letzter Kampf in der Porsche Arena in Stuttgart stattfinden. Bereits vor einigen Wochen wurde dies angekündigt, woraufhin sich viele Boxsportfreunde fragten, wer wohl der letzte Gegner sein würde. Zuletzt siegte Sturm ziemlich mühelos gegen Benjamin Blindert – würde es erneut in diese Richtung gehen?
Diese Frage muss man klar mit Nein beantworten. Als letzter Gegner wurde Granit Stein (20-2-1) präsentiert. Stein, der zuletzt bei Fides Sports unterschrieb und erst vergangene Woche in Ingolstadt eine fulminante Ringschlacht lieferte, ist definitiv keine Laufkundschaft. Das bewies er bereits im Dezember bei einem WBC-Titelkampf in Stuttgart, als er das Publikum mit einem vorzeitigen Sieg über den zuvor ungeschlagenen Sarhad Nouzad elektrisierte.
Stein ist ein echter Pressurefighter, der permanent Druck erzeugt und äußerst zuschauerfreundlich boxt. Sturm dürfte zwar der technisch besser ausgebildete Boxer sein, präsentierte sich zuletzt jedoch auch deutlich kontrollierter und tat oftmals nur das Nötigste, um Kräfte zu sparen. Sollte Stein konstant aktiv bleiben, könnte sich daraus durchaus ein enger Kampf entwickeln.
Ticketvorverkauf ist gestartet
Es handelt sich also um einen durchaus ambitionierten Abschied von Sturm, der sich noch einmal auf sportlich hohem Niveau messen möchte. Ein gewagtes Unterfangen, das den Kampf umso spannender macht.
Details zur weiteren Fightcard sollen in den kommenden Tagen und Wochen bekannt gegeben werden. Durch die Kooperation zwischen Sturm Boxing und Ringside Zone werden jedoch mehr als zehn Profiboxkämpfe an diesem Abend erwartet.
Der Ticketvorverkauf hat bereits begonnen. Über EasyTicket sind Karten ab 29 Euro für den letzten Kampf von Felix Sturm erhältlich.















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